Na, das geht ja schon mal gut los: während man sich bei den anderen nur ein Akronym merken muss oder zumindest ein Wort ohne Umlaut, haben es die Bündnis90dieGrünen hart. Wobei ich immerhin gleich auf Anhieb getroffen habe mit www.gruene.de (war/ist das Bündnis 90 da nicht sauer?!). Geht mal nicht in die Wertung ein, dafür können se ja nun mal nix. Auch Inhalte bleiben aussen vor, da gibt es zum Beispiel bei Golem etwas zu lesen.
Der erste Eindruck
Ein fettes, durchgestrichenes Hakenkreuz oder ein bananenfarbiges Fass dort, wo auf nomalen Portalen die teuren Anzeigen sind. Auf Anhieb fällt es schwer, eine Ordnung auszumachen — wenngleich eine da ist. Der oberste Block trägt das Logo, eine prominente und breite Suchmaske (gut so!) und einen markigen Sinnspruch, Claim auf neudeutsch. Durch die Schattierung und die Struktur im Claim wirkt die ganze Website etwas … schmutzig, positiv formuliert würde man wohl »Grunge-Design« sagen. Darunter sausen aktuelle Themen Flash-animiert durchs Bild, ein wenig zu hektisch, für meinen Geschmack. Dann erst, so hat man den Eindruck, geht die Website erst richtig los, ist so etwas wie eine Navigation zu bemerken. Irgendwie hat man das Gefühl schlechter Platzausnutzung.
Bis auf die andere Anordnung ist aber dann gar nicht soviel anders als bei der Konkurrenz: ein (hier bescheidener ausgeführter) Bereich für die Stimmung, einer für aktuelle Themen, einer für Aktionen und viele bunte Bilder. Etwas ruhiger wird es erst auf der dritten Ebene, aber auch hier sind neben dem Text viel zu viele bunte Bilder, die wie Banner wirken und um Aufmerksamkeit heischen. Vielleicht werde ich alt, aber ich überfordert das ganz ehrlich: too much!
Formal habe ich zu bekritteln, dass die Inhalte, die den Unterschied zwischen zwei beliebigen Seiten ausmachen, manchmal einfach untergehen. Man klickt, auf den ersten Blick ist alles gleich (haufenweise bunte Bilder im rechten Bereich), nur gaaaanz links ändert sich der Text. Mag auch mit meiner Marotte zu tun haben, dass ich den Browser auf Vollbild habe und die Website ganz links »pappt«.
Versöhnen tut mich dann wieder die Mini-Sitemap nach Art einiger Blogs als »Fußzeile«. Damit können auch alte Knacker wie ich mit kurzer Aufmerksamkeits-Spanne etwas anfangen.
Social-Media-Kram
Keine vollmundigen Logos, dafür eine Art Lifestream, in dem auch die Twitter-Feeds der Partei auftauchen. Dort tendenziell eher besser als bei den anderen: 60 Tweets (seit Ende Juli), viele Antworten auf Fragen (es wird also nicht nur gesendet), 751 Follower (soviel wie die CSU …) und immerhin 1.005 Verfolgte — Respekt. Randnotiz: in der Liste der Follower habe ich @gruene_piraten gefunden — wie das wohl zusammengeht?
Basisdemokratie?
In mancherlei Hinsicht wirkt der Auftritt zusammengeschustert, als wären viele Ideen, die eigentlich nicht zusammengehen unbedingt zusammengehend gemacht worden. Vielleicht spiegelt das die Absicht der Macher wider, Vielfalt zu zeigen. Oder es musste halt viele Leute gefragt werden, was »drauf« soll. Immerhin hat es für einen Grafiker gereicht, der dem ganzen Wust immerhin den Anschein einer einheitlichen Grafiksprache gibt.
Das gefürchtete Peterchen-Ranking
Ich bin wohl einfach zu alt für den Scheiß …
2 Kommentare
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Adell Kastens:
Da haben die Grünen erneut vielen gezeigt, wie es geht! Und der fiese Bundesbürger ist nicht so leicht zu beeinflussen, wie es die Politiker in Berlin sicherlich hätten. Aber was ist passiert? Die Mehrheit der Einwohner hält den Anti-AKW-Kurs der Bundesregierung für plumpe Wahlkampftaktik und genau deswegen haben viele Staatsbürger in BW das Richtige gewählt: Die Grünen. Und was lernen wir daraus? Liebe Politiker, ihr müsst euch schon ein wenig mehr mühe geben und uns keinesfalls für blöd verkaufen — wir können exakt sehen, was eine nachhaltige eigene Meinung ist und wer seine Fahne lediglich in den Wind hält. Da können Parteien wie die CDU noch so viele Aufkleber bei vermutlich-ein-spamlink.de ausdrucken wie sie wollen, es bringt nichts.
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Peterchen:
Sorry, den Link musste ich bearbeiten, roch zu sehr nach Spam. Ansonsten verstehe ich auch nicht viel vom Geschriebenen, aber sei es drum …

