turbobrain

kulturkritik des abendlandes

Mit der Kennt­nis des Akro­nyms FTD zeigt der moderne Busi­ness­kas­per, dass er zum Kreis der Ein­ge­weih­ten gehört. Seit ges­tern erstrahlt die Web­site der Finan­cial Times Deutsch­land in neuem Glanz. Des­we­gen schiebe ich mal einen kur­zen Veriss ein.

Ers­ter Eindruck

Papier?!Wirkt zwar moder­ner, aber weni­ger auf­ge­räumt. Man hat end­lich auf die letz­ten Reste von Schat­ten­wür­fen und 3D-Effekten ver­zich­tet. Bis auf einen: den Hin­ter­grund bil­det eine feine Struk­tur, die wohl Papier dar­stel­len soll, diese Ver­mu­tung stütze ich auch dar­auf, dass oben, rechts und unten ein Papier­sta­pel wie von einer auf­ge­schla­ge­nen Zei­tung ange­deu­tet ist. Das ist so albern, dass ich mich frage, wer da zu prü­geln ist: der Web­de­si­gner, dem die Phan­ta­sie durch­ge­gan­gen ist, oder der Ent­schei­der, der am liebs­ten sowieso das Inter­net aus­dru­cken möchte.

Der »Kopf«

coole IdeeDie Anord­nung der ein­zel­nen Blö­cke folgt kei­nem erkenn­ba­ren Ras­ter und wirkt völ­lig unmo­ti­viert, unsy­me­trisch und unaus­ge­wo­gen. Immer­hin ist alles wich­tige da, eine pro­mi­nente Such­funk­tion (gut), unmo­ti­vierte Links auf irgend­wel­che Schwer­punkte, Tools und Pro­dukte (WTF?!) und ein in mei­nen Augen recht gelun­ge­ner Schnell­ein­stieg: die Mög­lich­keit, die quasi nach Wunsch oder Nut­zungs­pro­fil die Auf­ma­chung der Start­seite zu wäh­len, finde ich gar nicht mal schlecht: es gibt ein »klas­si­sches« Por­tal, eine Nach­rich­ten­liste für »Schnell­le­ser«, eine Liste aller Mei­nun­gen und Kom­men­tare für Dis­kus­si­ons­wü­tige und eine Sicht für Bildlekucker.

Dar­un­ter eine Menü­leiste, die alle Res­sorts zügig erschliesst, wenn­gleich ich diese Flyout-Dinger eigent­lich nicht so mag, aber das ist Geschmacks­sa­che. Warum die Navi­ga­tion nicht hori­zon­tal und ver­ti­kal zwi­schen den bei­den Linien zen­triert ist, wis­sen nur die Göt­ter des Web­de­signs, moti­viert wirkt das jeden­falls nicht, son­dern hingeschustert.

Der »Body«

Papier?!Hier wird es ein bischen bes­ser, was die Gestal­tung angeht. Gut finde ich, dass man nicht der Ver­su­chung erle­gen ist, den lachs­far­be­nen Hin­ter­gund für Text zu ver­wen­den. Man kann Stern­chen­be­wer­tun­gen machen — gähn. Neben der Schlag­zeile ist ein klei­nes Sym­bol, mit dem man sich den Arti­kel mer­ken kann. Sicher­lich nett für Leute, die nicht mit RSS arbei­ten und nur die FTD »konsumieren« — und wohl genau des­we­gen an der Kern­ziel­gruppe vor­bei, schätze ich. Ansons­ten folgt die FTD dem Trend, den Arti­kel nach links zu packen und rechts eine dicke Rand­spalte voll­zu­kra­men. Auf dem Breit­bild­mo­ni­tor finde ich das eher läs­tig, auf einem mobi­len Gerät, das die Dar­stel­lung nicht anpasst, wohl eher gut. Was ich noch gerade bemerke: ich habe auf Internet-Explorer gewech­selt, weil ich kucken wollte, ob der Kopf da bes­ser aus­sieht — tut er nicht. Aber: da ist rechts noch eine dritte Inhalts­spalte, die der Fire­fox ein­fach unter­schlägt — unter ande­rem ist da der täg­li­che Alex-Strip drin! Ich hatte mich schoin gewun­dert, dass da rechts noch soviel Platz ist … wow, hat man da nicht getes­tet? In mei­nen Sta­tis­ti­ken ist FF3.5 gerade mal mit 35 % der häu­figste Browser …

Das ver­nich­tende Urteil

Im Ernst: das ist rich­tig schlecht gewor­den. Der eine Dau­men für die weni­gen brauch­ba­ren Usability-Ansätze und die Schnell-Einstiege.

Peterchen-Rating: 1 von 5 (fail)

Peterchen-Rating: 1 von 5 (fail)

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