Archiv: Januar 2008
Das hier finde ich bemerkenswert:
Eines Tages wird sicher jemand sagen, dass das alles ungesetzlich ist. Deshalb müssen wir sicherstellen, dass wir dann schon jene sind, die bestimmen, was Gesetz ist und was nicht.
Beim Spiegel gibt es eine Interview mit einem in den USA bekannten Scientology-Gegner. Der bestätigt den von Guido Knopp geäußerten Cruise-Göbbels-Vergleich. Ich war da zunächst skeptisch: wer das Gestammel aus den sattsam bekannten Videos von Cruise mit der geschliffenen, bedacht eingesetzten Sprache von Göbbels vergleicht, mag Cruise als plappernden Deppen abtun. Aber am Ende des Tages zählt das Ergebnis.
… Betreiber eines Webservers. Offensichtlich waren wieder irgendwelche Patent-Beamten in den US von A ein bisserl überfordert. A9 hat 2003 ein paar Patente angemeldet, die nichts anderes sind, als die Beschreibung einiger Detailfunktionen eines normalen Webservers. So kann der Apache schon seit 1999 individuelle Fehlerseiten ausliefern, wenn er eine Browseranfrage nicht versteht (»404 — diese Seite wurde nicht gefunden«). Gemessen an den Kriterien, die ein — vernünftiger — Richter an die Patentwürdigkeit anlegt, hätten diese Patente also nie erteilt werden dürfen.
Jetzt wird es interessant: werden Bezos (ja, der Typ von Amazon) und seine Kumpels das Patent wirtschaftlich verwerten, sprich jeden, der individuelle Fehlerseiten ausliefert um Lizenzgebühren bitten (sprich abmahnen)? Wird ein Gericht dieses Patent kassieren?
Echt faszinierend, wie abhängig wir vom Internet geworden sind. Ein einzelnes Kabel ist verantwortlich dafür, dass in Ägypten und Indien Teile des Internets lahmgelegt wurden. So war in Ägypten der Börsenhandel nur eingeschränkt möglich, in Indien konnten viele Off-Shore-Dienstleister ihrer Arbeit nicht nachgehen. Was auf den ersten Blick wie eine Randnotiz wirkt, offenbart sich bei näherer Betrachtung als Herausforderung für die Zukunft: offenbar scheint der Netzausbau mit dem Bedarf nicht Schritt zu halten, so dass die vielbeschworene Redundanz an ihre Grenzen stößt. Stellt Euch mal vor, was Ihr selber eine Woche ohne Internet machen würdet, und was wäre, wenn in Deuschland nur einen Tag kein »online« möglich wäre …
Nachtrag, 10.2.2008:
- Einen spekulativen Artikel über Ursachen bringt »Mein Parteibuch«
- Golem hat auch ein wenig zu berichten

Ich habe ausgerechnet, dass ich bei diesem Tempo ganz exakt an meinem Hochzeitstag mein Ziel erreicht habe. Allerdings habe ich mir sagen lassen, dass die ersten Kilo die leichtesten sind, ich bleibe daher sicherheitshalber bei »Ende des Jahres«.
Was ich bis jetzt geändert habe:
- Nicht hungrig Einkaufen gegangen
- Kalorienbewußt eingekauft (also einfach immer gekuckt, was wieviel hat)
- (fast) keine Süßigkeiten mehr gegessen
- Weniger kleine Sünden begangen (Geschäftsreisen sind da z.B. sehr gefährlich bei mir …)
- Versucht, abends so früh wie möglich zu essen
- Mittags konsequent nur maximal 600 Kalorien
- Wenn Bier => weniger gegessen, insgesamt weniger getrunken
Bis jetzt kann ich nicht sagen, dass mir etwas fehlt, aufpassen muss ich halt immer.
nTja, das ist dann wohl das Ende. heise berichtet von einer Saturn-Aktion, bei der man seinen alten (!) HD-DVD-Spieler beim Kauf eines neuen Blu-Ray-Spielers von Sony mit 150 Euro drangeben kann. Als Dreingabe gibt es noch acht Filme dazu (Alle Teile von Fluch der Karibik und Spiderman 3, sonst nur Krampf). Wird wohl wirklich eng für die HD-DVD, da wird wohl auch das letzte Aufbäumen nichts helfen: Toshiba hat allen Ernstes die teuerste Werbepause der Welt gebucht, die Halbzeitpause des Superbowl. Flockige 2,7 Mio US$. Immerhin: ein Abgang mit Stil, das nenne ich kräftig in die Suppe hauen.
- Artikel bei Golem zum Superbowl-Finale
- Artikel bei heise zur Saturn-Aktion
- Alter Artikel bei mir zur HD-DVD
Nachtrag 20:45: Jetzt gibt es auch bei Golem Details zur Aktion.
… und das meine ich durchaus doppeldeutig. Leider.
Ein amerikanischer Richter wird von Golem wie folgt zitiert:
Wenn es ein Gestaltungsbedürfnis gibt, oder eine Nachfrage im Markt nach der Lösung eines Problems, und wenn es dazu eine begrenzte Anzahl vorhersagbarer Lösungsmöglichkeiten gibt, dann hat ein gewöhnlicher Fachmann auf dem Gebiet gute Gründe dafür, sich mit dem in greifbarer Nähe befindlichen Möglichkeiten um eine Lösung zu bemühen. Führt das zum Erfolg, so ist dieser sicher nicht der Innovation geschuldet sondern den normalen Fähigkeiten und dem gesunden Menschenverstand.
Das ist schon fast eine Perle. Hintergrund ist eine Klage, die ein Unternehmen namens Minerva gegen fast alle Branchengrößen des Mobilfunkmarktes angestrengt hat. Minerva hat es wohl hinbekommen, u.a Patentschutz für ein Mobiltelefon, das »mit einer Kamera im Gehäuse, die mit dem Mikroprozessor verbunden ist und Bilder aufnehmen kann« zu bekommen — und noch ein paar andere solcher Juwelen der Geisteskraft.
… habe ich heute gehört:
Was ist ein Bigamist? Ein Mann mit einer Frau zuviel.
Was ist ein Ehemann? Der auch …
Was 23andme ist, habe ich ja schon berichtet — nun ist der Dienst auch für deutsche Kunden gestartet. Wer quasi ein Online-Backup von sich selbst hinterlegen möchte, kann dies nun tun.


