Mann, das nimmt langsam groteske Züge an. Was mich bei dieser ganzen Diskussion nervt: warum macht die eine Wahrheit — dass Schnutinger ziemlich naiv über das gesponsorte Handy geschieben hat und ihr Gesicht für eine höchst fragwürdige Kampagne hergeliehen hat — die andere Wahrheit — dass Schnutinger seit langem clever und lesenswert bloggt — plötzlich unwahr? Gut — an der Stelle verstehe ich ihre Reaktion dann wieder nicht: wer in die Küche geht, muss die Hitze aushalten.
Zur Psychologie: Der Neid-Ansatz (dass wir Beta– und Gamma-Blogger es einfach nicht abkönnen, wenn die Alphas die ganze Aufmerksamkeit abbekommen) ist nur vordergründig wahr. Solange das einseitig war, war das in Ordnung, irgendwie waren die Alphas doch noch »welche von uns«. Wenn sich Alphas nun kaufen lassen (ich rede hier nicht von Lobo, der ist ja selbst ein Produkt), fühlen wir uns in dieser gefühlten Verbundenheit verraten. Deswegen die Häme, Frau Schnutinger.
Dass es anders geht zeigen zwei meiner Lieblinge, der Shop-Blogger und der Taxi-Blogger. Beide muss man nicht mögen, aber beiden kann man definitiv nicht den Vorwurf machen, sich zu verbiegen. Die bloggen, weils ihnen Spaß macht.
Ein paar Links:
- Prevanchisten und die Erfindung des Mobs
- SpOn-Artikel: Vodafone-Kampagne treibt Bloggerin zum Ausstieg
- Artikel bei wirres.net: Frau Schnutinger macht PR
- Erklärung von Schnutinger
Nachtrag, 7.8.2009: der Titel ist erklärungsbedürftig. Ich war im Netz über einen Artikel gestolpert, der den Titel ohne Fragezeichen hatte. Mein Post war eher als Gegenrede konzipiert und hat sich dann selbständig gemacht. Jetzt stelle ich fest, dass die Kombination bei Google meinen Post auf Platz 1 hebt, was den Eindruck erweckt, der Ausdruck wäre von mir. Blöderweise finde ich jetzt den Ursprungsartikel nicht mehr. Gut, dass ich nicht Journalist geworden bin …
3 Kommentare
-
Stefan:
Das Bestattungsblog nicht zu vergessen ;-)
-
admin:
stimmt: Bestatter-Blog
-
Die 6 wichtigsten Links für Social-Media | turbobrain:
[…] Dabei ist eines wichtig: nicht die Tools, die technischen Ausprägungen sind für eine nähere Betrachtung relevant, sondern die Revolutionierung des Kommunikationsverhaltens im Internet. Das Grundprinzip ist eigentlich schon älter als das Internet selbst: Foren oder Bulletin-Boards gab es schon vorher. Während sich dort meist jedoch nur »Eingeweihte« in eng umrissenen Interessengruppen tummelten, bezeichnet Web 2.0 die Tatsache, dass der Austausch von Informationen Normalzustand für eine breite Masse wurde. Das geht inzwischen sogar so weit, dass Konzerne wie Vodafone auf den Zug aufspringen (siehe diese »Generation Upload«-Kampagne, u.a. mit Schnutinger). […]















