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Lebensraum schaffen? Schon mal gehört …

Golem bringt heute ein Interview mit einem “Direktor des Instituts für Planetenforschung am DLR”, Tilman Spohn. Das geht soweit in Ordnung, wenn man Reiter (heise hat den heute , aber der erzählt dort genau das gleich: wie alt er war, warum die Mondlandung wichtig war etc.), Merbold oder andere Klugschwätzer nicht bekommt, nimmt man halt den. Das Interview ist soweit auch ganz ok, da redet halt ein Phantast (wie ich) über die Faszination des Weltalls und die Notwendigkeit, selbiges zu erforschen. Dann kommt Golem und gibt dem Interview einen Titel:

“Wir müssen Lebensraum im All schaffen”

Wow, das saß. Ich musste mich fast zwingen, das Interview dann noch zu lesen. Habe ich dann aber, und mich nicht wenig gewundert, dass der Satz so gar nicht gesagt wurde. Mal völlig davon abgesehen, dass ich einem Planetenforscher nicht unbedingt zutraue, Sozialmodelle des 26. Jahrhunderts zu entwerfen. Aber gut, spinnen dürfen wir alle.

Noch ein paar Linkstipps zum Mond:

Apollo 11

nasaNAS~5~5~21609~126389ist heute vor 40 Jahren im Anflug zum Mond gewesen. Diese ganze Mondlandung-Sache ist für mich eine der prägendsten Ereignisse überhaupt. Als Teenager überwog ganz klar die Begeisterung: mit meinen Freunden zog ich des Nachts auf Felder, mit Teleskop und Fernglas, mit selbstleuchtender Sternkarte. Ich weiß noch wie heute, als ich zum ersten Mal die Ringe des Saturn mit eigenen Augen gesehen habe, und ich kann mich einer gewissen kindlichen Freude nicht erwehren, wenn ich eine Doku über die amerikanische Raumfahrt sehe – so wie jetzt gerade auf S-RTL. Auch mein Hang zu eskapistischer Literatur hat sich bis heute gehalten.

Natürlich hat das erwachsene Peterchen manchmal eine etwas distanziertere Sicht: ohne kalte Krieg hätte es die Mondlandung nie gegeben. Und dass sie geklappt hat, war eigentlich nur Riesendusel. Mal ehrlich: Computer mit der Leistungsfähigkeit eines heutigen Taschenrechners, diese riesige Energierverschwendung, nur um ein paar Leute und ein bisschen Lotec zum Mond zu bringen … gerade so unwahrscheinlich, Verschwörungstheoretiker zur Aussage zu verleiten, die Mondlandung habe nie stattgefunden. Wenn man bedenkt, das der Film 2001 bereits 1968 erschien, ist die Vorstellung gar nicht so abwegig: ein Fake wäre zumindest deutlich billiger gewesen. Es gab da ja auch noch einen anderen Film, das “Capricorn-Projekt”, in dem eine komplette Marslandung gefaked wird.

Die meisten Argumente der Verschwörung sind Blödsinn und missachten die einfachsten Regeln von Physik und Logik. Beispiel: es wird angeführt, dass die Hasselblads der Astronauten nicht hätten funkionieren können, weil die Temperaturschwankungen so groß seien. Die fotografischen Emulsionen wären also weit über die Spezifikation hinaus gegrillt oder tiefgefroren worden. Was diese Deppen übersehen: Vakuum hat per Definition keine Temperatur. Ähnlich simpel lassen sich die ganzen anderen “Argumente” entkräften: das Wehen der Fahne ist kein Wind, sondern das Nachschwingen, das im Vakuum einfach ein bisserl länger dauert als in einer windstillen Atmosphäre, die nicht-parallelen Schatten, die fehlenden Sterne auf den Fotos, die irreführenden Horizionte … und dann wieder: nachdem die NASA auch dem ökonomischen Prinzip unterworfen war, kann ich mir ganz gut vorstellen, dass die Mondlandung zwar stattgefunden hat, viel “Footage” aber in Studios entstanden ist. Ändert aber nichts an der Faszination.

Ein paar Linktipps: