Archiv: August 2008
Also, ich habe meine am Samstag bekommen, bei mir hat es also geklappt, mit der Zustellung. Bei vielen anderen jedoch wohl nicht, heise berichtet, dass allein in Stuttgart (warum wohl gerade diese Stadt als Muster herhalten muss?!) 15.000 Brieflein aufgrund falscher Adressen nicht zugestellt wurden.
Dies zeigt für mich zweierlei:
- Vordergründig, dass es mit dem Big-Brother-Staat noch nicht so weit her ist.
- Aber: einzelne Zahlen sagen in der Regel nichts ohne Zusammenhang: in Stuttgart leben 591.127 Leute. 15.000 entsprechen also rund 2,5 % — anders herum: die Trefferquote lag bei 97,5 %- und das wiederum halte ich für gar nicht mal sooo schlecht …
So, jetzt habe ich fast vier Tage am Stück in Typolight gewühlt — und bin echt begeistert! Am meisten fasziniert mich, wie konsistent das System ist. Obwohl — oder eher gerade weil — es technisch-unterkühlt daherkommt, ist es sehr leicht bedienbar. Wenn man die grundlegenden Konzepte erstmal verinnerlicht hat, geht die Arbeit am Content oder am Seitenlayout flüssig von der Hand, denn alles folgt der gleichen, konsistenten Bedienlogik.
Die Implementierung eigener Designs ist recht einfach, das vom System gerenderte HTML hat viele Klassen und IDs zum »Andocken« für CSS und ist ingesamt sehr sauber. Barrierefreie und Standard-konforme Seiten sind also kein großes Problem. Ein Beispiel: in einem Naviagtionsbaum sind über Klassen nicht nur die aktive Ebene, sondern auch der Pfad dahin »abgreifbar«. So ist die Formatierung eines hierarchischen Menüs nur mittels CSS kein Problem mehr, Herumpfuschen im PHP oder HTML also seltenst nötig. Und wenn man es trotzdem glaubt zu müssen, sieht Typolight dafür einen Mechanismus vor, mit dem einzelne Module quasi geklont werden können — diese Klone kann man dann bearbeiten, das Original bleibt unangetastet — und das Gesamtsystem bleibt einfach wartbar, denn bei Updates gehen die Anpassungen nicht verloren.
Was micht bei den meisten CMSen nervt, ist hier vorbildlich gelöst: die Trennung von Inhalten von der Navigation ist nicht nur möglich, sondern auch logisch und sauber.
Die Versionierung ist so simpel, dass man sich fragt, warum das nicht überall so ist.
Auch für den professionellen Einsatz bei größeren Projekten sind alle relevanten Funktionen an Bord:
- Workflow und sauberes Rechte-/Rollen-Management ermöglicht arbeitsteilige Redaktion
- Frontend-Benutzer mit Profilen ermöglichen eine einfache Community
- Viele verschiedene Inhaltstypen reduzieren den Zwang, zu tricksen oder mit HTML/Javascript zu basteln. Auch Flash, Bildergalerien etc. sind schon vorhanden.
- Ein brauchbares Newsletter-Modul mit Double-Opt-In ist auch schon eingebaut.
Jetzt sind wir bei den (kleinen) Nachteilen: es gibt so gut wie keine vorgefertigten Designs für Typolight (ich spreche hier nicht von Templates, denn das Wort bedeutet in TL etwas anderes). Ich vermute mal, die Community möchte die Firma des Entwicklers »schützen«, denn diese verdient wohl in erster Linie ihr Geld mit Support und Design-Programmierung. Auch die Zahl der Extensions ist noch überschaubar, wenngleich durchweg von hoher Qualität), soweit ich sie getestet habe.
Aber das muss kein Nachteil sein: die sauber dokumentierte API sollte es jedem halbwegs begabten PHP-Programmierer ermöglichen, eigene Erweiterungen zu schreiben. Außerdem sind viele Nettigkeiten bereits enthalten oder gar nicht erst nötig, weil das System von Haus aus bereits vieles kann, was beispielsweise bei Joomla erst nachgerüstet werden muss.
Übrigens kann man hinter fast jeden lobenden Satz in diesem Review den Nachsatz »im Gegensatz zu Joomla« schreiben. Ich möchte gar nicht wissen, wieviele Sicherheitslöcher man sich durch Joomla-Extensions an Bord holen kann, wo Joomla an sich schon recht … schlampig ist. Typolight ist nebenbei komplett in PHP5 geschrieben. Für mich persönlich nicht so gut, da ich mich der objektorienetierten Programmierung nie sonderlich genähert habe, aber für Stabilität, Sicherheit, Zukunftsfähigkeit und Performance sicherlich die richtige Sache. Die Template-Sprache wiederum ist sehr einfach gehalten, macht es ausserdem keinen allzugroßen Aufwand, generische Templates (z.B. von Open Source Web Design) zu implementieren. Was noch den Vorteil hat, dass man »seinen Code« kennt.
So, was fällt mir noch ein? Ach ja: rege Community mit gutem Umgangston, wenige Scriptkiddies, höfliche, professionelle Menschen. Ich hatte bis jetzt noch kein Problem, das dort nicht gelöst werden konnte.
Und ein paar Links natürlich:
- Typolight Website
- Ein paar Screenshots
- Forum
- Showcase mit bereits umgesetzten Projekten
- INET-Robots, Dienstleistungen rund um Typolight
- Leo Feyer, der Programmierer — merci, Leo!
Ah ja: mein Erstlingswerk habe ich jetzt erstmal lokal entwickelt, bei Gelegenheit stelle ich es mal online und teste dabei dann gleich den Backup-Mechanismus. Komisch, mir ist bei der Vorstellung überhaupt nicht bange :)
… ein paar Lesetipps für mich: Zeichnen für Anfänger. Damit stürzt er mich in ein echtes Dilemma: wenn ich besser zeichne, bin ich meinen Titel als Deutschlands schlechtester Comiczeichner los und verschwinde in der Mittelmäßigkeit.
Andererseits: es kann ja nur einen schlechtesten Zeichner geben, also ist die Liste für alle anderen ausser mir wohl lesenswert :)
Das ist mal wieder ein echt spaßig-spannendes Spielzeug von Google: Damit kann man untersuchen, wie Suchanfragen sich über die Zeit entwickeln und wie regional unterschiedlich sie sind. Das wird lustig! Für mich selber hat es leider zu wenige Suchanfragen gegeben, um messbar zu sein :(












