Kategorie-Archiv: Kultur

Journalisten-Geblubber

Tut mir leid, ich muss mal wieder ätzen. Heute morgen im Radio, zuerst der nervige Spruch: “… dies wurde aus Kreisen bekannt”. Nennt mich altmodisch – aber das ist maulfaul. Früher hieß das mal “wie aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen bekannt wurde …”  - war zwar damals schon Verlegenheitsdeutsch, ergab aber wenigstens ansatzweise einen Sinn (ja, nicht “machte Sinn”!).

Noch viel schlimmer ist das hier: “… nahmen die Arbeitslosen um 2 % zu.” Aha. Wer vorher 100 Kilo wog, wiegt jetzt also 102 Kilo. Ich wollte mich schon ereifern: die sollen arbeiten gehen, nicht fressen! – aber halt: das sollte heißen: “… nahm die Zahl der Arbeitslosen um 2 % zu”.

Braucht man als Redakteur heute wirklich kein Sprachgefühl mehr?

Warum ich im Auto B5 höre …

… ist mir heute morgen schlagartig klar geworden: die Werbung ist da nicht so bescheuert wie auf den anderen Kanälen, zumindest nicht so laut und grell*. Normalerweise. Klar wurde es mir durch die Ausnahme heute morgen: da denkt man an nichts Schlechtes und plötzlich grölt einem auch auf B5 der Mario Barth irgendwas vom Media-Markts ins Ohr  - fail!

*) Was sicher auch bedeutet, dass ich unaufhaltsam älter werde …

Mad?

Ich bin angemessen verwirrt: gibt es @mad_magazin wieder oder immer noch? Lange nicht gesehene, aber wahrscheinlich legens die im Kioskbetreiber, Supermarkt-Regaleinräumer und Buchladen-der-eh-bald-zumacht-Mitarbeiterinnen immer zum Kinderkram, wo es nun mal überhaupt nicht hingehört: genau wie Batman-Comics ist das Erwachsenenzeug, und sollte daher eher ganz nach oben neben die nackte Revue und den Playboy, wo ich halt immer nach neuem Lesestoff kucke.

Ihr könnt mich alle am Arsch lecken!

Dieses Video ist aus einem mir völlig unbekannten Film namens “Network” von 1972. Macht mich ziemlich neugierig. Jedenfalls scheint sich dieser Ausschnitt zu einem inoffiziellen Wahlkampf-Spot der Piraten zu entwickeln. Mittlerweile gibt es auch eine Techno-Version davon, hier noch der Link zur amerikanischen Version. Dort heißt es nicht ganz so drastisch: “I am mad as hell!”

Zeigen tut der Ausschnitt zweierlei: das Medium ist egal, denn die Menschen nutzen, manipulieren, werden manipuliert, begeistert, schockiert, was auch immer, und zwar völlig unabhängig vom Medium. Und: offensichtlich scheint jede Zeit die schlechtest-denkbare zu sein. Genauso, wie die Jugend von heute immer schlimmer ist, als die eigene. Ich glaube, ich muss morgen mal wieder auf die Lego-Website oder TED kucken, der Kultur-Pessimismus hat mich mal wieder voll erwischt.

Danke an @frankkleinert für den Tipp!

Tradition

Das Wort treibt mich zur Zeit ein bisserl um. Habe gerade einen schönen Satz dazu gehört:

Tradition ist nicht das Bewahren der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme.

Noch einer: Star Trek

Fast alles wurde schon gesagt und wird hier von mir nur kurz bestätigt: wohltuende Anleihen bei Star-Wars, überraschend passable Schauspieler, eine eigentlich recht dröge Story (wenn man es genau nimmt, exakt die gleiche wie im letzten Teil, nur dass da der Nero Shinzon [oder so] hieß), aber Wurscht: geile Action und eine erstaunliche Vertrautheit mit den Charakteren (für “uns” Trekkies, that is).

Was mich allerdings gewundert hat:

  • Dafür, dass J.J. nach eigenem Bekunden kein Trekkie ist, gibbet erstaunlich viele Zitate und Anspielungen. Hatte wohl gute Berater. So ein paar Millionen davon.
  • Mir wurde endlich klar, warum ich Kirk vorher nie gemocht hatte: lag an Shatner. Hm. Bei Picard ist es im Nachhinein exakt umgekehrt.

Und in London schau´ ich ihn mir auch nochmal an :)

Lieber William Shatner …

… die Tatsache, dass George Takei Dich nicht zu seiner Hochzeit eingeladen hat, ist ziemlich sicher nicht auf eine Psychose seinerseits zurückzuführen. Meine Vermutung geht eher dahin, dass er Dich einfach nicht mag. Was insofern plausibel wäre, als Dich keiner mag.