Kategorie: Weltanschauung
Hm. Ohne jetzt politisch Stellung zu beziehen: ich frage mich, ob es gut ist, wenn der nächste Präsident der einzigen Supermacht der Welt so nah am Wasser gebaut hat. Andererseits (Achtung, ich spekuliere): ein Kandidat für das Amt des mächtigsten Menschen der Welt tut nichts ohne Berechnung — oder? Amerikaner sind halt ziemlich symbol-neurotisch, insofern würde es mich nicht wundern, wenn sie den Tipp von irgendwelche Psychologen hat.
… der letztens die Verschwörung von Wikipedia und Google beschworen hat, stellt sich einem Interview. Aha, er ist also auch SF-Schriftsteller. Hm. Also die Titel (»Kampf dem großen Bruder«) klingen ganz fies nach K.H. Scheer oder Hans Dominik. Oder Lars Fischinger. Maurers Vita offenbart indes, dass der Mann genau so wenig viel Ahnung von Soziologie und Wirtschaft hat wie ich: solides Amateur-Level. Dummerweise kann er seinen Schwachsinn als Forschung verkaufen, während mein Schwachsinn …
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Leider nicht für den ganzen Schwachsinn, den sie vom hohen Ross herunter verzapft (bei allem Respekt vor ihren Leistungen: wie soll eine privilegierte Pferdetussi … naja, ein andermal), sondern für das vermutlich einzig sinnvolle, was sie gemacht hat: Das Elterngeld scheint ein Erfolg zu sein, ein größerer als vorher geplant. Dadurch wird es etwas teurer: insgesamt 240 Mio Euro mehr werden benötigt. Doch anstatt sich über dieses Luxusproblem zu freuen, gibt es schon wieder Deppen, die meckern. Nur soviel: obwohl mir der Wahl-O-Mat jedesmal einreden will, ich sei ein FDP-Anhänger, werde ich auch beim nächsten Mal nicht die FDP wählen. Und nur mal als Vergleich: das ist weniger Geld als die bayerischen Tabakbauern jährlich an EU-Subventionen bekommen.
Nettes Buch, das. Dachte ich zunächst. Zuerst die guten Seiten: Eschbach lässt politische Aspekte fast völlig aussen vor und vertritt insgesamt eine angenehm neutrale Position, man spürt meist das »adiatur et altera pars«, nur selten bezieht er klar Position. Was für diese Art Bücher wahrscheinlich ok ist. Ungefähr in der Mitte hatte ich zwei »Aha-Erlebnisse«. Als ich zu einem Thema hinten nachschlagen wollte, welche Quellen Eschbach für eine etwas gewagtere Theorie hatte, musste ich feststellen, dass es überhaupt keine Quellen gibt — und das sind dann doch recht wenige. Dass er alle im Buch angegebenen Informationen und Ideen selbst wissenschaftlich hergeleitet hat, ist für mich ebenfalls nicht wirklich vorstellbar: zuviel klingt vertraut, hat man in Galileo oder P.M. schon mal gelesen oder gehört.
Bei der Gelegenheit bin ich dann an einem kurzen Fragment auf den letzten Seiten hängengeblieben: Stichwort Klimakatastrophe — woran Eschbach nicht wirklich glaubt. Sei ihm zugestanden, die echten Wissenschaftler (also nicht solche wie Eschbach oder meine Wenigkeit) sind sich ja auch noch nicht ganz einig. Aber: er vertritt ernsthaft die Ansicht, die Verwendung von Energiesparlampen in Mitteleuropa sei keine so gute Idee. Die Begründung mit den Schwermetallen könnte ich ja noch halbwegs nachvollziehen, wenn sie denn zutreffen würde*. Aber das eigentliche Argument ist recht überraschend: die herkömmlichen Glühbirnen tragen wesentlich zur Beheizung von Wohnraum bei! Ohne diesen Anteil müsste man die eigentliche Heizung länger laufen lassen, was ingesamt teurer wäre. Mann, sorry, Herr Eschbach, aber das ist gequirlter Mist. Wenn es energetisch wirklich sinnvoll wäre (was vielleicht bei sehr alten Heizungen mit schlechter Kontrolle über den Wirkungsgrad zumindest ansatzweise wirklich sinnvoll klingen könnte), mit Strom zuzuheizen, würde man Zusatzheizungen bauen, die genau für diesen Zweck optimiert sind. Oder die Heizung gegen eine austauschen, bei der es solchen Schwachsinn nicht braucht. Also, Herr Eschbach: entweder ist Dein Onkel bei Osram (wobei die mittlerweile wahrscheinlich auch mehr mit Energiesparlampen verdienen …) oder das ist nicht ernst gemeint. Oder es ist eine Kontrolle, ob Deine Leser mitdenken. Aber so blöd, das selber zu glauben, bist du nicht, Herr Eschbach. Das Problem dabei ist, dass man den Rest des Buches, den Teil, der plausibel und richtig klingt, dann auch skeptischer sieht. Hm. Vielleicht ist das der Sinn?
*) Wobei einem technisch interessierten, hellen Kopf wie Eschbach sicherlich auch neuere Entwicklungen auf diesem Gebiet bekannt sein dürften — so gibt es LED-Lampen und quecksilberfreie Energiesparlampen.
Nachtrag am 19.1.2008: habe ein bisserl nachgeforscht, es scheint, den Part mit den quecksilberfreien Energiesparlamen muss ich zurücknehmen: Quecksilber wird prinzipbedingt bei allen Entladungslampen benötigt. Aber: erstens nicht viel und zweitens lassen sich die Lampen energiesparend receyclen. Wer mehr wissen will: wie immer bei Wikipedia. Und die Zukunft gehört eh´ der LED.
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So wie es aussieht, kann keiner der Experten abschätzen, welche Konsequenzen ein flächendeckender Mindestlohn hat. Das Geeiere der Springer-Tochter Pin gilt nicht: es hat sich wohl schon herumgesprochen, dass die aktuellen Probleme dort eher hausgemacht sind, insoweit sie es nicht sind, werden sie politisiert. Also: wie kann man es herausfinden? Selbst als Befürworter des sich selbst regulierenden Marktes muss man zugeben, dass etwas nicht stimmen kann mit dem System, wenn Menschen vom Lohn für eine Vollzeitstelle nicht leben können. Ganz nebenbei: diese Menschen sind auch Marktteilnehmer, wenn man also über zurückhaltenden Konsum klagt, mag die Ursache dafür auch darin begründet liegen, dass ein nennenswerter Teil der Bevölkerung einfach kein Geld hat.
Der Herr Sinn
Ich wundere mich in diesem Zusammenhang über einen Vorschlag von Herrn Sinn: der Staat soll solche Löhne »auffüllen«, bis es zum Leben reicht (Kombilohn-Modell). Weil solche Leute nicht qualifiziert genug sind, um eine zureichende Wertschöpfung zu erarbeiten. Klingt in sich stimmig und von der Warte eines Wissenschaftlers aus ist es das wohl auch — der gute Mann hat das schließlich studiert und tut den ganzen Tag nichts anderes, als über solche Sachen nachzudenken. Aber irgendwie zäumt der Ansatz das Pferd von der falschen Seite her auf, zumindest gefühlt, wenn man soziale Marktwirtschaft als Gesellschaftsmodell begreift. Auch mit freier Marktwirtschaft hat er nicht viel zu tun (haben Sie das mit Ihren Freunden von der FDP abgesprochen, Herr Sinn?). Es kann natürlich sein, dass der Herr Sinn ein heimlicher Fan des bedingungslosen Grundeinkommens ist … das wäre zumindest konsequent. Ich fürchte nur, die Menschen sind noch nicht ganz soweit: wir haben uns noch nicht genug gelangweilt, um freiwillig zu arbeiten.
Der Unternehmer
Wenn ich einen Businessplan für ein beliebiges Unternehmen schreibe (was ich vereinzelt schon getan habe), ist das Lohnniveau nur ein einziger Parameter von sehr, sehr vielen. Wenn es hoch ist, kann ich trotzdem Erfolg haben, wenn mein Wettbewerb träge ist (bzw. ich weniger träge als der Wettbewerb), der Geldbeutel meiner Kunden voll ist, meine Produkt toll sind und jeder sie haben mag, mein Marketing clever ist … Viele dieser Aspekte habe ich als Unternehmer selber in der Hand. Wenn ich mir all dieser Parameter bewusst bin, mich an den Markt wage und »verliere« — ist es dann nicht unfair, dem Staat die Schuld zu geben? Oder umgekehrt: ist es nicht ein klein wenig moralisch verwerflich, von vorneherein mit einem Lohnnieveau zu kalkulieren, das unter Hartz IV liegt?
Warum eigentlich die Eile?
Freilich: mal schnell eben einen Mindestlohn einzuführen, der in einzelnen Branchen eine Verdoppelung der Lohnkosten bedeutet, kann die Lösung auch nicht sein. Aber wenn ein Unternehmen in einem Zeitraum von fünf oder vielleicht zehn Jahren nicht in der Lage ist, seine Businesspläne entsprechend zu justieren, versagt es eben kaufmännisch und hat den Verlust von Arbeitsplätzen selbst zu verantworten. Zumal die Regeln für alle gelten. Sorry, so funktioniert die soziale Marktwirtschaft, soweit ich sie verstanden habe.
Einige Artikel zum Thema:
Heute morgen musste ich mich ziemlich über eine verbitterte ältere Dame aufregen. Doris Lessing hat in ihrer Nobelvorlesung (die sie aus gesundheitlichen Gründen nicht selbst vortragen konnte) gleich mehrfach deutlich gemacht, dass sie wohl einige Entwicklungen der letzten knapp 50 Jahre nicht mehr ganz verstanden hat.
Sie prangert an:
Die Kinder wissen immer weniger über die Welt in der sie leben, weil sie zu wenig lesen.
Ich würde lügen, wenn ich nicht der Ansicht wäre, dass Lesen bildet. Ich habe immer viel gelesen und halte immer noch einen Schnitt von zwei bis drei Büchern pro Woche. Aber: es gibt andere Medien, die sinnvoll eingesetzt, genauso viel zur Bildung beitragen können wie ein Buch. Manche Zusammenhänge werden durch Bilder, O-Ton oder Schemas transparenter, als durch einen Roman.
Menschen verbringen den Tag mit dem Internet und seinen Belanglosigkeiten (wie bloggen oder bluggen).
Es gibt recht viele Menschen, die es schaffen, ihr ganzes Leben mit Belanglosigkeiten zu verbringen ganz ohne dafür zwingend das Internet zu benötigen. Und sicherlich gibt es ein paar Internet-Junkies. Der überwiegende Rest der Internet-Nutzer tut genau das: es nutzen. Und selbst belanglose Blogs sind meiner Ansicht nach der demokratischen Bildung zuträglicher als passiv konsumierte Boulevard-Zeitungen. Dass nicht in jedem ein Tucholsky steckt: geschenkt.
Sie vermisst in der westlichen Zivilisation den »Hunger nach Büchern«.
In der Rede beschreibt sie in fast rührseliger Weise, wie wertvoll in der dritten Welt Bücher sind. Ich bestreite dies auch nicht. Auch bewundere ich ihr Engagement, Bücher dorthin zu schaffen. Aber: Den unterstellten Gegensatz, nämlich, dass der westliche Kulturkreis Bücher nicht mehr zureichend schätzt, sehe ich nicht. Wieviele Bücher werden heutzutage jährlich herausgebracht (und vermutlich zum Teil sogar gelesen)? Wieviele waren das zur Jugendzeit von Frau Lessing? Ich antizipiere mal folgende Replik: »Ja, aber das waren damals sehr viel bessere Bücher, heutzutage wird ja nur noch Schund gedruckt!« Jaja, früher war halt alles besser …
Hier muss ich noch etwas einschieben, quasi die Antithese: Diese eine da aus dem literarischen Quartett, Name tut nichts zur Sache, die mit der sich der Reich-Ranicki immer gezofft hat, irgendeine Österreicherin mit einem Besteck als Namensbestandteil … äh — wo war ich?
Ach ja: Frau Löffler hat letzte Woche etwas ähnlich verschlüsseltes gesagt, nämlich, dass die Flut der Bücher heutzutage es unmöglich macht, noch halbwegs hinterher zu kommen, es bleibe keine Zeit mehr, einzelnen Werken den ihnen gebührenden Respekt zu zollen. Und das findet sie schade. Das Problem ist halt, dass diese Leute etwas nicht verstanden haben:
- Ja, es wird immer einfacher, Bücher herauszubringen.
- Ja, es werden immer mehr Bücher und immer weniger Buchhandlungen.
- Ja, es ist sicherlich auch viel Schund dabei (wobei ich ab und an auch gerne guten Schund lese …).
- Ja, es kann verschiedene Literaturen geben, auch solche, die alte Kritiker nicht verstehen.
- Ja: wenn Literaturkritiker nicht mehr mitkommen, wird sich vielleicht auch die Kritik demokratisieren: Amazon und andere Online-Händler (sic!) zeigen mit Bewertungssystemen sehr eindrucksvoll, wie das geht.
Und das ist vielleicht die Angst, die hinter solchen — sorry Frau Löffler — schwachsinnigen Kampfthesen steckt: überflüssig zu werden. Davor hat jeder Angst, und dann beschwört man schon gerne mal seine eigenen Glanzzeiten (siehe dazu unten auch weiter beim Stichwort Baggy-Pant).
Noch ein Nebensatz zur Aufmerksamkeit für Bücher: es gibt welche, die im Internet von ihren Fans regelrechte Schreine erhalten — das sind in der Regel nicht solche, die von renommierten Kritikern rezensiert wurden.
Ältere Leute begreifen erst, wenn die mit jüngeren reden, wie sehr lesen bildet.
Es ist es extrem unfair, von einem Heranwachsenden zu erwarten, dass er genauso viel weiß, wie jemand der bereits einiges erlebt hat. Dabei geht es aber weniger um angelesenes, lexikalisches Wissen, sondern um Lebenserfahrung, die sich ganz wesentlich dadurch bildet, dass man in der Lage ist, Informationen sinnvoll zu vernetzen. Sicherlich trägt lesen dazu bei, solche Vernetzungen zu schaffen, aber Fernseh-Reportagen, Wikipedia und Gespräche mit Mitmenschen eben auch. Wer nur Bücher liest, den würde ich als Autisten bezeichnen, nicht als gebildeten Menschen.
Mein Opa war auch immer betroffen, weil ich nicht alle Flüße Bayerns aufsagen konnte, weil wir es schlichtweg in der Schule nicht mehr auswendig lernen mussten. Wozu auch, es gibt ja Atlanten, in denen man nachschauen kann? Irgendwie hat er aber gefühlt, dass es heute andere Prioritäten in der Bildung gibt: unsere Welt ist deutlich komplexer als die meines Großvaters.
Und noch ein Blick in die Vergangenheit der Frau Lessing (ok, in die Zeit, als sie aufgewachsen ist): Da wurden die Kinder durch autoritäre Schulsysteme gezwungen, bestimmte Texte zu lesen — und haben vermutlich danach nie wieder gelesen. Eine klitzekleine Elite durfte mehr lernen, der Rest war eh´ ein Fall für die Fabrik oder den Herd. Man könnte jetzt einen Fortschritt konstruieren: immerhin lesen die Leute heutzutage leicht verdauliche, weil vorgekaute Schlagzeilen-Häppchen … ok, das ist nicht wirklich besser. Aber halt auch nicht schlechter als damals.
Schließlich: es ist definitiv »out« über nachfolgende Generationen zu konstatieren, diese taugten weniger als die eigene. Der Drang zum Lästern ist verständlich — ich finde zum Beispiel Baggy-Pants wirklich extrem albern — aber über das, was ich mit 16 getragen habe, hat die Geschichte bereits ihr gerechtes Urteil gefällt. Und über das, was ich damals gedacht habe sowieso.
- Kurzer Artikel bei heise
- Vollständige Vorlesung (deutsche Übersetzung)
- Doris Lessing in Wikipedia
Noch ein bisschen O-Ton:
Wie werden wir uns, wie wird sich unser Geist verändern durch dieses neue Internet, das eine ganze Generation mit seinen Belanglosigkeiten verführt hat, sodass selbst einigermaßen vernünftige Leute zugeben, dass man sich nur schwer losreißen kann, wenn man einmal süchtig ist, und es sein kann, dass auf einmal ein ganzer Tag mit Bloggen und Bluggen und so weiter vergangen ist.
Nachtrag 12.12.2007: Eine Nacht darüber geschlafen habend verstehe ich, warum ich mich überhaupt aufrege: Wenn ein Bild-Leser so etwas geschrieben hätte, würde mich das nicht jucken. Wenn dagegen ein Mensch, den ich normalerweise für sein Nachdenken sehr schätze …
Heute abend ist ja diese »Licht-Aus«-Aktion. Schön und gut, machmer halt für fünf Minuten das Licht aus und danach wieder an. Tut ja nicht weh. Jetzt lese ich gerade, dass Google sich an dieser Aktion beteiligt. Und dass die Bild da auch dabei ist. Von der Google-Startseite:
»Die Klimaschutz-Kooperation „Rettet unsere Erde« von BILD, BUND, Greenpeace und WWF ruft gemeinsam mit Google und ProSieben jeden Einzelnen zum Handeln auf.«
Wow, das ist verwirrend, ich kann mich an Zeiten erinnern, da hat die BILD den BUND noch für staatsfeindlich gehalten, Greenpeace sowieso, wobei die schon fast Terroristen waren.
Jetzt kommt vielleicht bald das »Volks-Schlauchboot« zum Walfang-Verhindern oder das »Volks-Vogel-Beobachtungsset« mit Fernglas, Bestimmungsbuch und Gummistiefeln.
Wobei endlich mal ein »Volks-Hirn« angebracht wäre, eventuell in Kooperation mit der Gesamtschule Sprockhövel-West, aber das nur nebenbei. Jedenfalls bin ich jetzt etwas orientierungslos, da mein kultureller Leitstern darniedersinkt …
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Also, ich bin ja für soziale Gerechtigkeit und alles. Aber man kann es auch übertreiben: der Kurti möchte ein neues Gesetz (wir haben noch nicht genug, neinnein …), das verhindern soll, dass Manager zu hohe Abfindungen bekommen. Mit dem ersten Teil der Argumentationskette kann ich mich dagegen sehr gut anfreunden, der Transparenz: zu wissen, wieviel die Herrschaften verdienen, würde wohl nicht schaden. Man kann ja — ganz kaufmännisch — daneben schreiben, was dafür geleistet wurde. Dann würde vielleicht eine Art Regulierung greifen. Wenn dann ein unanständiges Maß erreicht wird, könnte man gleich die Gewerkschafter und Betriebsräte neben den Manager an den Pranger stellen — die haben in der Regel so etwas immer mit entschieden.
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… denn immerhin findet ja eine Diskussion statt. Schon bemerkenswert, dass ein hochrangiger Bundesanwalt sagen kann, dass die Online-Duchsuchung vermutlich gar nicht sooo clever ist. Ohne Herrn Griesbaum, immerhin stellvertretender Generalbundesanwalt, genauer zu kennen — ich gehe mal nicht davon aus, dass so jemand als utopischer Spinner im engeren Sinne bezeichnet werden kann. Sogar ein FDP-Mensch darf so etwas sagen, ohne gleich für fünf Tage verhaftet aus der Partei geworfen zu werden, und das obwohl er im Ländle sogar Öttingers Justizinister ist. Bemerkenswert.
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Die Online-Enzyklopädie Wikipedia stellt das Internetangebot des renommierten Brockhaus http://www.brockhaus.de/nachschlagen klar in den Schatten. Laut einem aktuellen Test im Auftrag der Zeitschrift stern schneidet das Mitmach-Lexikon, das von Internetnutzern gestaltet wird, insgesamt weit besser ab als der von professionellen Redakteuren betreute Brockhaus. Im Test wurden 50 zufällig ausgesuchte Beiträge aus den Gebieten Politik, Wirtschaft, Sport, Wissenschaft, Kultur, Unterhaltung, Erdkunde, Medizin sowie Geschichte und Religion von Experten des Instituts »Wissenschaftlicher Informationsdienst Köln« überprüft. Als Kriterien wählten sie Richtigkeit, Vollständigkeit, Aktualität und Verständlichkeit, die nach Schulnotensystem bewertet wurden.
Wikipedia erreichte bei dem Test die Durchschnittsnote 1,7 und liegt damit um eine ganze Stufe besser als der Online-Brockhaus, der nur mit 2,7 bewertet wurde. Besonders gut schnitt Wikipedia in punkto Aktualität ab.
Spontan freue ich mich über diese Nachricht, da Wikipedia »gefühlt« etwas Basisdemokratisches hat, während der Brockhaus (ebenso »gefühlt«) eher für konservatives, leicht angestaubtes Wissen steht. Aber irgendwie gibt mir folgendes zu denken: was wäre, wenn sich alle Anbieter von Nachschlagewerken geschlagen geben würden und »aufstecken«? Gegen diese Konkurrenz kann man schließlich nicht anstinken … und dann Google kommt, und den ganzen Laden aufkauft? Es gäbe ein Quasi-Monopol auf Wissen. Da kann Google noch zu »gut« sein, das kann nicht gutgehen. Vielleicht ein Grund, hin und wieder mal in den Brockhaus zu schauen, und sei es nur, um zu vergleichen.

