… dass die Deutsche Bahn über die GDL schimpft. Nun, diese Nachricht dürfte niemanden überraschen. Passiert nicht oft, dass meine Sympathien der Deutschen Bahn gelten. Daher haltet euch fest: ich schimpfe auch über die GDL! Interessiert Euch nicht? So what …
Kategorie-Archiv: Big Business
Eric Schmidt
Hm. Ich mache das ja in Diskussionen auch manchmal: eine extreme Position in den Raum werfen, da sich manchmal anhand solcher “Kampfthesen” Denkblockaden lösen. Aber das ist schon ziemlicher Schwachsinn, sollte die Idee mit dem “Namen ändern bei Erreichen der Volljährigkeit” ernst gemeint sein. Mal völlig davon unabhängig, dass dies bei ewigen Spielkindern wie mir, die auch nach der Pubertät noch ziemlich viel Blödsinn angestellt haben (und es noch tun …) absolut nichts nützen würde.
Der Rest des Gesagten deckt sich mit meiner Einschätzung:
- Google wäre schön blöd, wenn sie Blödsinn mit den erhobenen Daten anstellen würden
- Google ist sich seiner Verantwortung durchaus bewusst. Gut, Glaubenssache, gebe ich zu.
Das iPad …
… wird aktuell von vielen kritisiert, weil die Summe seiner Einzelteile so viel billiger ist, als der Verkaufspreis des Endprodukts. Wer mich kennt (oder hin und wieder diesen Blog liest) wird mich nun auf Seiten der Kritiker vermuten – diese Erwartungshaltung muss ich indes herb entäuschen: Apple hat nie behauptet, ein Wohlfahrtsverein zu sein, und exakt so funktioniert die Wirtschaft: ich kaufe preiswerter ein, als ich verkaufe. Ganz nebenbei kostet es auch eine Kleinigkeit, herauszufinden,wie man die Einzelteile so zusammenbastelt, dass etwas herauskommt, was viele Menschen unbedingt haben wollen (man nennt das “Entwicklung” und “Marktforschung”).
Was mich schon wieder mehr auf die Palme bringt: der Deal mit Amazon, denn der wird darauf hinauslaufen, dass ich auch künftig viele Bücher nicht im ePub-Format bekomme, sondern mir entweder einen häßlichen Kindle oder eben ein iPad kaufen muss.
Apple kann man …
… hassen, lieben, ignorieren, was auch immer. Aber sie jetzt, wo wirklich jeder Depp ein iPhone hermuschleppt, als Marke für Individualisten zu bezeichnen, ist genauso bescheuert, wie bei einem Audi A4.
Eine personalisierte Landingpage
Soweit normal: ein normaler Newsletter einer Online-Druckerei mit Produktangeboten. Da ich eh schon überlegt hatte, mir mal Notizblöcke mit meinem Logo drauf zu machen, klicke ich auf “Notizblöcke”. Auch noch normal: dass man dort mit Namen begrüsst wird. Aber was ich zum ersten Mal gesehen habe: einige Designvorschläge für Notizblöcke, in denen mein Name auch schon drin ist. Da ich Kunde bei denen bin und auch den Newsletter explizit bestellt hatte, finde ich das gar nicht mal so uncool …
IT-Gipfel nochmal: Live im Internet
Aus einer Pressemeldung des Hasso-Plattner-Instituts:
Potsdam/Stuttgart. Den nationalen IT-Gipfel in Stuttgart haben am Dienstag, 8. Dezember 2009, fünfmal mehr Teilnehmer live auf der Internet-Diskussionsplattform www.it-gipfelblog.de verfolgt als persönlich vor Ort. Das teilte das Potsdamer Hasso-Plattner-Institut (HPI) am Mittwoch mit. Es hatte ein solches Spitzentreffen im Auftrag der Bundesregierung erstmals auch live übertragen und dabei 4.000 Nutzer registriert. Auf die zusätzlich angebotenen Video-Podcasts vom IT-Gipfel wurde bislang mehr als 30.000 Mal zugegriffen.
Seilschaften – nicht das beste Bild
Aktuell findet ja der IT-Gipel in Stuttgart statt. Gestern ging eine Pressemeldung herum, in der sich ein paar Leute zum Thema ausgelassen haben. Unter anderem kam diese Aussage (Zitat von heise.de, Link zum ganzen Artikel):
Ohne Klagen kommt die Deutsche Telekom aus. Für den TK-Konzern sind die Gipfelverprechen keine leeren Worte. Besonders das De-Mail-System zeige als positives Gipfelbeispiel, wie die Seilschaften am Berg ein konkretes Produkt realisieren können, das allen Beteilgten, Bürgern wie Behörden, einen echten Nutzen bringe.
Jetzt mal völlig unabhängig vom Inhaltlichen: als einer der Hauptprofiteure der Vergabetöpfe von “Seilschaften” zu sprechen, ist schon arg gewagt …
Die Musikindustrie …
… hatte eine schlechte und eine gute Idee.
Die schlechte: einen Anwalt der Gegenseite zu verklagen, der in seinem Blog “Recording Industry vs The People” hämische Artikel schreibt. Die Anklage lautete sinngemäß auf Überschreiten ethischer Grenzen. Freispruch.
Die gute: warum immer CDs pressen, es gibt doch in China USB-Sticks billig und in jeder Form zu kaufen? Der hier gefällt mir besonders – passt natürlich nicht zu jedem Künstler :)
Warum ich Apple nicht mag.
Zugegeben: Apple hat (meist) ein geiles Design. Die Reduktion auf die pure Funktion gelingt fast so gut wie bei Google und die Firma hat eine perfekte Vermarktung, perfektes Gespür für den richtigen Zeitpunkt, eine Innovation in den Massenmarkt zu werfen.
Aber:
- Apple steuert auf ein fieses Monopol zu. Verschmähte Google Voice-Apps: Anruf aus Cupertino sorgt für Gänsehaut
- Wo immer das Monopol bedroht ist, wehrt sich Apple mit allen fairen und unfairen Mitteln, mit Klauen, Zähnen und (Pseudo-)Patenten. Ohne fremde Patente zu respektieren, und wenn man ein fremdes Patent zur Kenntis nimmt, dann nur mit Klagen, bis dem Patent-Inhaber die Luft ausgeht.
- Apple zockt Musikkäufer ab. Mal ehrlich: das Zeug aus dem iTunes-Store ist doch heillos überteuert. Als eine CD zehn Euro gekostet hat, war da ja immerhin ein Stück Plastik mit Papier und noch mehr Plastik drumherum herzustellen und durch die Gegend zu schippern. Da sind 99 Cents für eine virtuelle Ware, die ich nicht mal uneingeschränkt benutzen darf, einfach eine Frechheit. Irgendwo im Netz habe ich mal eine kreative, wenngleich etwas anarchische Methode der Gegenwehr gelesen: die Musik irgendwo piratenmäßig herunterladen und der Band anonym Briefmarken im Gegenwert von zwei Euro schicken – da haben alle was davon.
- Um noch ein paar Buzzwords zu strapazieren: Apple ist verdammt Closed-Source, Old-School und nutzt Web 2.0 nur dafür, noch mehr Kohle zu verdienen. Gegen letzteres ist eigentlich nichts einzuwenden, aber wie bei Ackermanns 25 % Umsatzrendite habe ich halt bei Apple immer das Gefühl, dass es unanständig viel ist, weil am anderen Ende der virtuellen Ladentheke Leute abgezockt werden. Immerhin so elegant, dass es die wenigsten davon merken – was auch eine Leistung ist.
- Ist noch gar nicht so lange her, da hat es der vermeintliche Liebling der Alternativen mit dem Thema Ökologie und Nachhaltigkeit nicht so genau genommen, zumindest, soweit es Greenpeace betraf. Mittlerweile haben die wohl aufgeholt, aber ich bin davon überzeugt, dass dies nur aufgrund von Marktstudien geschehen ist, die einen Umsatzeinbruch bei der Kernzielgruppen prognostiziert haben, wenn man nicht “grüner” wird.
Noch ein paar Links:
- Patent-, Copyright- und Monopolklagen – Apple kriegt Ärger
- Spasseshalber mal www.apple-hasser.de eingeben – hat Apple kassiert – wobei ich das jetzt aber verstehe, das ist eine klare Merkenrechtsverletzung.
- Ähnlich gelagert, aber erfolgreicher: crApple.de. Hier gefällt mir zum Beispiel der hier recht gut.
- Und noch der Apple-Hass-Thread im Hacker-Forum
Altes hier im Blog zu Apple:
Deutsche Bank und Sal. Oppenheim
Laut eigener Pressemeldung von gestern bestätigt die Deutsche Bank Gespräche über eine strategische Partnerschaft mit der Sal. Oppenheim Gruppe.
Hierzu hat die Deutsche Bank ein unverbindliches Angebot hinsichtlich einer Kapitalbeteiligung an der Sal. Oppenheim abgegeben. Über die Höhe der Beteiligung steht nichts in der Pressemeldung, ich würde mal vermuten, das ist nur ein erster Schritt. Sal. Oppenheim ermöglicht der Deutschen Bank in diesem Zusammenhang eine Due Diligence – also letztlich ein “in-die-Bücher-kucken”.
Die strategische Partnerschaft hat das Ziel, den Kunden von Sal. Oppenheim Zugang zum globalen Netzwerk der Deutschen Bank zu ermöglichen und die Position der Deutschen Bank im gehobenen Privatkundengeschäft vor allem in Deutschland zu stärken.
Ich muss ganz ehrlich sein: ich habe keine wirkliche Ahnung, was das alles bedeutet. “Gehobenes Privatkundengeschäft” hört sich nach Schiffsbeteiligungen und anderem Kram an, Sal. Oppenheim – für mich als Laie – wie ein gefühlter Leidensgenosse der Lehman Brothers. Beim Lesen ist mir aber klar geworden, dass ich ziemlich froh um meine provinzielle, genossenschaftliche und unmoderne VR-Bank bin.