Ja, bitte. Sicherlich spricht da auch der Ex-Raucher in mir, und das sind bekanntlich die schlimmsten Nichtraucher. Aber mal Hand aufs Herz: Rauchen ist schädlich, auch für Passivraucher und Rauchen ist eine Sucht, die aus meiner Sicht nicht als Ausdruck persönlicher Freiheit dient. Denn da setzen viele Kritiker des Rauchverbotes an: an der persönlichen Freiheit des Einzelnen gegen die Bevormundung durch den Staat. Und wenn man die Opferrolle noch gleich mit markigen Vergleichen garnieren kann (wie weiland Anett Louisan oder ein paar echt bescheuerte Gschäfterlmacher), umso besser.
Wie weit es damit her ist, habe ich heute auf dem Weg zur Arbeit im Radio hören dürfen: eine Reporterin fragt an einem typisch bayerischen Stammtisch nach Meinungen. Da war dann auch die ganze Menge an Plattitüden zu hören: »Liberalitas Bavariae ist gefährdet!«, »Leben und leben lassen!« und »Sag dem Freistaat leise Servus« (wobei der Knabe mal nachschlagen sollte, was mit dem Begriff eigentlich gemeint ist …), jedenfalls solle doch jeder nach seiner Fasson glücklich werden dürfen. Auf die Frage, ob einer der Anwesenden vielleicht doch für das Rauchverbot sei, meinte einer ganz trocken: »der dad do ned lang sitzn!« — für meine hochdeutschen Leser: »der würde hier nicht lange sitzen!«. Jetzt würde ich gerne wissen, ob dem Manne irgendwann noch klargeworden ist, wie sehr er sich damit ins Knie geschossen hat.
Und zur Freiheit als solcher: mit exakt den gleichen Argumenten kann ich Kinderschändung, Genmais, Waffenhandel und viele andere Dinge legitimieren, von denen ein normaler Mensch weiß, dass sie sich nicht gehören. Oder?
2 Kommentare
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ComBilder:
Beide Seiten haben irgendwo ihre Argumente. Mir als Raucher ist folgendes passiert (als man in Restaurants noch rauchen durfte)
Ich sitze ganz allein im Restaurant, an die Zehn Tische waren frei. Ich zünde mir nach dem Essen also eine Zigarette an und was passiert? Eine sehr unfreundliche Frau (mit Kinderwagen) kommt herein und möchte sich setzen. Wohin setzt sie sich? Ganz genau, gleich neben mich. Noch wärend sie sich setzte kam ein: »machen Sie gefälligst die Kippe aus, ich habe hier ein kind«.
Ich an ihrer stelle hätte ich mich drei Tische weiter gesetzt, aber da saß ja kein Raucher!
In diesem Sinne, gegen jedes Rauchverbot.
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Peterchen:
Militante sind immer verkehrt. Und da hätte ich mich auch geärgert.
Aber ich bleibe auch dabei: Rauchverbot ist die einzige vernünftige Option.















