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kulturkritik des abendlandes

Kategorie: Politik

Aviary spd-de Picture 8Nach­dem der Wahl­kampf — zumin­dest gefühlt — nicht statt­fin­det, habe ich mal auf den Web­sites der Par­teien nach dem Rech­ten geschaut. Schon erstaun­lich, was da so vor sich geht — und wie­viel Geld da teil­weise ver­senkt inves­tiert wurde. Jeden­falls: ich fasse das Gemurkse als Steil­vor­lage für wun­der­bar sub­jek­ti­ves Bekrit­teln auf und mache eine kleine Serie dar­aus. Den Anfang macht die SPD — bitte nicht als poli­ti­sche Aus­sage wer­ten, hier war ein­fach die Neu­gier am größ­ten: schaf­fen es die Mild-Roten, ihren Web-Wahlkampf genauso zu ver­murk­sen wie den »ech­ten«? Dar­auf, dass die SPD das Netz ernst neh­men, deu­tet jeden­falls die Tat­sa­che hin, dass sie es wirk­lich ver­su­chen, mit einem fast schon moder­nen, teil­weise bar­rie­re­freien, Web-2.0-igen (naja, fast …) Auf­tritt, der hau­fen­weise Geld gekos­tet haben muss.

Ein­fach alles drauf: die Startseite

Aviary spd-de Picture 1So geht es los: rot, kna­ckig, mar­kant — und man sieht, dass man als arbeits­lo­ser Unter­neh­mens­be­ra­ter nur zu einer Par­tei gehen muss, um seine powerpoint-reduzierten Paro­len loszuwerden:

Ansons­ten hübsch auf­ge­räumt, durch den Ajax-Kram bringt man alles unter, ohne, dass es allzu ver­wor­ren ist. Nicht schön, funk­tio­niert aber halbwegs.

Aviary spd-de Picture 5Wer eine »nor­male« Navi­ga­tion sucht, kann links oben kli­cken, dann öffnet sich eine Art Mini-Sitemap. Von der Art, wie sie bei »nor­ma­len« Web­sites die­ses Zuschnitts unter der Haupt­con­tent ist (so wie hier oder bei den Grü­nen). Egal, ist halt ein Effekt.

Die mobile SPD

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Ein biss­chen wei­ter rechts: eine mobile Vari­ante? Gerne doch! Bei gut gemach­ten Web­sites bie­ten diese eine Essenz des Haupt­auf­trit­tes, so dass ich die mobile Vari­ante oft auch auf dem Desk­top nutze, wenn wenig Zeit ist (Bahn­ver­bin­dung von Aachen nach Zwi­ckau — wer da den Desktop-Auftritt auf­macht, ist sel­ber schuld …).

Hier ist das ganze tech­nisch gut gelöst, es sollte auf allen Han­dys pas­sa­bel ange­zeigt wer­den. Inhalt­lich fokus­siert das tat­säch­lich bes­ser als der Haupt­auf­tritt: Social-Media ist hier schon fast … pro­mi­nent platziert.

Die alter­na­tive Startseite

Aviary spd-de Picture 7Und noch ein wenig wei­ter rechts ver­lässt die Macher der Mut: es gibt eine alter­na­tive Dar­stel­lung, die dann auch Bar­rie­re­frei­heit gelobt. Im Quell­text der Haupt­seite fin­det sich dazu fol­gen­der Hin­weis (ich ver­mute mal, den Text sieht man, wenn man Java­script abgedreht):

Die SPD-Startseite ist in zwei Vari­an­ten ver­füg­bar, die sich optisch und in der Benut­zer­füh­rung unter­schei­den, inhalt­lich aber iden­tisch sind. Die ani­mierte Vari­ante ist mit Ajax rea­li­siert und benö­tigt zur Nut­zung Java­Script sowie einen aktu­el­len Brow­ser. Die alter­na­tive Start­seite ist bar­rie­re­frei und macht die Inhalte über eine kon­ven­tio­nelle Navi­ga­tion zugäng­lich. Sie kön­nen zwi­schen bei­den Vari­an­ten wechseln.

Wenn man das umfor­mu­lie­ren würde, so dass es auch Nicht-Webdesigner ver­ste­hen, wäre es fast sinn­voll. Ich über­setze mal:

Die SPD-Startseite gibt es in zwei Vari­an­ten, die inhalt­lich iden­tisch sind. Die erste fin­den unsere Web­de­si­gner cool, sie ist super-modern und benö­tigt den aller­neu­es­ten Technik-Schnick-Schnack. Für Blinde und unser Genossen-Urgestein haben wir noch eine brauch­bare, aber alt­mo­di­sche und uncoole Variante.

Mann, ich hoffe, man hat der SPD wenigs­tens ein CMS ver­kauft, das beide Vari­an­ten auto­ma­tisch erzeugt, sonst könnte man die Agen­tur auf Kon­spi­ra­tion mit dem Feind ver­kla­gen und hätte mühe­los Erfolg vor jedem Gericht.

So, was ham­mer noch .. aja: die omi­nöse »9«

Aviary spd-de Picture 4Kann mir jemand einen Tipp geben, was die Zahl da bedeu­ten soll (also die »9«)? Ich habe nicht die  geringste Idee. Hier im Word­Press weist mich ein sol­cher Böb­bel auf die Zahl der unmo­de­rier­ten Kom­men­tare hin, oder auf die Zahl der Plugins, die sich wün­schen, upge­da­ted zu wer­den. Aber was soll das hier? Neun unge­le­sene Arti­kel in die­ser Rubrik? Neun Tage bis zur spi­ri­tu­el­len Erleuch­tung Wal­ter Stein­mei­ers? Neun Minis­ter sollt Ihr sein? Neun .…? Hilfe! Das ist ein Rät­sel von der Sorte: schlafe schlecht, wenn ich es nicht herausfinde …

Social-Media-Kram, musste machen, is wichtich!

Aviary spd-de Picture 3So, und zu guter Letzt: Social. Media. Was immer das auch bedeu­ten mag. Auf dem Papier vor­han­den, eine erste Sicht­prü­fung bei Twit­ter ergibt: Immer­hin hat die Par­tei aktu­ell 3.746 Fol­lo­wer — und folgt selbst immer­hin 1.696 — unty­pisch. Ob sie auch liest, sei dahin­ge­stellt, ich werde das mal prü­fen. Ansons­ten sind face­book, Stu­diVZ, flickr und Youtube gebo­ten. Nun ja.

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Ach und noch ein Ver­wun­derli: das CMS bit­tet Such­ma­schi­nen, doch bitte alle 15 Tage nach­zu­schauen, ob es was Neues gibt. Wird da wirk­lich so sel­ten gebastelt?

Das gefürch­tete Peterchen-Ranking

Trotz allen Geme­ckere: so rich­tig grot­tig finde ich das Ding gar nicht (die Social-Media-Kompetenz lasse ich mal aus­sen vor).

peterchen-rating_3-von5

3 Kommentare

horst-seehoferHabe gerade in den Nach­rich­ten gehört, dass Horst See­ho­fer die Arbeits­agen­tu­ren anwei­sen will, sich beson­ders um die von der Quelle-Insolvenz betrof­fe­nen Neu­ar­beits­lo­sen zu küm­mern. Hört sich nett an, aber in den Ohren aller ande­ren Arbeits­lo­sen muss sich das wie Hohn anhören.

Nach­trag, 28.8.: Jetzt will See­ho­fer auch der Region um den Sitz des Glas­her­stel­lers Nacht­mann beson­dere Auf­merk­sam­keit zuge­dei­hen las­sen. Ich bin gespannt, wer als nächs­tes dran ist. Wenn irgend­wann alle Regio­nen »durch« sind, ist es natür­lich am Ende doch wie­der fair — ich nehme alles zurück, Herr Seehofer!

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bosbachErneut hat sich ein Poli­ti­ker in der Internet-Diskussion zu Wort gemel­det, näm­lich der Herr Bos­bach. Wäh­rend er es unter­lässt, der Dis­kus­sion inhalt­lich neue Aspekte hin­zu­zu­fü­gen (die For­de­rung nach mehr Mit­teln für die Straf­ver­fol­gung ist nicht neu, der »Internet-Ausweis« ist nur ein ande­res Wort für die totale Über­wa­chung), tappt er in die glei­che Falle wie viele Poli­ti­ker vor ihm: näm­lich ein­fach nach­zu­be­ten, was ihm andere vor­ge­kaut haben, ohne es wirk­lich ver­stan­den zu haben: Das Inter­net sei »Quelle für Kri­mi­na­li­tät, Ter­ro­ris­mus und ziem­lich viel Schmutz«. Und genau das ist das Pro­blem: nie­mand würde auf die Idee kom­men, Bücher, Tele­fon oder Fern­se­hen als Quelle für Schmutz zu defi­nie­ren. Denn den Schmutz machen Men­schen, die das Inter­net als Werk­zeug gebrau­chen. Ich denke, auch Extrem­li­be­rale wür­den es gerne sehen, wenn Kin­der­schän­dern das Hand­werk gelegt würde. Tröst­lich: dass es sogar in der CDU mitt­ler­weile Leute gibt, die die Internet-Kompetenz der eige­nen Par­tei­freunde anzweifeln.

So gese­hen rela­ti­viert sich meine Kri­tik an den Pira­ten von ges­tern ein wenig: die hal­ten zu The­men, von denen sie keine Ahnung haben, ein­fach die Klappe, das ist alle­mal sympathischer.

An dem Inter­view mit der Rhei­ni­schen Post mit Bos­bach wohl auch der Jus­ti­ziar der Bun­des­tags­frak­tion, Gün­ter Krings, teil­ge­nom­men. Er beginnt mit dem unsäg­li­chen Aus­druck »Das Inter­net ist kein rechts­freier Raum!«, was einen fast schon reflex­ar­tig die eigene Magen­säure schme­cken lässt. Doch halt: irgend­et­was stimmt da nicht. Tat­säch­lich: er spricht von »ist« und nicht von »darf sein«. Hat der es etwa kapiert?

zyriesKla­rer zum Aus­druck bringt es Bri­gitte Zypries: »Die Rechts­lage ist klar: Was off­line ver­bo­ten ist, ist auch online ver­bo­ten«, spricht aber auch die Pro­bleme kon­kre­ter an: näm­lich, dass man bei der Straf­ver­fol­gung manch­mal an Gren­zen stösst, und zwar durch­aus wört­lich an Lan­des­gren­zen. Hier gibt es in vie­len Fäl­len (Urhe­ber– oder Patent­recht zum Bei­spiel) wirk­lich noch graue Berei­che. Wäh­rend aber andere nach Zen­sur, Kon­trolle und Strafe brül­len, appe­liert sie an die Nut­zer, sich selbst einem Kodex zu unterwerfen.

Die Kin­der­por­no­gra­phie indes ist fast über­all impli­zit oder expli­zit ver­bo­ten — und wo sie es nicht ist, möch­ten weder Kin­der­schän­der leben noch Kri­mi­nelle ihr Geld mit KiPo-Hosting ver­die­nen. Wer genaue­res wis­sen will: Zen­sur­su­las Lüge, dem sei nicht so, wurde bereits aus­ein­an­der­ge­nom­men.

kullmannIns­ge­samt aber liest sich der Arti­kel in der RP wie ein Sommerloch-Lücken-Füller, kann also gut sein, dass die Nach­richt gar keine ist, son­dern das sinn­lose Gestam­mel eines Volon­tärs, der die Auf­gabe bekom­men hat, »mal was mit Internet-Kontrolle« zu machen. Viel­leicht hat der Volon­tär (oder Bos­bach) dabei auch den »Elek­tro­ni­schen Per­so­nal­aus­weis« gemeint? Kann man schon mal ver­wech­seln, wenn man ahnungs­los ist. Aber was man dann tun soll­ten wis­sen wir ja schon: Klappe hal­ten. Das ist aber so wie sich als Kinde auf die Herd­platte fas­sen: man muss es ein­mal gemacht haben, um die Lek­tion zu ler­nen. Gell,  Frau Kers­tin Kull­mann?

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Monika Grie­fahn, Spre­che­rin der SPD-Arbeitsgruppe für Kul­tur und Medien, wird bei Golem zitiert: »Solange die SPD an der Regie­rung ist, haben sol­che Zen­s­ur­träume keine Chance. Mit der SPD wird es keine Aus­wei­tun­gen der Sper­ren für kin­der­por­no­gra­fi­sche Inter­net­sei­ten auf wei­tere Inhalte geben«.

Ich über­setze mal: das hat kon­kret für die nächs­ten vier Jahre kei­ner­lei Relevanz.

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piratenpartei2Die Bun­des­tags­wahl naht und die Kan­di­da­ten gehen lang­sam in Stel­lung, die Paro­len wer­den kämp­fe­ri­scher (und blö­der). Als poli­ti­scher Mensch ist für mich die Zeit gekom­men, mich mit den Pira­ten zu beschäf­ti­gen. Zumal diese im Hin­blick auf ziem­lich blö­den Wahl­kampf jetzt auf­ge­holt haben: Golem berich­tet heute von »In-Game-Werbung« in Counter-Strike. Düm­mer geht es aus mei­ner Sicht wirk­lich nicht. Wohl­ge­merkt: ich bin nicht der Ansicht, dass sol­che Spiele ver­bo­ten wer­den müs­sen, aber eine bes­sere Steil­vor­lage hät­ten sich Zen­sur­sula und Kon­sor­ten nicht wün­schen können.

Einen gewis­sen Sympathie-Bonus haben die Pira­ten bei mir, ohne Frage. Die Posi­tio­nen zur Netz­po­li­tik im Spe­zi­el­len und Bür­ger­rech­ten im All­ge­mei­nen sind in wei­ten Tei­len … nun ja, tei­lens­wert, der Elan von Über­zeu­gungs­tä­tern ist erfri­schend — und dürfte den Reiz erklä­ren, den diese Par­tei auf viele aus­übt, die vom poli­ti­schen Esta­blish­ment ent­we­der ent­äuscht oder ein­fach nur tie­risch gelang­weit sind.

Eine wähl­bare Par­tei indes muss — wenn sie es denn in die Regie­rungs­ver­ant­wor­tung schafft — erst­mal die Pflicht absol­vie­ren, bevor sie sich an die Kür machen kann, und diese Pflicht­pro­gramm ist wahr­lich beängs­ti­gend umfang­reich: Wirt­schafts­krise, Kli­ma­ver­än­de­rung, Bil­dung, Gesund­heits­we­sen … . Patent­re­zepte dafür wer­den in der Regel in Par­tei­pro­gram­men ver­öf­fent­licht — und da sieht es beim Shoo­ting­star Pira­ten­par­tei gar nicht gut aus. Neben »Bür­ger­rech­ten« und »Geis­ti­ges Eigen­tum« sind noch ein paar Paro­len zur Bil­dung zu hören — Fei­er­abend. Für den Rest habe man dann Koali­ti­ons­part­ner, so die Parole an der Pira­ten­ba­sis. Nun, das wäre nicht die erste Pro­test­par­tei, die ange­sichts der Regierungs-Realität ein­knickt. Das geschieht schlei­chend und geht mit­un­ter auch mit Sym­bo­lik ein­her: wo bei Joschka die Turn­schuhe edlen Rah­men­ge­näh­ten gewi­chen sind, wür­den bei den Pira­ten wohl die hip­pen Lastwagenplanen-Umhängetaschen durch Akten­köf­fer­chen aus Leder ersetzt. Atom­kraft­werke gibt es heute immer noch, und so wer­den Pira­ten rück­bli­ckend in 20 Jah­ren ver­mut­lich fest­stel­len, dass die eine oder andere Über­zeu­gung dem Koali­ti­ons­frie­den geop­fert wer­den musste — wenn sie es denn über­haupt schaf­fen. Zur Erin­ne­rung: die Grü­nen hat­ten damals ein in allen wich­ti­gen The­men vor­han­de­nes Par­tei­pro­gramm. Teils unvoll­stän­dig und teils naiv, viel­leicht, aber vor­han­den. O-Ton von der Piraten-Website: »Dar­über­hin­aus haben wir keine wei­te­ren Positionen.«

piratenparteiFazit: ich traue es den Pira­ten ein­fach nicht zu. Zumal ihre Posi­tio­nen zu den Bür­ger­rech­ten in wei­ten Tei­len von der FDP ent­lie­hen sind und die zum geis­ti­gen Eigen­tum selt­sam naiv sind. Denn aus mei­ner Sicht ist die Moti­va­tion des Schaf­fers, aus sei­nem Werk wirt­schaft­li­chen (oder ander­wei­ti­gen) Vor­teil zu zie­hen, eine der stärks­ten Trieb­fe­dern des Men­schen schlecht­hin. Kon­se­quent zu Ende gedacht ent­zie­hen die Ideen der Pira­ten dem Schöp­fer seine Schöp­fung, um sie einer Art … Kultur-Sozialismus zuzu­füh­ren — und das wird nicht funk­tio­nie­ren. Wo sie recht haben: Schutz des geis­ti­gen Eigen­tums für kleine und mitt­lere Unter­neh­men ist schwie­rig — aber ihn des­we­gen ganz auf­zu­ge­ben? An der Stelle sei erwähnt, das die Idee der Grü­nen einer »Kultur-Flatrate« ver­mut­lich genauso gro­ßer Schwach­sinn ist. Ach ja, die Grü­nen: mich wun­dert eh‹, dass die sich aus der gan­zen Sache mit Zen­sur­sula heraushalten …

Das bringt mich jetzt zu einem ande­ren Gedan­ken: Kom­pro­misse muss man in jeder Koali­tion ein­ge­hen. Aber ein Ver­spre­chen wie­der­hole ich an die­ser Stelle: wenn die FDP nach der Wahl eine Frau von der Leyen in ver­ant­wort­li­cher Posi­tion zulässt, hat sie ein Mit­glied weni­ger — und die Pira­ten — trotz aller Unzu­läng­lich­kei­ten eines mehr. Und ein neues Ver­spre­chen gebe ich auch ab: mit der Pauli-Partei werde ich mich nicht beschäf­ti­gen. Zumin­dest nicht ernsthaft.

So, noch ein klei­ner Blogosphären-Link-Reader:

Update, 27.8.2009: Golem mel­det: ein veri­ta­bler Ex-Grüner ver­stärkt die Pira­ten.
Update, 15.9.2009: nur einer von vie­len kri­ti­schen Bei­trä­gen der letz­ten Zeit bei Spree­blick

11 Kommentare

2009 13 Feb

Politik

Hey, Horst!

Schon fad, Dein Kos­tüm heuer. Das war eine Sache, die Dein Vor­gän­ger wirk­lich bes­ser drauf­hatte. Ein­fach nen Pira­ten­hut? Arm. Aber so ist das mit zu hohen Erwartungen.

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wo man­cher dachte, Du könn­test es ja eigent­lich nicht schlech­ter machen als Deine Che­fin, da kommt ein ech­ter Dampf­ham­mer von Dir, ein ech­ter »Ich-will-groß-in-die-Presse-Gag«. Es ist fast so, als wür­dest Du ver­su­chen, den Rekord im »potenzielle-Wähler-vergrätzen« bre­chen wol­len (wobei ich spon­tan nicht wüsste, wie man das mes­sen kann, aber das weiß sicher­lich Tho­mas Gott­schalk). Gefühlt ist das natür­lich ein Affront für die ange­peilte Ziel­gruppe (wer immer diese »Rei­chen« auch sein mögen). Und sei es nur des­we­gen, weil garan­tierte 2,5 % ver­mut­lich deut­lich bes­ser, als das was meis­ten davon sel­ber an Ren­dite rea­li­siert haben, die letz­ten Jahre …

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Michel Gloshast Du ja einen schö­nen Satz ›raus­ge­hauen: Der Michel Glos als »Quan­tum Trost« der Regie­rung, weil er sich für Steu­er­sen­kun­gen aus­spricht — Klasse! Das hat mich via Auto­ra­dio erwischt, was zwen­gera dem resul­tie­ren­den Lach­krampf zu einem Ver­reis­sen des Lenk­ra­des und in der Folge bei­nahe zu einem Stau auf der A94 geführt hat. Sol­che Gags soll­ten in Auto­ra­dios auto­ma­tisch aus­ge­blen­det wer­den. Wobei ich glaube, der Aus­druck »Quänt­chen Trost« wäre noch lus­ti­ger und dem Herrn Glos noch ange­mes­se­ner. Aber da hast Du Dich wohl nicht getraut, könnte ja ein poten­zi­ell zukünf­ti­ger Par­tei­kol­lege sein, wenn der Michl bei das Angela wei­ter abblitzt.

Wolfgang ClementWas mich zu einem ande­ren poten­zi­ell zukünf­ti­gen Par­tei­kol­le­gen äh –genos­sen von Dir bringt, dem Herrn Cle­ment näm­lich. Man mag ja inhalt­lich zu des­sen The­sen ste­hen, wie man mag (inhalt­lich hat er ja nicht ganz unrecht, irgend­wo­her muss Strom ja kom­men — wenn ich gegen Atom­kraft bin, brau­che ich Kohle für eine Überg­angs­zeit, zumin­det, bis genug Wind­rädle auf­ge­stellt sind) — aber an sei­ner Stelle (mittlerweile-Ex-RWE-Aufsichtsrat, hallo?!) hätte ich mal bes­ser die Klappe gehal­ten, als Par­tei­freund allemal.

Guido WesterwelleHm. Jetzt bleibt die Frage, lie­ber Guido, ob Deine Par­tei, die mir inhalt­lich laut Wahl-o-Mat ja am nächs­ten von allen ste­hen müsste, jetzt für mich wähl­ba­rer gewor­den ist, wo Du hef­tig um eine minis­tra­ble Witz­fi­gur und um ein minis­tra­bles Kol­le­gen­schwein wirbst. Ich denke, das mit der Witz­fi­gur bekommst Du alleine hin, Du klei­ner Schelm, und über den ande­ren Typen würde ich auch noch­mal inten­siv nach­den­ken. Ist eh‹ zu alt.

Alle Fotos aus der Wikipedia:

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… scheint das ein­zige zu sein, was in Zei­ten der Rezes­sion Kon­junk­tur hat in Dei­nem Kabi­nett. Aktu­el­ler Höhe­punkt: ein 500-Euro-Konsum-Gutschein für alle Bür­ger, der sich ver­däch­tig nach erfun­de­nem Geld anfühlt — anstatt end­lich die­sen Soli abzu­schaf­fen, der sowieso an der Grenze der Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit laviert. Und dann noch der Apell, sich mal schnell ein neues Auto kau­fen … wir haben ja sonst keine Probleme.

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… hat diese Polit­posse über­haupt nichts zu tun. Nicht, dass Du nicht in der Sache Recht hät­test. Aber ein Stück weit kann ich schon nach­voll­zie­hen, dass Deine Kum­pels bei der SPD ein klein wenig sauer auf Dich sind.

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