Schlagwort-Archiv: apple

As Kraut ausg’schütt’ …

.. hat Facebook jetzt bei mir endgültig. Hintergrund ist dieser Beitrag im Spiegel zu einer Werbekampagne von “Aktion Mensch”, die von Facebook zurückgewiesen wurde.

Ich finde das nicht nur aus einem Grund zum Kotzen:

Die Kampagne ist ausnahmsweise mal wirklich geeignet, etwas mit Vorurteilen in Köpfen zu tun. Aber unabhängig davon: eine soziale Kampagne (die sogar bezahlt ist!) aus fadenscheinigen Gründen zurückzuweisen, und diese ganze Mafia-Wars, Farmvilles und  Küsschen-senden-Scheiße nicht, ist schon wirklich eigenartig.

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Don’t make me think!

Ich bin kein Grafiker. Nicht mal ein Designer. Mit viel Gnade kann man mich einen ambitionierten Hobby-Pixelschubser heißen. Aber einen gewissen Sinn für den ganzen hübschen Kram, den die Profis so bauen, traue ich mir schon zu. Und so verfolge ich natürlich aktuelle Trends und bin ein eifriger Student der Historie der Gebrauchsgrafik. Mir persönlich gefallen immer die auf das wesentliche reduzierten Sachen: Bauhaus, alte Braun-Stereoanlagen, Aicher-Piktogramme … auch bei modernem Kram würde ich zugeben, dass mein Google-Handy der ersten Generation, nun ja, nicht ganz so hübsch ist wie ein iPhone. Und da sind wir schon bei den Floskeln und den Antagonisten, mit denen ich mich heute beschäftigen möchte: Google und Apple.

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Das iPad …

… wird aktuell von vielen kritisiert, weil die Summe seiner Einzelteile so viel billiger ist, als der Verkaufspreis des Endprodukts. Wer mich kennt (oder hin und wieder diesen Blog liest) wird mich nun auf Seiten der Kritiker vermuten – diese Erwartungshaltung muss ich indes herb entäuschen: Apple hat nie behauptet, ein Wohlfahrtsverein zu sein, und exakt so funktioniert die Wirtschaft: ich kaufe preiswerter ein, als ich verkaufe. Ganz nebenbei kostet es auch eine Kleinigkeit, herauszufinden,wie man die Einzelteile so zusammenbastelt, dass etwas herauskommt, was viele Menschen unbedingt haben wollen (man nennt das “Entwicklung” und “Marktforschung”).

Was mich schon wieder mehr auf die Palme bringt: der Deal mit Amazon, denn der wird darauf hinauslaufen, dass ich auch künftig viele Bücher nicht im ePub-Format bekomme, sondern mir entweder einen häßlichen Kindle oder eben ein iPad kaufen muss.

Apple kann man …

… hassen, lieben, ignorieren, was auch immer. Aber sie jetzt, wo wirklich jeder Depp ein iPhone hermuschleppt, als Marke für Individualisten zu bezeichnen, ist genauso bescheuert, wie bei einem Audi A4.

Apple-Kram

Sorry, der Kulturpessimismus übermannt mich mal wieder. Nachdem ich mich zwei Tage darüber aufgeregt habe, wie Presse und Publikum über dieses minderwertige Stück Technik derart in Wallung geraten können, dass selbst die offensichtlichen Mängel nicht erkannt werden, erkenne ich: das Teil ist nicht für Leute wie mich entwickelt worden und wird erfolgreich werden.

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Warum ich Apple nicht mag.

jobsZugegeben: Apple hat (meist) ein geiles Design. Die Reduktion auf die pure Funktion gelingt fast so gut wie bei Google und die Firma hat eine perfekte Vermarktung, perfektes Gespür für den richtigen Zeitpunkt, eine Innovation in den Massenmarkt zu werfen.

    Aber:

    • Apple steuert auf ein fieses Monopol zu. Verschmähte Google Voice-Apps: Anruf aus Cupertino sorgt für Gänsehaut
    • Wo immer das Monopol bedroht ist, wehrt sich Apple mit allen fairen und unfairen Mitteln, mit Klauen, Zähnen und (Pseudo-)Patenten. Ohne fremde Patente zu respektieren, und wenn man ein fremdes Patent zur Kenntis nimmt,  dann nur mit Klagen, bis dem Patent-Inhaber die Luft ausgeht.
    • Apple zockt Musikkäufer ab. Mal ehrlich: das Zeug aus dem iTunes-Store ist doch heillos überteuert. Als eine CD zehn Euro gekostet hat, war da ja immerhin ein Stück Plastik mit Papier und noch mehr Plastik drumherum herzustellen und durch die Gegend zu schippern. Da sind 99 Cents für eine virtuelle Ware, die ich nicht mal uneingeschränkt benutzen darf, einfach eine Frechheit. Irgendwo im Netz habe ich mal eine kreative, wenngleich etwas anarchische Methode der Gegenwehr gelesen: die Musik irgendwo piratenmäßig herunterladen und der Band anonym Briefmarken im Gegenwert von zwei Euro schicken – da haben alle was davon.
    • Um noch ein paar Buzzwords zu strapazieren: Apple ist verdammt Closed-Source, Old-School und nutzt Web 2.0 nur dafür, noch mehr Kohle zu verdienen. Gegen letzteres ist eigentlich nichts einzuwenden, aber wie bei Ackermanns 25 % Umsatzrendite habe ich halt bei Apple immer das Gefühl, dass es unanständig viel ist, weil am anderen Ende der virtuellen Ladentheke Leute abgezockt werden. Immerhin so elegant, dass es die wenigsten davon merken – was auch eine Leistung ist.
    • Ist noch gar nicht so lange her, da hat es der vermeintliche Liebling der Alternativen mit dem Thema Ökologie und Nachhaltigkeit nicht so genau genommen, zumindest, soweit es Greenpeace betraf. Mittlerweile haben die wohl aufgeholt, aber ich bin davon überzeugt, dass dies nur aufgrund von Marktstudien geschehen ist, die einen Umsatzeinbruch bei der Kernzielgruppen prognostiziert haben, wenn man nicht “grüner” wird.

    Noch ein paar Links:

    Altes hier im Blog zu Apple:

    Apples Plan zu Erringung der Weltherrschaft …

    … ist echt teuflisch, infam und perfide.

    • Phase eins: in den Nutzungsbedingungen Windows-Nutzern die Installation von Safari zu untersagen.
    • Phase zwei: allen iTunes-Nutzern unter Windows beim letzten Update den Apple-Browser “Safari”* ungefragt unterzujubeln.
    • Phase drei: alle iTunes-Nutzer verklagen, bis sie bluten, harhar! So gerät die Weltwirtschaft außer Kontrolle und Apple kann die Weltherrschaft an sich reißen!

    Gottseidank wurden sie noch rechtzeitig durchschaut!

    *) der voller Sicherheitslücken ist, das sei an dieser Stelle nur am Rande erwähnt …