turbobrain

kulturkritik des abendlandes

Archiv: Februar 2011

Bis vor kur­zem dachte ich noch, naja, mal seine Ver­sion hören. Jetzt hat der Gut­ten­berg ges­tern moniert, dass der Tod dreier Sol­da­ten neben der Bericht­er­stat­tung über seine Pla­giate zur Rand­no­tiz ver­kom­men sei. Lie­ber KT: es geht nicht um Euer Durch­laucht kläg­li­chen Ver­such, das Selbst­wert­ge­fühl mit einem Titel auf­zu­pols­tern. Es geht um einen betrü­gen­den Bun­des­mi­nis­ter. Und das — mit Ver­laub — hat sehr wohl die volle Auf­merk­sam­keit der Presse ver­dient. Geht es noch erbärm­li­cher? Ja, sicher: Ber­lus­coni und Gad­dafi. In der Reihenfolge.

Was aber fast noch schlim­mer ist: das Wahl­volk küm­merts nicht! Da betrügt ein Minis­ter zu sei­nem eige­nen, pri­va­ten Vor­teil — und wird nach wie vor als Kanz­ler gehan­delt? Und über Ber­lus­coni regt man sich auf … Mir ist klar, dass ins­be­son­dere der Bayer gerne dem Spruch zuneigt: »a Hund is er schon!« und das ganze als sku­rile Rand­no­tiz abtun möchte. Aber bringt der Stamm­tisch­bru­der den Spruch immer noch, wenn gegen einen mit ner grö­ße­ren Klappe und gefälsch­tem Zeug­nis den Kür­ze­ren zieht?

1 Kommentar

… dass die Deut­sche Bahn über die GDL schimpft. Nun, diese Nach­richt dürfte nie­man­den über­ra­schen. Pas­siert nicht oft, dass meine Sym­pa­thien der Deut­schen Bahn gel­ten. Daher hal­tet euch fest: ich schimpfe auch über die GDL! Inter­es­siert Euch nicht? So what …

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Tut mir leid, ich muss mal wie­der ätzen. Heute mor­gen im Radio, zuerst der ner­vige Spruch: »… dies wurde aus Krei­sen bekannt«. Nennt mich alt­mo­disch — aber das ist maul­faul. Frü­her hieß das mal »wie aus gewöhn­lich gut unter­rich­te­ten Krei­sen bekannt wurde …«  - war zwar damals schon Ver­le­gen­heits­deutsch, ergab aber wenigs­tens ansatz­weise einen Sinn (ja, nicht »machte Sinn«!).

Noch viel schlim­mer ist das hier: »… nah­men die Arbeits­lo­sen um 2 % zu.« Aha. Wer vor­her 100 Kilo wog, wiegt jetzt also 102 Kilo. Ich wollte mich schon erei­fern: die sol­len arbei­ten gehen, nicht fressen! — aber halt: das sollte hei­ßen: »… nahm die Zahl der Arbeits­lo­sen um 2 % zu«.

Braucht man als Redak­teur heute wirk­lich kein Sprach­ge­fühl mehr?

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