turbobrain

kulturkritik des abendlandes

Kategorie: Politik

sind eigent­lich weni­ger die genauen Ent­glei­sun­gen, die Du Dir geleis­tet hast: jeder hat das Recht, mal ver­bal in die Suppe zu hauen, alleine schon aus Grün­den der Psycho-Hygiene. Aber mal ehr­lich: dass macht man doch dann ent­we­der im stil­len Käm­mer­lein oder vor Leu­ten, denen man wirk­lich ver­traut (was bei Dir im Nach­hin­ein betrach­tet wohl auf das Glei­che her­aus­kom­men dürfte, aber hin­ter­her ist man immer schlauer …). Denn Ent­schul­di­gun­gen hel­fen jetzt nichts mehr, auch wenn Obama Dir nur ein »geh‹ schon, klei­ner Rabauke« mit­ge­ben würde: Du hast das Amt belei­digt — und wer das tut, isst auch kleine afgha­ni­sche Kinder.

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Viele Men­schen sind ja mit Ihnen einer Mei­nung, dass Kreuze nix in Schul­zim­mern ver­lo­ren haben. So zum Bei­spiel ich. Aber haben Sie denn ernst­haft geglaubt, dass man das als CDU-Mitglied laut sagen darf? Als ange­hende Minis­te­rin oben­drein? Oder, dass Ihnen noch jemand zuhört, wenn Sie im nächs­ten Satz auch das glei­che über andere reli­giöse Sym­bole, wie etwa Kopf­tü­cher sagen? Ohne Sie jetzt näher zu ken­nen, wage ich mal die Behaup­tung, dass Sie so naiv nicht sind und hefte es als PR-Gag ab. Denn jetzt kennt wirk­lich jeder Ihren Namen, der heute den Tag nicht unter einem Stein ver­bracht hat. Respekt schon mal davor.

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Noch­mal alle Tweets von ges­tern zum Nachlesen.

Was wäh­len? CDU ist ein­fach fad uns steht für: wei­ter so. CSU ist nur zum Revoluzzer-Besänftigen da: glit­zert ein bis­serl gegen die Piraten.

SPD? Nö. Stein­meier könnt grad auch in der CDU sein. Stein­brück und Gabriel: super, aber die lan­den irgendwo in der EU-Kommission.

Grüne: meine ehe­ma­lige Par­tei der Her­zen. Die aktu­elle Kaum-Wahrnehmbarkeit deute ich als poli­ti­sches Kal­kül. #fail.

Linke: nö. sorry.

Über die NPD brau­chen wir nicht reden. Wer trotz­dem mag, kann mich gerne besu­chen kommen.

Was haben wir noch: Pira­ten. Meine neue Par­tei der Her­zen, die ich trotz­dem nicht wähle. Ein­fach zu einseitig.

Bleibt: FDP. Die ver­kannte Par­tei (bitte Par­tei­pro­gramm lesen!) Gut, die Anbie­de­rei bei der Frau Mer­kel könnte ein wenig dezen­ter ausfallen.

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Die Wahl ist ja nun wirk­lich bald, und die Dra­ma­tis Per­sonae machen es uns nicht wirk­lich ein­fach: die einen machen Wahl­kampf, und kei­ner hört zu, die ande­ren machen kei­nen Wahl­kampf und sit­zen es irgend­wie aus (allein dafür gehört Madame eigent­lich abge­wählt …) und wie­der andere brül­len eigen­ar­tige Paro­len ins Land, die auch kei­ner recht ver­steht. Was oft ver­ges­sen wird: an der Basis gibt es sie noch, die Enga­gier­ten, Kämp­fer, die Über­zeug­ten, Glaub­wür­di­gen … da habe ich bei fast allen Par­teien wel­che gefun­den, die ich per­sön­lich fast wäh­len würde (aus­ge­nom­men jeweils, ihr wisst schon, wel­che Farbe hin­ten her­aus­kommt, wenn man alle ande­ren Far­ben zuammenrührt …).

wahlomatWer ihn noch nicht hat: der Link zum Wahl-O-Mat; bei mir gab es ein durch­wach­se­nes, wenn­gleich nicht völ­lig uner­war­te­tes Ergeb­nis: fast gleich­auf FDP, Pira­ten und Grüne, im Mit­tel­feld die zwei »gro­ßen«, dann lange nichts, dann LINKE — und die NPD habe ich erst gar nicht antre­ten lassen.

abgeordnetenwatchAbge­ord­ne­ten­watch hat erst heute eine Art Wahl-O-Mat für ein­zelne Abge­ord­nete gestar­tet — ganz inter­es­sant, aber ich bin nicht sicher, wie genau das Din­gens ist und woher die kon­kre­ten Ant­wor­ten stam­men. Ich bin näm­lich nicht ganz sicher, ob »mein« CSU-Abgeordneter wirk­lich kein Pro­blem mit Stammzellenforschung.

wahlGerade per Google gefun­den: eine Art Twitter-Radar für Par­teien und ein­zelne Poli­ti­ker unter der Domain wahl.de. Auch andere Social-Media-Aktivitäten wer­den erfasst, aber Twit­ter ist schon die Haupt­quelle. Spart viel Such­ar­beit! Gar nicht uncool (@Boris: lass´ uns sowas für Ban­ken bauen, was meinst Du?)

Nach­züg­ler am 8.89.2009:

google-wahlTante Google hat jetzt auch etwas, was auf den ers­ten Blick recht inter­es­sant aus­sieht. Basie­ren tut das ganze auf dem bekann­ten Google insights, also letzt­lich auf einer nor­ma­li­sier­ten Sicht auf die Zahl der Such­vor­gänge zu den jewei­li­gen Par­teien und Kan­di­da­ten. Als zusätz­li­che Spie­le­rei, um den »Buzz« zu ver­fol­gen ganz nett …

So, und wel­che Aus­rede gibt es jetzt noch, nicht wäh­len zu gehen?

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Na, das geht ja schon mal gut los: wäh­rend man sich bei den ande­ren nur ein Akro­nym mer­ken muss oder zumin­dest ein Wort ohne Umlaut, haben es die Bündnis90dieGrünen hart. Wobei ich immer­hin gleich auf Anhieb getrof­fen habe mit www.gruene.de (war/ist das Bünd­nis 90 da nicht sauer?!). Geht mal nicht in die Wer­tung ein, dafür kön­nen se ja nun mal nix. Auch Inhalte blei­ben aus­sen vor, da gibt es zum Bei­spiel bei Golem etwas zu lesen.

Der erste Eindruck

gruene1_homepageEin fet­tes, durch­ge­stri­che­nes Haken­kreuz oder ein bana­nen­far­bi­ges Fass dort, wo auf noma­len Por­ta­len die teu­ren Anzei­gen sind. Auf Anhieb fällt es schwer, eine Ord­nung aus­zu­ma­chen — wenn­gleich eine da ist. Der oberste Block trägt das Logo, eine pro­mi­nente und breite Such­maske (gut so!) und einen mar­ki­gen Sinn­spruch, Claim auf neu­deutsch. Durch die Schat­tie­rung und die Struk­tur im Claim wirkt die ganze Web­site etwas … schmut­zig, posi­tiv for­mu­liert würde man wohl »Grunge-Design« sagen. Dar­un­ter sau­sen aktu­elle The­men Flash-animiert durchs Bild, ein wenig zu hek­tisch, für mei­nen Geschmack. Dann erst, so hat man den Ein­druck, geht die Web­site erst rich­tig los, ist so etwas wie eine Navi­ga­tion zu bemer­ken. Irgend­wie hat man das Gefühl schlech­ter Platzausnutzung.

Bis auf die andere Anord­nung ist aber dann gar nicht soviel anders als bei der Kon­kur­renz: ein (hier beschei­de­ner aus­ge­führ­ter) Bereich für die Stim­mung, einer für aktu­elle The­men, einer für Aktio­nen und viele bunte Bil­der. Etwas ruhi­ger wird es erst auf der drit­ten Ebene, aber auch hier sind neben dem Text viel zu viele bunte Bil­der, die wie Ban­ner wir­ken und um Auf­merk­sam­keit hei­schen. Viel­leicht werde ich alt, aber ich über­for­dert das ganz ehr­lich: too much!

For­mal habe ich zu bekrit­teln, dass die Inhalte, die den Unter­schied zwi­schen zwei belie­bi­gen Sei­ten aus­ma­chen, manch­mal ein­fach unter­ge­hen. Man klickt, auf den ers­ten Blick ist alles gleich (hau­fen­weise bunte Bil­der im rech­ten Bereich), nur gaaaanz links ändert sich der Text. Mag auch mit mei­ner Marotte zu tun haben, dass ich den Brow­ser auf Voll­bild habe und die Web­site ganz links »pappt«.

Ver­söh­nen tut mich dann wie­der die Mini-Sitemap nach Art eini­ger Blogs als »Fuß­zeile«. Damit kön­nen auch alte Kna­cker wie ich mit kur­zer Aufmerksamkeits-Spanne etwas anfangen.

Social-Media-Kram

gruene3_streamKeine voll­mun­di­gen Logos, dafür eine Art Lifestream, in dem auch die Twitter-Feeds der Par­tei auf­tau­chen. Dort ten­den­zi­ell eher bes­ser als bei den ande­ren: 60 Tweets (seit Ende Juli), viele Ant­wor­ten auf Fra­gen (es wird also nicht nur gesen­det), 751 Fol­lo­wer (soviel wie die CSU …) und  immer­hin 1.005 Ver­folgte — Respekt. Rand­no­tiz: in der Liste der Fol­lo­wer habe ich @gruene_piraten gefun­den — wie das wohl zusammengeht?

Basis­de­mo­kra­tie?

In man­cher­lei Hin­sicht wirkt der Auf­tritt zusam­men­ge­schus­tert, als wären viele Ideen, die eigent­lich nicht zusam­men­ge­hen unbe­dingt zusam­men­ge­hend gemacht wor­den. Viel­leicht spie­gelt das die Absicht der Macher wider, Viel­falt zu zei­gen. Oder es musste halt viele Leute gefragt wer­den, was »drauf« soll. Immer­hin hat es für einen Gra­fi­ker gereicht, der dem gan­zen Wust immer­hin den Anschein einer ein­heit­li­chen Gra­fik­spra­che gibt.

Das gefürch­tete Peterchen-Ranking

Ich bin wohl ein­fach zu alt für den Scheiß …

Peterchen-Rating: 2 von 5 (naja)

Peterchen-Rating: 2 von 5 (naja)

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Über die Albern­heit, mich über­haupt mit zwei Web-Auftritten aus­ein­an­der­set­zen zu müs­sen, habe ich ja bei der CDU schon geschrie­ben. Wenn ich mir das Geplän­kel zwi­schen Angie und Horst der letz­ten Tage so durch den Kopf gehen lasse, bin ich gerne bereit zuzu­ge­ben, dass die Tei­lung auch psy­cho­lo­gi­sche Vor­teile haben könnte, so in der Art »guter Cop — böser Cop« … aber das ist ja nicht das Thema hier. Für Neu­linge: das geht hier recht zwang­los ab, es geht ein­zig allein um meine Mei­nung — und die ver­stösst gerne mal gegen Lehr-Meinungen.

Aaalso: der erste Eindruck

Startseite der CSU mit Abbildung von Horst SeehoferAuf­ge­räumt. Sau­ber. Ordent­lich. Zuviel Horst am Anfang. Ansons­ten kom­men Men­schen nur als Staf­fage vor, ein­mal als »halt-notgedrungen-auch-da-Gewusel« im Bun­des­tag und ein­mal als glück­li­che Stock-Image-Familie (wobei er schon ein arg zer­knit­ter­tes Hemd hat, viel­leicht doch kein Stock-Image …). Obwohl der pro­mi­nente Bereich in der Mitte mit Flash gemacht wurde, ist er sta­tisch, bleibt ein­fach bei Horst ste­hen. Dass man dies auch dezent-dynamisch hin­be­kommt, haben die poli­ti­schen Geg­ner und Freunde bewiesen.

Unser!

csu2Gut gefällt mir auf den ers­ten Blick die linke Navi­ga­tion, da sie text­lich ein wenig vom Ein­heits­brei abweicht. Beim zwei­ten Durch­lauf bleibt hän­gen »Unser … Unser …Unser« — das ist wie »Meins-Meins-Meins« bei die­sen Zeichentrick-Möwen. Ich würde das noch­mal über­den­ken … klar, Selbst­be­wusst­sein, und so. Aber man kann es auch übertreiben.

Social-Media-Kram

Mein Blick schweift nach unten: löb­lich der ganze Social-Media-Kram, genauso ange­ord­net wie bei der SPD in dezen­tem Grau-auf-Grau.Ein kur­zer Blick in den Twitter-Stream: 392 Tweeds, was ordent­lich ist (wenn man es noch nicht so lange macht, jeden­falls …), 529 Fol­lo­wer, was für eine Par­tei zur Bun­des­tags­wahl, nun ja, nicht sooo beson­ders ist, und 21 »Ver­folgte«, was auch bei viel gutem Wil­len unter­ir­disch ist. Die CSU wäre gut bera­ten gewe­sen, es lie­ber gleich blei­ben zu las­sen, das mit die­sem Twitter-Kram.

Die RSS-Funktion ist durch­wach­sen — auf vie­len Sei­ten ist zwar ein CMS-generierter But­ton vor­han­den, meist ist aber der Feed dann leer. Was fehlt, ist eine redak­tio­nelle Über­sicht über die ange­bo­te­nen Feeds.

Kruschtel-Gemecker

Vor Angli­zis­men hat man hier weni­ger Angst, die Site­map, das Medi­en­cen­ter, CSUnity .. flutscht alles ganz leicht von der Feder.

csu3Oben sind zwei But­tons, die irgend­et­was mit Bar­rie­re­frei­heit zu tun haben könn­ten. Der eine stellt tat­säch­lich den ziem­lich dun­kel­grauen Text auf schwarz, der andere soll wohl die Schrift­größe ändern, was er bei mir aber nicht tut. Wie gesagt, das hier ist kein fai­rer Test, des­we­gen werde ich jetzt nicht kucken, ob es bei irgend­ei­nem ande­ren Brow­ser geht.

csu.de — ist der Link auf die Start­seite.  Sollte man auch hin­schrei­ben, mit die­sem neu­mo­di­schen title-Attribut, denn es könnte ja auch der Konservativ-Auftritt dahin­ter­ste­cken, wie bei CDU und SPD

Man kann sich anmel­den  — wozu? Keine Ahnung. Viel­leicht zu dem CSUnity-Zeug, was immer das auch sein mag. Mal mit der Maus drü­ber — ach, die Kol­le­gen Web­de­si­gner wis­sen ja, wie man ein title-Attribut befüllt?! Warum tun sie es dann nicht über­all? Ein Online-Stammtisch der CSU — huiuiui! Wenn das nicht Syn­these aus klas­sich und modern ist — Lap­top und Leder­ho­sen im Web-2.0-Zeitalter!

Tag-Cloud auf CSU-WebsiteAuf den Unter­sei­ten eine eigen­ar­tige Navi­ga­tion und Schlag­wör­ter in Gestalt einer Tag-Cloud. Die sich nur auf die jewei­lige Seite bezie­hen. Ich bin mir sel­ber noch nicht ganz schlüs­sig, ob das eine genial gute oder eine sau­dumme Idee ist, ten­diere aber zu letz­te­rem. Wobei: wenn die Tags kon­se­quent ver­ge­ben wer­den wür­den (was sie nicht wer­den), könnte das Ding als Hilfe für Quer­le­ser die­nen … ne, ich ent­scheide mich für saudumm.

Immer­hin deu­tet der Abbin­der dar­auf hin, dass Mit­glie­der der CSUinity Arti­kel kom­men­tie­ren kön­nen, wenn­gleich nicht alle. Beim Durch­kli­cken habe ich auch keine Seite gefun­den, bei der ein Kom­men­tar gewe­sen wäre, viel­leicht sehen die auch nur Stammtisch-Mitglieder.

Das gefürch­tete Peterchen-Ranking

Vor der Wer­tung noch kurz der Hin­weis (bei kei­nem Web-Check nöti­ger als hier): ein posi­ti­ves Urteil nicht bedeu­tet, dass ich die Par­tei wähle …

Jeden­falls: fängt stark an (ers­ter Ein­druck) und ver­saut es in den Details. Ich kann es mir nicht ver­knei­fen: wie der Auf­tritt auf der poli­ti­schen Bühne.

peterchen-rating_3-von5

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Die The­men­stel­lung zwingt mich, mir Gedan­ken zu machen, wel­che Web­site ich mir anschaue: die der CDU? Die der CSU? Oder gibt es so etwas wie eine gemein­same Wahl­kampf­seite? Mal schauen, was Tante Google sagt: Ahja, eine

Web­site der gemein­sa­men Bundestagsfraktion

Hier ist von der Wahl wenig bis gar nix zu mer­ken. Klas­si­sches, unauf­ge­reg­tes Por­tal, gestal­te­risch halb­wegs auf der Höhe. Man könnte viel­leicht an der einen oder ande­ren Stelle dem Auge ein wenig Weiß­raum zur Erho­lung gön­nen. Ein bis­serl Social-Media-Zeugs in Form des Pod­casts »iKau­der«. Das ist fast schon wit­zig. Und eine Wort­wolke! Dass eine kon­ser­va­tive Par­tei auf den Angli­zis­mus »Tag-Cloud« ver­zich­ten mag, sei ver­zie­hen (wenn ich ehr­lich bin, regt mich der Begriff [und einige andere] auch lang­sam auf).

Da hier der Wahl­kampf offen­sicht­lich nicht statt­fin­det, muss ich wohl oder übel noch zwei Web­sites anschauen. Ich könnte mir vor­stel­len, dass es auch poli­ti­sche Part­ner und Geg­ner der Union nervt, sich immer mit zwei Posi­tio­nen, Aus­sa­gen, Per­so­nen, Par­tei­chefs … her­um­zu­schla­gen. Wird viel­leicht Zeit, den baye­ri­schen Son­der­weg irgend­wann auf­zu­ge­ben. Kos­tet ja auch alles Geld, nä? Jeden­falls: heute die CDU, mor­gen die CSU, ein­ver­stan­den? So oder so gibt es hier nur Mecke­reien zur Web­site, zu den Inhal­ten kann man hier bei Golem lesen.

Die CDU

cdu… hoppla! Ein Klon der SPD (oder anders­herum, tut nichts zur Sache, wer von wem abge­kuckt hat), ein bis­serl bun­ter und die Ban­ner anders ange­ord­net, aber fast die glei­che Infor­ma­ti­ons­ar­chi­tek­tur. Wirkt aber sub­jek­tiv auf mich ein wenig auf­ge­räum­ter. Die Navi­ga­tion ist hier rechts, wohl um die pla­ka­ti­ven Bild­mo­tive wir­ken zu las­sen. Sie rea­giert unnö­tig hek­tisch bei Maus­be­rüh­rung, wenn sich unter einem Haupt­punkt Unter­punkte ver­ste­cken. Da dies nicht bei jedem Haupt­punkt der Fall ist, erschließt sich das Kon­zept nicht gleich und ver­wirrt anfangs: mal pas­siert was bei Maus­be­rüh­rung, mal nicht.

Aviary cdu-de Picture 2Was ich eher weni­ger mag (ist aber ein häu­fi­ger »Feh­ler«): Wenn Ziel­grup­pen mit dem Holz­ham­mer ange­spro­chen wer­den, also direkt mit dem Wort »Ziel­gruppe«. Das Wort sollte im Fach­jar­gon der Mar­ke­ting­fuz­zis blei­ben (und eigent­lich auch dort lang­sam aus­ster­ben) und hat in der Kom­mu­ni­ka­tion mit dem End­kun­den nichts verloren.

Von Social-Media-Feigenblättern ist auf der Web­sites auch auf den zwei­ten Blick nichts zu sehen. Das wird in die Wer­tung nicht ein­flie­ßen, denn im Zwei­fel ist es wohl kon­se­quen­ter dar­auf zu ver­zich­ten, als es zwar anzu­bie­ten, aber letz­lich keine Ahnung davon zu haben. Die Par­teien, die den Twitter-Kram auf zwar der Home­page haben, müs­sen jeden­falls auch erst den Beweis antre­ten, dass sie es draufhaben.

Aviary cdu-de Picture 1Ha! Auch die Schwar­zen haben zwei Web­sites: die alt­mo­di­sche klas­si­sche­Ver­sion wird aber bes­ser getarnt als bei den Sozen: hier heißt die moderne Ver­sion »Kampagnen-Website« und die klas­si­sche ist die »Par­tei­seite«. Was mir im Ver­gleich zur SPD fehlt, ist eine »rich­tige« Navi­ga­tion, aber da bin ich viel­leicht nur alt­mo­disch. Was bes­ser ist: das Farb­klima wirkt auf mich auf­ge­räum­ter und wär­mer. Ins­ge­samt neh­men sie sich nichts.

Das gefürch­tete Peterchen-Ranking

Naja, zieht keine Wurst vom Teller.

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Aviary spd-de Picture 8Nach­dem der Wahl­kampf — zumin­dest gefühlt — nicht statt­fin­det, habe ich mal auf den Web­sites der Par­teien nach dem Rech­ten geschaut. Schon erstaun­lich, was da so vor sich geht — und wie­viel Geld da teil­weise ver­senkt inves­tiert wurde. Jeden­falls: ich fasse das Gemurkse als Steil­vor­lage für wun­der­bar sub­jek­ti­ves Bekrit­teln auf und mache eine kleine Serie dar­aus. Den Anfang macht die SPD — bitte nicht als poli­ti­sche Aus­sage wer­ten, hier war ein­fach die Neu­gier am größ­ten: schaf­fen es die Mild-Roten, ihren Web-Wahlkampf genauso zu ver­murk­sen wie den »ech­ten«? Dar­auf, dass die SPD das Netz ernst neh­men, deu­tet jeden­falls die Tat­sa­che hin, dass sie es wirk­lich ver­su­chen, mit einem fast schon moder­nen, teil­weise bar­rie­re­freien, Web-2.0-igen (naja, fast …) Auf­tritt, der hau­fen­weise Geld gekos­tet haben muss.

Ein­fach alles drauf: die Startseite

Aviary spd-de Picture 1So geht es los: rot, kna­ckig, mar­kant — und man sieht, dass man als arbeits­lo­ser Unter­neh­mens­be­ra­ter nur zu einer Par­tei gehen muss, um seine powerpoint-reduzierten Paro­len loszuwerden:

Ansons­ten hübsch auf­ge­räumt, durch den Ajax-Kram bringt man alles unter, ohne, dass es allzu ver­wor­ren ist. Nicht schön, funk­tio­niert aber halbwegs.

Aviary spd-de Picture 5Wer eine »nor­male« Navi­ga­tion sucht, kann links oben kli­cken, dann öffnet sich eine Art Mini-Sitemap. Von der Art, wie sie bei »nor­ma­len« Web­sites die­ses Zuschnitts unter der Haupt­con­tent ist (so wie hier oder bei den Grü­nen). Egal, ist halt ein Effekt.

Die mobile SPD

Aviary spd-de Picture 6

Ein biss­chen wei­ter rechts: eine mobile Vari­ante? Gerne doch! Bei gut gemach­ten Web­sites bie­ten diese eine Essenz des Haupt­auf­trit­tes, so dass ich die mobile Vari­ante oft auch auf dem Desk­top nutze, wenn wenig Zeit ist (Bahn­ver­bin­dung von Aachen nach Zwi­ckau — wer da den Desktop-Auftritt auf­macht, ist sel­ber schuld …).

Hier ist das ganze tech­nisch gut gelöst, es sollte auf allen Han­dys pas­sa­bel ange­zeigt wer­den. Inhalt­lich fokus­siert das tat­säch­lich bes­ser als der Haupt­auf­tritt: Social-Media ist hier schon fast … pro­mi­nent platziert.

Die alter­na­tive Startseite

Aviary spd-de Picture 7Und noch ein wenig wei­ter rechts ver­lässt die Macher der Mut: es gibt eine alter­na­tive Dar­stel­lung, die dann auch Bar­rie­re­frei­heit gelobt. Im Quell­text der Haupt­seite fin­det sich dazu fol­gen­der Hin­weis (ich ver­mute mal, den Text sieht man, wenn man Java­script abgedreht):

Die SPD-Startseite ist in zwei Vari­an­ten ver­füg­bar, die sich optisch und in der Benut­zer­füh­rung unter­schei­den, inhalt­lich aber iden­tisch sind. Die ani­mierte Vari­ante ist mit Ajax rea­li­siert und benö­tigt zur Nut­zung Java­Script sowie einen aktu­el­len Brow­ser. Die alter­na­tive Start­seite ist bar­rie­re­frei und macht die Inhalte über eine kon­ven­tio­nelle Navi­ga­tion zugäng­lich. Sie kön­nen zwi­schen bei­den Vari­an­ten wechseln.

Wenn man das umfor­mu­lie­ren würde, so dass es auch Nicht-Webdesigner ver­ste­hen, wäre es fast sinn­voll. Ich über­setze mal:

Die SPD-Startseite gibt es in zwei Vari­an­ten, die inhalt­lich iden­tisch sind. Die erste fin­den unsere Web­de­si­gner cool, sie ist super-modern und benö­tigt den aller­neu­es­ten Technik-Schnick-Schnack. Für Blinde und unser Genossen-Urgestein haben wir noch eine brauch­bare, aber alt­mo­di­sche und uncoole Variante.

Mann, ich hoffe, man hat der SPD wenigs­tens ein CMS ver­kauft, das beide Vari­an­ten auto­ma­tisch erzeugt, sonst könnte man die Agen­tur auf Kon­spi­ra­tion mit dem Feind ver­kla­gen und hätte mühe­los Erfolg vor jedem Gericht.

So, was ham­mer noch .. aja: die omi­nöse »9«

Aviary spd-de Picture 4Kann mir jemand einen Tipp geben, was die Zahl da bedeu­ten soll (also die »9«)? Ich habe nicht die  geringste Idee. Hier im Word­Press weist mich ein sol­cher Böb­bel auf die Zahl der unmo­de­rier­ten Kom­men­tare hin, oder auf die Zahl der Plugins, die sich wün­schen, upge­da­ted zu wer­den. Aber was soll das hier? Neun unge­le­sene Arti­kel in die­ser Rubrik? Neun Tage bis zur spi­ri­tu­el­len Erleuch­tung Wal­ter Stein­mei­ers? Neun Minis­ter sollt Ihr sein? Neun .…? Hilfe! Das ist ein Rät­sel von der Sorte: schlafe schlecht, wenn ich es nicht herausfinde …

Social-Media-Kram, musste machen, is wichtich!

Aviary spd-de Picture 3So, und zu guter Letzt: Social. Media. Was immer das auch bedeu­ten mag. Auf dem Papier vor­han­den, eine erste Sicht­prü­fung bei Twit­ter ergibt: Immer­hin hat die Par­tei aktu­ell 3.746 Fol­lo­wer — und folgt selbst immer­hin 1.696 — unty­pisch. Ob sie auch liest, sei dahin­ge­stellt, ich werde das mal prü­fen. Ansons­ten sind face­book, Stu­diVZ, flickr und Youtube gebo­ten. Nun ja.

<meta name=»revisit-after« content=»15days« >

Ach und noch ein Ver­wun­derli: das CMS bit­tet Such­ma­schi­nen, doch bitte alle 15 Tage nach­zu­schauen, ob es was Neues gibt. Wird da wirk­lich so sel­ten gebastelt?

Das gefürch­tete Peterchen-Ranking

Trotz allen Geme­ckere: so rich­tig grot­tig finde ich das Ding gar nicht (die Social-Media-Kompetenz lasse ich mal aus­sen vor).

peterchen-rating_3-von5

3 Kommentare

horst-seehoferHabe gerade in den Nach­rich­ten gehört, dass Horst See­ho­fer die Arbeits­agen­tu­ren anwei­sen will, sich beson­ders um die von der Quelle-Insolvenz betrof­fe­nen Neu­ar­beits­lo­sen zu küm­mern. Hört sich nett an, aber in den Ohren aller ande­ren Arbeits­lo­sen muss sich das wie Hohn anhören.

Nach­trag, 28.8.: Jetzt will See­ho­fer auch der Region um den Sitz des Glas­her­stel­lers Nacht­mann beson­dere Auf­merk­sam­keit zuge­dei­hen las­sen. Ich bin gespannt, wer als nächs­tes dran ist. Wenn irgend­wann alle Regio­nen »durch« sind, ist es natür­lich am Ende doch wie­der fair — ich nehme alles zurück, Herr Seehofer!

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bosbachErneut hat sich ein Poli­ti­ker in der Internet-Diskussion zu Wort gemel­det, näm­lich der Herr Bos­bach. Wäh­rend er es unter­lässt, der Dis­kus­sion inhalt­lich neue Aspekte hin­zu­zu­fü­gen (die For­de­rung nach mehr Mit­teln für die Straf­ver­fol­gung ist nicht neu, der »Internet-Ausweis« ist nur ein ande­res Wort für die totale Über­wa­chung), tappt er in die glei­che Falle wie viele Poli­ti­ker vor ihm: näm­lich ein­fach nach­zu­be­ten, was ihm andere vor­ge­kaut haben, ohne es wirk­lich ver­stan­den zu haben: Das Inter­net sei »Quelle für Kri­mi­na­li­tät, Ter­ro­ris­mus und ziem­lich viel Schmutz«. Und genau das ist das Pro­blem: nie­mand würde auf die Idee kom­men, Bücher, Tele­fon oder Fern­se­hen als Quelle für Schmutz zu defi­nie­ren. Denn den Schmutz machen Men­schen, die das Inter­net als Werk­zeug gebrau­chen. Ich denke, auch Extrem­li­be­rale wür­den es gerne sehen, wenn Kin­der­schän­dern das Hand­werk gelegt würde. Tröst­lich: dass es sogar in der CDU mitt­ler­weile Leute gibt, die die Internet-Kompetenz der eige­nen Par­tei­freunde anzweifeln.

So gese­hen rela­ti­viert sich meine Kri­tik an den Pira­ten von ges­tern ein wenig: die hal­ten zu The­men, von denen sie keine Ahnung haben, ein­fach die Klappe, das ist alle­mal sympathischer.

An dem Inter­view mit der Rhei­ni­schen Post mit Bos­bach wohl auch der Jus­ti­ziar der Bun­des­tags­frak­tion, Gün­ter Krings, teil­ge­nom­men. Er beginnt mit dem unsäg­li­chen Aus­druck »Das Inter­net ist kein rechts­freier Raum!«, was einen fast schon reflex­ar­tig die eigene Magen­säure schme­cken lässt. Doch halt: irgend­et­was stimmt da nicht. Tat­säch­lich: er spricht von »ist« und nicht von »darf sein«. Hat der es etwa kapiert?

zyriesKla­rer zum Aus­druck bringt es Bri­gitte Zypries: »Die Rechts­lage ist klar: Was off­line ver­bo­ten ist, ist auch online ver­bo­ten«, spricht aber auch die Pro­bleme kon­kre­ter an: näm­lich, dass man bei der Straf­ver­fol­gung manch­mal an Gren­zen stösst, und zwar durch­aus wört­lich an Lan­des­gren­zen. Hier gibt es in vie­len Fäl­len (Urhe­ber– oder Patent­recht zum Bei­spiel) wirk­lich noch graue Berei­che. Wäh­rend aber andere nach Zen­sur, Kon­trolle und Strafe brül­len, appe­liert sie an die Nut­zer, sich selbst einem Kodex zu unterwerfen.

Die Kin­der­por­no­gra­phie indes ist fast über­all impli­zit oder expli­zit ver­bo­ten — und wo sie es nicht ist, möch­ten weder Kin­der­schän­der leben noch Kri­mi­nelle ihr Geld mit KiPo-Hosting ver­die­nen. Wer genaue­res wis­sen will: Zen­sur­su­las Lüge, dem sei nicht so, wurde bereits aus­ein­an­der­ge­nom­men.

kullmannIns­ge­samt aber liest sich der Arti­kel in der RP wie ein Sommerloch-Lücken-Füller, kann also gut sein, dass die Nach­richt gar keine ist, son­dern das sinn­lose Gestam­mel eines Volon­tärs, der die Auf­gabe bekom­men hat, »mal was mit Internet-Kontrolle« zu machen. Viel­leicht hat der Volon­tär (oder Bos­bach) dabei auch den »Elek­tro­ni­schen Per­so­nal­aus­weis« gemeint? Kann man schon mal ver­wech­seln, wenn man ahnungs­los ist. Aber was man dann tun soll­ten wis­sen wir ja schon: Klappe hal­ten. Das ist aber so wie sich als Kinde auf die Herd­platte fas­sen: man muss es ein­mal gemacht haben, um die Lek­tion zu ler­nen. Gell,  Frau Kers­tin Kull­mann?

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