Kategorie: Weltanschauung
»Ich sage euch: man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.«
Wow, der Spruch haut wirklich rein. Wenngleich er Fragen aufwirft … wo sind meine tanzenden Sterne?!
Golem bringt heute ein Interview mit einem »Direktor des Instituts für Planetenforschung am DLR«, Tilman Spohn. Das geht soweit in Ordnung, wenn man Reiter (heise hat den heute , aber der erzählt dort genau das gleich: wie alt er war, warum die Mondlandung wichtig war etc.), Merbold oder andere Klugschwätzer nicht bekommt, nimmt man halt den. Das Interview ist soweit auch ganz ok, da redet halt ein Phantast (wie ich) über die Faszination des Weltalls und die Notwendigkeit, selbiges zu erforschen. Dann kommt Golem und gibt dem Interview einen Titel:
»Wir müssen Lebensraum im All schaffen«
Wow, das saß. Ich musste mich fast zwingen, das Interview dann noch zu lesen. Habe ich dann aber, und mich nicht wenig gewundert, dass der Satz so gar nicht gesagt wurde. Mal völlig davon abgesehen, dass ich einem Planetenforscher nicht unbedingt zutraue, Sozialmodelle des 26. Jahrhunderts zu entwerfen. Aber gut, spinnen dürfen wir alle.
Noch ein paar Linkstipps zum Mond:
- Die volle Wahrheit über den Mond
- Eternal Moonwalk — gut, das ist eher Michael Jackson …
- Google Earth jetzt auch für den Mond [via: ReadWriteWeb]
- Eine der unzähligen Mondlandungslügen-Websites (ich habe bewusst eine schlechte gewählt, um meine eigene Position zu stärken, harhar!)
Oft ist das Denken schwer, indes, das Schreiben geht auch ohne es.
In diesem Sinne: frohes Neues!
… aber: Ob wir von Frankfurt oder von Berlin aus regiert werden, entscheidet sich dieser Tage. Man darf gespannt sein.
Nun hat ein Gericht mal wieder für Rechtssicherheit gesorgt — anscheinend. Und für viele private Blogger zumindest. Konkret meint das Amtsgericht Frankfurt am Main, es sei Betreibern privater Blogs nicht zumutbar, alle Kommentare vorab zu prüfen, es genüge, wenn anstössige Kommentare bei Bekanntwerden gelöscht würden. Offenbar wiegt für das Gericht das Recht auf freie Meinungsäußerung schwerer als potenzielle Rechtsverletzungen. Gut so. Jetzt muss ich nur noch herausfinden, ob dieses Blog als das Blog eines Unternehmers gewertet werden kann, oder ob ich als Teilzeitunternehmer auch ein Privatvergnügen haben kann. Letzterenfalls kann ich meine Kommentarfunktion vielleicht auch wieder uneingeschränkt öffnen.
… nun ja, was soll man jetzt dazu sagen: er meint, wir Deutschen hätten einen schlechten Geschmack. Weil wir Hasselhoff mal gut fanden. Und Titanic (den Film). Und Brittnei Schpiehrs. Und Paris Hilton.
Ich gebe zu: mein erster, spontaner Reflex war: »Menno, gar nicht wahr! Selber! Und ausserdem kocht Deine Mama schlecht!« (… der Typ ist 71, also lebt Mama McCain wohl gar nicht mehr … de mortuis nihil nisi bene, und so …).
Grummel. Blöderweise hat er ja auch nicht gaaaaanz unrecht. Aber dann habe ich mir gesagt: hey, der ganze Kram kommt doch von denen, oder? Und so gaaaaaaanz schlecht scheinen die das ja auch nicht gefunden zu haben? Will sagen: blöde Wahlkampfthese, nur die Leute mit gutem Geschmack anzusprechen. Egal, in welchen Land. So wird das nix, Herr McCain! Ne, so nicht! Das kann man sich als FDP leisten, oder meinetwegen als Die Grünen, aber doch nicht als amerikanischer Republikaner? Was sollen die Sponsoren sagen, die das ja alles bezahlen?
Wer jetzed noch den Spot vom Herrn McCain sehen mag:
Warum elektrisieren einen manchen Menschen? Klar, ich muss wohl gar nicht sagen, wen ich meine. Jedenfalls tut er das wohl. Die Sprüche? Wow, lest mal:
Für den Blogger im Iran. Für den Wähler im Zimbabwe […] Gegen Folter […] Für Rechtsstaatlichkeit […] Dies ist unser Augenblick. Dies ist unsere Zeit […] Wir sind Erben eines Kampfes um Freiheit […] Lassen Sie uns die Welt neu gestalten
Ich meine: wohl bei jedem anderen klingt das alles ziemlich … albern.
Den Satz gibt es wohl in tausend Varianten — er stimmt aber halt einfach:
»Nichts Kompliziertes funktioniert. Nur simple Dinge funktionieren.«
Ein übersichtlicher Artikel zum Thema: Die wissenschaftlichen Herausforderungen im 21. Jahrhundert. Das Thema werde ich mir am Wochenende nochmal genauer anschauen, auf den ersten Blick fällt mir auf: von vierzehn Schlagworten haben fünf etwas damit zu tun, alte Fehler zu korrigieren (Terrorismus, Sicherheit im Internet, CO2 …). Ein passendes Zitat von Rob Socolow dazu:
Wie gewichtet man die Ausrottung von Armut gegenüber der Aufgabe, den Planeten bewohnbar zu erhalten oder gegenüber der Vermeidung eines Atomkrieges?
Letztlich ein normales Priorisierungsproblem, das wir (ich zumindest) aus dem Alltag kennen: Bevor wir ein Bild malen können, müssen wir erstmal das Atelier aufräumen. Oder: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Irgendwie scheint es, als würden wir Menschen uns immer selber im Wege stehen. Hm. Vielleicht liegt der Trick darin, die Arbeit als Vergnügen zu betrachten?
… kann ich mir nicht verkneifen: erst nach neuen Gesetzen schreien und dann eingestehen müssen, dass Du die bestehenden nicht oder zu lasch umgesetzt hast und dass Du durch massive Mittelkürzungen das aktuelle Probleme durchaus mit verursacht hast. Immerhin überrascht es mich, dass Du es dann zugibst. Brav. Nimm Dir ´nen Keks dafür.









