turbobrain

kulturkritik des abendlandes

Kategorie: Weltanschauung

Hm. Ohne jetzt poli­tisch Stel­lung zu bezie­hen: ich frage mich, ob es gut ist, wenn der nächste Prä­si­dent der ein­zi­gen Super­macht der Welt so nah am Was­ser gebaut hat. Ande­rer­seits (Ach­tung, ich spe­ku­liere): ein Kan­di­dat für das Amt des mäch­tigs­ten Men­schen der Welt tut nichts ohne Berech­nung — oder? Ame­ri­ka­ner sind halt ziem­lich symbol-neurotisch, inso­fern würde es mich nicht wun­dern, wenn sie den Tipp von irgend­wel­che Psy­cho­lo­gen hat.

2 Kommentare

… der letz­tens die Ver­schwö­rung von Wiki­pe­dia und Google beschwo­ren hat, stellt sich einem Inter­view. Aha, er ist also auch SF-Schriftsteller. Hm. Also die Titel (»Kampf dem gro­ßen Bru­der«) klin­gen ganz fies nach K.H. Scheer oder Hans Domi­nik. Oder Lars Fischin­ger. Mau­rers Vita offen­bart indes, dass der Mann genau so wenig viel Ahnung von Sozio­lo­gie und Wirt­schaft hat wie ich: soli­des Amateur-Level. Dum­mer­weise kann er sei­nen Schwach­sinn als For­schung ver­kau­fen, wäh­rend mein Schwachsinn …

Kommentare geschlossen

Lei­der nicht für den gan­zen Schwach­sinn, den sie vom hohen Ross her­un­ter ver­zapft (bei allem Respekt vor ihren Leis­tun­gen: wie soll eine pri­vi­le­gierte Pfer­de­tussi … naja, ein ander­mal), son­dern für das ver­mut­lich ein­zig sinn­volle, was sie gemacht hat: Das Eltern­geld scheint ein Erfolg zu sein, ein grö­ße­rer als vor­her geplant. Dadurch wird es etwas teu­rer: ins­ge­samt 240 Mio Euro mehr wer­den benö­tigt. Doch anstatt sich über die­ses Luxus­pro­blem zu freuen, gibt es schon wie­der Dep­pen, die meckern. Nur soviel: obwohl mir der Wahl-O-Mat jedes­mal ein­re­den will, ich sei ein FDP-Anhänger, werde ich auch beim nächs­ten Mal nicht die FDP wäh­len. Und nur mal als Ver­gleich: das ist weni­ger Geld als die baye­ri­schen Tabak­bau­ern jähr­lich an EU-Subventionen bekommen.

1 Kommentar

Net­tes Buch, das. Dachte ich zunächst. Zuerst die guten Sei­ten: Esch­bach lässt poli­ti­sche Aspekte fast völ­lig aus­sen vor und ver­tritt ins­ge­samt eine ange­nehm neu­trale Posi­tion, man spürt meist das »adia­tur et altera pars«, nur sel­ten bezieht er klar Posi­tion. Was für diese Art Bücher wahr­schein­lich ok ist. Unge­fähr in der Mitte hatte ich zwei »Aha-Erlebnisse«. Als ich zu einem Thema hin­ten nach­schla­gen wollte, wel­che Quel­len Esch­bach für eine etwas gewag­tere Theo­rie hatte, musste ich fest­stel­len, dass es über­haupt keine Quel­len gibt — und das sind dann doch recht wenige. Dass er alle im Buch ange­ge­be­nen Infor­ma­tio­nen und Ideen selbst wis­sen­schaft­lich her­ge­lei­tet hat, ist für mich eben­falls nicht wirk­lich vor­stell­bar: zuviel klingt ver­traut, hat man in Gali­leo oder P.M. schon mal gele­sen oder gehört.

Bei der Gele­gen­heit bin ich dann an einem kur­zen Frag­ment auf den letz­ten Sei­ten hän­gen­ge­blie­ben: Stich­wort Kli­ma­ka­ta­stro­phe — woran Esch­bach nicht wirk­lich glaubt. Sei ihm zuge­stan­den, die ech­ten Wis­sen­schaft­ler (also nicht sol­che wie Esch­bach oder meine Wenig­keit) sind sich ja auch noch nicht ganz einig. Aber: er ver­tritt ernst­haft die Ansicht, die Ver­wen­dung von Ener­gie­spar­lam­pen in Mit­tel­eu­ropa sei keine so gute Idee. Die Begrün­dung mit den Schwer­me­tal­len könnte ich ja noch halb­wegs nach­voll­zie­hen, wenn sie denn zutref­fen würde*. Aber das eigent­li­che Argu­ment ist recht über­ra­schend: die her­kömm­li­chen Glüh­bir­nen tra­gen wesent­lich zur Behei­zung von Wohn­raum bei! Ohne die­sen Anteil müsste man die eigent­li­che Hei­zung län­ger lau­fen las­sen, was inge­samt teu­rer wäre. Mann, sorry, Herr Esch­bach, aber das ist gequirl­ter Mist. Wenn es ener­ge­tisch wirk­lich sinn­voll wäre (was viel­leicht bei sehr alten Hei­zun­gen mit schlech­ter Kon­trolle über den Wir­kungs­grad zumin­dest ansatz­weise wirk­lich sinn­voll klin­gen könnte), mit Strom zuzu­hei­zen, würde man Zusatz­hei­zun­gen bauen, die genau für die­sen Zweck opti­miert sind. Oder die Hei­zung gegen eine aus­tau­schen, bei der es sol­chen Schwach­sinn nicht braucht. Also, Herr Esch­bach: ent­we­der ist Dein Onkel bei Osram (wobei die mitt­ler­weile wahr­schein­lich auch mehr mit Ener­gie­spar­lam­pen ver­die­nen …) oder das ist nicht ernst gemeint. Oder es ist eine Kon­trolle, ob Deine Leser mit­den­ken. Aber so blöd, das sel­ber zu glau­ben, bist du nicht, Herr Esch­bach. Das Pro­blem dabei ist, dass man den Rest des Buches, den Teil, der plau­si­bel und rich­tig klingt, dann auch skep­ti­scher sieht. Hm. Viel­leicht ist das der Sinn?

*) Wobei einem tech­nisch inter­es­sier­ten, hel­len Kopf wie Esch­bach sicher­lich auch neuere Ent­wick­lun­gen auf die­sem Gebiet bekannt sein dürf­ten — so gibt es LED-Lampen und queck­sil­ber­freie Energiesparlampen.

Nach­trag am 19.1.2008: habe ein bis­serl nach­ge­forscht, es scheint, den Part mit den queck­sil­ber­freien Ener­gie­spar­la­men muss ich zurück­neh­men: Queck­sil­ber wird prin­zip­be­dingt bei allen Ent­la­dungs­lam­pen benö­tigt. Aber: ers­tens nicht viel und zwei­tens las­sen sich die Lam­pen ener­gie­spa­rend recey­clen. Wer mehr wis­sen will: wie immer bei Wiki­pe­dia. Und die Zukunft gehört eh´ der LED.

Kommentare geschlossen

So wie es aus­sieht, kann kei­ner der Exper­ten abschät­zen, wel­che Kon­se­quen­zen ein flä­chen­de­cken­der Min­dest­lohn hat. Das Geeiere der Springer-Tochter Pin gilt nicht: es hat sich wohl schon her­um­ge­spro­chen, dass die aktu­el­len Pro­bleme dort eher haus­ge­macht sind, inso­weit sie es nicht sind, wer­den sie poli­ti­siert. Also: wie kann man es her­aus­fin­den? Selbst als Befür­wor­ter des sich selbst regu­lie­ren­den Mark­tes muss man zuge­ben, dass etwas nicht stim­men kann mit dem Sys­tem, wenn Men­schen vom Lohn für eine Voll­zeit­stelle nicht leben kön­nen. Ganz neben­bei: diese Men­schen sind auch Markt­teil­neh­mer, wenn man also über zurück­hal­ten­den Kon­sum klagt, mag die Ursa­che dafür auch darin begrün­det lie­gen, dass ein nen­nens­wer­ter Teil der Bevöl­ke­rung ein­fach kein Geld hat.

Der Herr Sinn
Ich wun­dere mich in die­sem Zusam­men­hang über einen Vor­schlag von Herrn Sinn: der Staat soll sol­che Löhne »auf­fül­len«, bis es zum Leben reicht (Kombilohn-Modell). Weil sol­che Leute nicht qua­li­fi­ziert genug sind, um eine zurei­chende Wert­schöp­fung zu erar­bei­ten. Klingt in sich stim­mig und von der Warte eines Wis­sen­schaft­lers aus ist es das wohl auch — der gute Mann hat das schließ­lich stu­diert und tut den gan­zen Tag nichts ande­res, als über sol­che Sachen nach­zu­den­ken. Aber irgend­wie zäumt der Ansatz das Pferd von der fal­schen Seite her auf, zumin­dest gefühlt, wenn man soziale Markt­wirt­schaft als Gesell­schafts­mo­dell begreift. Auch mit freier Markt­wirt­schaft hat er nicht viel zu tun (haben Sie das mit Ihren Freun­den von der FDP abge­spro­chen, Herr Sinn?). Es kann natür­lich sein, dass der Herr Sinn ein heim­li­cher Fan des bedin­gungs­lo­sen Grund­ein­kom­mens ist … das wäre zumin­dest kon­se­quent. Ich fürchte nur, die Men­schen sind noch nicht ganz soweit: wir haben uns noch nicht genug gelang­weilt, um frei­wil­lig zu arbeiten.

Der Unter­neh­mer
Wenn ich einen Busi­ness­plan für ein belie­bi­ges Unter­neh­men schreibe (was ich ver­ein­zelt schon getan habe), ist das Lohn­ni­veau nur ein ein­zi­ger Para­me­ter von sehr, sehr vie­len. Wenn es hoch ist, kann ich trotz­dem Erfolg haben, wenn mein Wett­be­werb träge ist (bzw. ich weni­ger träge als der Wett­be­werb), der Geld­beu­tel mei­ner Kun­den voll ist, meine Pro­dukt toll sind und jeder sie haben mag, mein Mar­ke­ting cle­ver ist … Viele die­ser Aspekte habe ich als Unter­neh­mer sel­ber in der Hand. Wenn ich mir all die­ser Para­me­ter bewusst bin, mich an den Markt wage und »verliere« — ist es dann nicht unfair, dem Staat die Schuld zu geben? Oder umge­kehrt: ist es nicht ein klein wenig mora­lisch ver­werf­lich, von vor­ne­her­ein mit einem Lohn­nie­veau zu kal­ku­lie­ren, das unter Hartz IV liegt?

Warum eigent­lich die Eile?
Frei­lich: mal schnell eben einen Min­dest­lohn ein­zu­füh­ren, der in ein­zel­nen Bran­chen eine Ver­dop­pe­lung der Lohn­kos­ten bedeu­tet, kann die Lösung auch nicht sein. Aber wenn ein Unter­neh­men in einem Zeit­raum von fünf oder viel­leicht zehn Jah­ren nicht in der Lage ist, seine Busi­ness­pläne ent­spre­chend zu jus­tie­ren, ver­sagt es eben kauf­män­nisch und hat den Ver­lust von Arbeits­plät­zen selbst zu ver­ant­wor­ten. Zumal die Regeln für alle gel­ten. Sorry, so funk­tio­niert die soziale Markt­wirt­schaft, soweit ich sie ver­stan­den habe.

Einige Arti­kel zum Thema:

3 Kommentare

Heute mor­gen musste ich mich ziem­lich über eine ver­bit­terte ältere Dame auf­re­gen. Doris Les­sing hat in ihrer Nobel­vor­le­sung (die sie aus gesund­heit­li­chen Grün­den nicht selbst vor­tra­gen konnte) gleich mehr­fach deut­lich gemacht, dass sie wohl einige Ent­wick­lun­gen der letz­ten knapp 50 Jahre nicht mehr ganz ver­stan­den hat.

Sie pran­gert an:

Die Kin­der wis­sen immer weni­ger über die Welt in der sie leben, weil sie zu wenig lesen.
Ich würde lügen, wenn ich nicht der Ansicht wäre, dass Lesen bil­det. Ich habe immer viel gele­sen und halte immer noch einen Schnitt von zwei bis drei Büchern pro Woche. Aber: es gibt andere Medien, die sinn­voll ein­ge­setzt, genauso viel zur Bil­dung bei­tra­gen kön­nen wie ein Buch. Man­che Zusam­men­hänge wer­den durch Bil­der, O-Ton oder Sche­mas trans­pa­ren­ter, als durch einen Roman.

Men­schen ver­brin­gen den Tag mit dem Inter­net und sei­nen Belang­lo­sig­kei­ten (wie blog­gen oder blug­gen).
Es gibt recht viele Men­schen, die es schaf­fen, ihr gan­zes Leben mit Belang­lo­sig­kei­ten zu ver­brin­gen ganz ohne dafür zwin­gend das Inter­net zu benö­ti­gen. Und sicher­lich gibt es ein paar Internet-Junkies. Der über­wie­gende Rest der Internet-Nutzer tut genau das: es nut­zen. Und selbst belang­lose Blogs sind mei­ner Ansicht nach der demo­kra­ti­schen Bil­dung zuträg­li­cher als pas­siv kon­su­mierte Boulevard-Zeitungen. Dass nicht in jedem ein Tucholsky steckt: geschenkt.

Sie ver­misst in der west­li­chen Zivi­li­sa­tion den »Hun­ger nach Büchern«.
In der Rede beschreibt sie in fast rühr­se­li­ger Weise, wie wert­voll in der drit­ten Welt Bücher sind. Ich bestreite dies auch nicht. Auch bewun­dere ich ihr Enga­ge­ment, Bücher dort­hin zu schaf­fen. Aber: Den unter­stell­ten Gegen­satz, näm­lich, dass der west­li­che Kul­tur­kreis Bücher nicht mehr zurei­chend schätzt, sehe ich nicht. Wie­viele Bücher wer­den heut­zu­tage jähr­lich her­aus­ge­bracht (und ver­mut­lich zum Teil sogar gele­sen)? Wie­viele waren das zur Jugend­zeit von Frau Les­sing? Ich anti­zi­piere mal fol­gende Replik: »Ja, aber das waren damals sehr viel bes­sere Bücher, heut­zu­tage wird ja nur noch Schund gedruckt!« Jaja, frü­her war halt alles besser …


Hier muss ich noch etwas ein­schie­ben, quasi die Anti­these: Diese eine da aus dem lite­ra­ri­schen Quar­tett, Name tut nichts zur Sache, die mit der sich der Reich-Ranicki immer gezofft hat, irgend­eine Öster­rei­che­rin mit einem Besteck als Namens­be­stand­teil … äh — wo war ich?
Ach ja: Frau Löff­ler hat letzte Woche etwas ähnlich ver­schlüs­sel­tes gesagt, näm­lich, dass die Flut der Bücher heut­zu­tage es unmög­lich macht, noch halb­wegs hin­ter­her zu kom­men, es bleibe keine Zeit mehr, ein­zel­nen Wer­ken den ihnen gebüh­ren­den Respekt zu zol­len. Und das fin­det sie schade. Das Pro­blem ist halt, dass diese Leute etwas nicht ver­stan­den haben:

  • Ja, es wird immer ein­fa­cher, Bücher herauszubringen.
  • Ja, es wer­den immer mehr Bücher und immer weni­ger Buchhandlungen.
  • Ja, es ist sicher­lich auch viel Schund dabei (wobei ich ab und an auch gerne guten Schund lese …).
  • Ja, es kann ver­schie­dene Lite­ra­tu­ren geben, auch sol­che, die alte Kri­ti­ker nicht verstehen.
  • Ja: wenn Lite­ra­tur­kri­ti­ker nicht mehr mit­kom­men, wird sich viel­leicht auch die Kri­tik demo­kra­ti­sie­ren: Ama­zon und andere Online-Händler (sic!) zei­gen mit Bewer­tungs­sys­te­men sehr ein­drucks­voll, wie das geht.

Und das ist viel­leicht die Angst, die hin­ter sol­chen — sorry Frau Löff­ler — schwach­sin­ni­gen Kampf­the­sen steckt: über­flüs­sig zu wer­den. Davor hat jeder Angst, und dann beschwört man schon gerne mal seine eige­nen Glanz­zei­ten (siehe dazu unten auch wei­ter beim Stich­wort Baggy-Pant).
Noch ein Neben­satz zur Auf­merk­sam­keit für Bücher: es gibt wel­che, die im Inter­net von ihren Fans regel­rechte Schreine erhal­ten — das sind in der Regel nicht sol­che, die von renom­mier­ten Kri­ti­kern rezen­siert wurden.

Ältere Leute begrei­fen erst, wenn die mit jün­ge­ren reden, wie sehr lesen bil­det.
Es ist es extrem unfair, von einem Her­an­wach­sen­den zu erwar­ten, dass er genauso viel weiß, wie jemand der bereits eini­ges erlebt hat. Dabei geht es aber weni­ger um ange­le­se­nes, lexi­ka­li­sches Wis­sen, son­dern um Lebens­er­fah­rung, die sich ganz wesent­lich dadurch bil­det, dass man in der Lage ist, Infor­ma­tio­nen sinn­voll zu ver­net­zen. Sicher­lich trägt lesen dazu bei, sol­che Ver­net­zun­gen zu schaf­fen, aber Fernseh-Reportagen, Wiki­pe­dia und Gesprä­che mit Mit­men­schen eben auch. Wer nur Bücher liest, den würde ich als Autis­ten bezeich­nen, nicht als gebil­de­ten Menschen.

Mein Opa war auch immer betrof­fen, weil ich nicht alle Flüße Bay­erns auf­sa­gen konnte, weil wir es schlicht­weg in der Schule nicht mehr aus­wen­dig ler­nen muss­ten. Wozu auch, es gibt ja Atlan­ten, in denen man nach­schauen kann? Irgend­wie hat er aber gefühlt, dass es heute andere Prio­ri­tä­ten in der Bil­dung gibt: unsere Welt ist deut­lich kom­ple­xer als die mei­nes Großvaters.

Und noch ein Blick in die Ver­gan­gen­heit der Frau Les­sing (ok, in die Zeit, als sie auf­ge­wach­sen ist): Da wur­den die Kin­der durch auto­ri­täre Schul­sys­teme gezwun­gen, bestimmte Texte zu lesen — und haben ver­mut­lich danach nie wie­der gele­sen. Eine klit­ze­kleine Elite durfte mehr ler­nen, der Rest war eh´ ein Fall für die Fabrik oder den Herd. Man könnte jetzt einen Fort­schritt kon­stru­ie­ren: immer­hin lesen die Leute heut­zu­tage leicht ver­dau­li­che, weil vor­ge­kaute Schlagzeilen-Häppchen … ok, das ist nicht wirk­lich bes­ser. Aber halt auch nicht schlech­ter als damals.

Schließ­lich: es ist defi­ni­tiv »out« über nach­fol­gende Gene­ra­tio­nen zu kon­sta­tie­ren, diese taug­ten weni­ger als die eigene. Der Drang zum Läs­tern ist ver­ständ­lich — ich finde zum Bei­spiel Baggy-Pants wirk­lich extrem albern — aber über das, was ich mit 16 getra­gen habe, hat die Geschichte bereits ihr gerech­tes Urteil gefällt. Und über das, was ich damals gedacht habe sowieso.

Noch ein biss­chen O-Ton:

Wie wer­den wir uns, wie wird sich unser Geist ver­än­dern durch die­ses neue Inter­net, das eine ganze Gene­ra­tion mit sei­nen Belang­lo­sig­kei­ten ver­führt hat, sodass selbst eini­ger­ma­ßen ver­nünf­tige Leute zuge­ben, dass man sich nur schwer los­rei­ßen kann, wenn man ein­mal süch­tig ist, und es sein kann, dass auf ein­mal ein gan­zer Tag mit Blog­gen und Blug­gen und so wei­ter ver­gan­gen ist.

Nach­trag 12.12.2007: Eine Nacht dar­über geschla­fen habend ver­stehe ich, warum ich mich über­haupt auf­rege: Wenn ein Bild-Leser so etwas geschrie­ben hätte, würde mich das nicht jucken. Wenn dage­gen ein Mensch, den ich nor­ma­ler­weise für sein Nach­den­ken sehr schätze …

1 Kommentar

Heute abend ist ja diese »Licht-Aus«-Aktion. Schön und gut, mach­mer halt für fünf Minu­ten das Licht aus und danach wie­der an. Tut ja nicht weh. Jetzt lese ich gerade, dass Google sich an die­ser Aktion betei­ligt. Und dass die Bild da auch dabei ist. Von der Google-Startseite:
»Die Klimaschutz-Kooperation „Ret­tet unsere Erde« von BILD, BUND, Green­peace und WWF ruft gemein­sam mit Google und Pro­Sie­ben jeden Ein­zel­nen zum Han­deln auf.«

Wow, das ist ver­wir­rend, ich kann mich an Zei­ten erin­nern, da hat die BILD den BUND noch für staats­feind­lich gehal­ten, Green­peace sowieso, wobei die schon fast Ter­ro­ris­ten waren.
Jetzt kommt viel­leicht bald das »Volks-Schlauchboot« zum Walfang-Verhindern oder das »Volks-Vogel-Beobachtungsset« mit Fern­glas, Bestim­mungs­buch und Gum­mi­stie­feln.
Wobei end­lich mal ein »Volks-Hirn« ange­bracht wäre, even­tu­ell in Koope­ra­tion mit der Gesamt­schule Sprockhövel-West, aber das nur neben­bei. Jeden­falls bin ich jetzt etwas ori­en­tie­rungs­los, da mein kul­tu­rel­ler Leit­stern darniedersinkt …

Kommentare geschlossen

Also, ich bin ja für soziale Gerech­tig­keit und alles. Aber man kann es auch über­trei­ben: der Kurti möchte ein neues Gesetz (wir haben noch nicht genug, neinn­ein …), das ver­hin­dern soll, dass Mana­ger zu hohe Abfin­dun­gen bekom­men. Mit dem ers­ten Teil der Argu­men­ta­ti­ons­kette kann ich mich dage­gen sehr gut anfreun­den, der Trans­pa­renz: zu wis­sen, wie­viel die Herr­schaf­ten ver­die­nen, würde wohl nicht scha­den. Man kann ja — ganz kauf­män­nisch — dane­ben schrei­ben, was dafür geleis­tet wurde. Dann würde viel­leicht eine Art Regu­lie­rung grei­fen. Wenn dann ein unan­stän­di­ges Maß erreicht wird, könnte man gleich die Gewerk­schaf­ter und Betriebs­räte neben den Mana­ger an den Pran­ger stel­len — die haben in der Regel so etwas immer mit entschieden.

Kommentare geschlossen

… denn immer­hin fin­det ja eine Dis­kus­sion statt. Schon bemer­kens­wert, dass ein hoch­ran­gi­ger Bun­des­an­walt sagen kann, dass die Online-Duchsuchung ver­mut­lich gar nicht sooo cle­ver ist. Ohne Herrn Gries­baum, immer­hin stell­ver­tre­ten­der Gene­ral­bun­des­an­walt, genauer zu ken­nen — ich gehe mal nicht davon aus, dass so jemand als uto­pi­scher Spin­ner im enge­ren Sinne bezeich­net wer­den kann. Sogar ein FDP-Mensch darf so etwas sagen, ohne gleich für fünf Tage ver­haf­tet aus der Par­tei gewor­fen zu wer­den, und das obwohl er im Ländle sogar Öttin­gers Jus­ti­zi­nis­ter ist. Bemerkenswert.

Kommentare geschlossen

Die Online-Enzyklopädie Wiki­pe­dia stellt das Inter­net­an­ge­bot des renom­mier­ten Brock­haus http://www.brockhaus.de/nachschlagen klar in den Schat­ten. Laut einem aktu­el­len Test im Auf­trag der Zeit­schrift stern schnei­det das Mitmach-Lexikon, das von Inter­net­nut­zern gestal­tet wird, ins­ge­samt weit bes­ser ab als der von pro­fes­sio­nel­len Redak­teu­ren betreute Brock­haus. Im Test wur­den 50 zufäl­lig aus­ge­suchte Bei­träge aus den Gebie­ten Poli­tik, Wirt­schaft, Sport, Wis­sen­schaft, Kul­tur, Unter­hal­tung, Erd­kunde, Medi­zin sowie Geschichte und Reli­gion von Exper­ten des Insti­tuts »Wis­sen­schaft­li­cher Infor­ma­ti­ons­dienst Köln« über­prüft. Als Kri­te­rien wähl­ten sie Rich­tig­keit, Voll­stän­dig­keit, Aktua­li­tät und Ver­ständ­lich­keit, die nach Schul­no­ten­sys­tem bewer­tet wur­den.
Wiki­pe­dia erreichte bei dem Test die Durch­schnitts­note 1,7 und liegt damit um eine ganze Stufe bes­ser als der Online-Brockhaus, der nur mit 2,7 bewer­tet wurde. Beson­ders gut schnitt Wiki­pe­dia in punkto Aktua­li­tät ab.

Spon­tan freue ich mich über diese Nach­richt, da Wiki­pe­dia »gefühlt« etwas Basis­de­mo­kra­ti­sches hat, wäh­rend der Brock­haus (ebenso »gefühlt«) eher für kon­ser­va­ti­ves, leicht ange­staub­tes Wis­sen steht. Aber irgend­wie gibt mir fol­gen­des zu den­ken: was wäre, wenn sich alle Anbie­ter von Nach­schla­ge­wer­ken geschla­gen geben wür­den und »auf­ste­cken«? Gegen diese Kon­kur­renz kann man schließ­lich nicht anstin­ken … und dann Google kommt, und den gan­zen Laden auf­kauft? Es gäbe ein Quasi-Monopol auf Wis­sen. Da kann Google noch zu »gut« sein, das kann nicht gut­ge­hen. Viel­leicht ein Grund, hin und wie­der mal in den Brock­haus zu schauen, und sei es nur, um zu vergleichen.

2 Kommentare


 

Kategorien

Kategorien

Kategorien

SEO Powered by Platinum SEO from Techblissonline