Schlagwort-Archiv: aufreger

Apple-Kram

Sorry, der Kulturpessimismus übermannt mich mal wieder. Nachdem ich mich zwei Tage darüber aufgeregt habe, wie Presse und Publikum über dieses minderwertige Stück Technik derart in Wallung geraten können, dass selbst die offensichtlichen Mängel nicht erkannt werden, erkenne ich: das Teil ist nicht für Leute wie mich entwickelt worden und wird erfolgreich werden.

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Seehofer und die besondere Aufmerksamkeit

horst-seehoferHabe gerade in den Nachrichten gehört, dass Horst Seehofer die Arbeitsagenturen anweisen will, sich besonders um die von der Quelle-Insolvenz betroffenen Neuarbeitslosen zu kümmern. Hört sich nett an, aber in den Ohren aller anderen Arbeitslosen muss sich das wie Hohn anhören.

Nachtrag, 28.8.: Jetzt will Seehofer auch der Region um den Sitz des Glasherstellers Nachtmann besondere Aufmerksamkeit zugedeihen lassen. Ich bin gespannt, wer als nächstes dran ist. Wenn irgendwann alle Regionen “durch” sind, ist es natürlich am Ende doch wieder fair – ich nehme alles zurück, Herr Seehofer!

Schon wieder einer: Thomas Jurk

Zeitgemäßes Chat-Interview von freiepresse.de mit Thomas Jurk, Spitzenkandidat der SPD für die Landtagswahl in Sachsen. Zuerst viel kommunales und Landespolitik, aber dann der Hammer:

“Wenn wir gegen das Grundgesetz verstossen, weil wir Pädophilen unmöglich machen kinderpornografische Bilder aus dem Internet herunterzuladen, dann nehme ich das in Kauf.”

Da fällt mir nichts mehr ein. Rotäuglein*. Passt doppelt. Und: Menge der wählbaren Parteien um ein Element reduziert.

* das versteht man wohl nur mit diesem Post hier. Stichwort “Farm der Tiere”.

Buzz in der Blogosphäre:

Die Mär vom rechtsfreien Chaosraum

Ich habe es wirklich versucht: ich habe mir das ganze Interview im Abendblatt durchgelesen – nicht dass die Aussage etwas aus dem Zusammenhang gerissen ist. Ich habe die fragliche Passage immer wieder gelesen, nicht dass es nur verunglückt formuliert und vielleicht ganz anders gemeint war. Ich habe eine Nacht darüber geschlafen, um meine Urteilskraft nicht Opfer meiner Entrüstung werden zu lassen. Es hat aber alles nicht geholfen.
Falls wer unter Steinen lebt (Hervorhebungen von mir):

Mir geht es jetzt um den Kampf gegen die ungehinderte Verbreitung von Bildern vergewaltigter Kinder. Doch wir werden weiter Diskussionen führen, wie wir Meinungsfreiheit, Demokratie und Menschenwürde im Internet im richtigen Maß erhalten. Sonst droht das großartige Internet ein rechtsfreier Chaosraum zu werden, in dem man hemmungslos mobben, beleidigen und betrügen kann.

Dass die Frau, die sie Pferd nannten, den Begriff vom rechtsfreien Raum Internet erneut strapaziert, ist für sich genommen schon unerträglich. Aber die Floskel vom “richtigen Maß” lässt mich rot sehen. Oder besser braun. Es gab da schon mal eine Gruppe von Menschen, die geglaubt haben, besser zu wissen, was gut sei für den deutschen Volkskörper. Und was nicht. Dass es kein Internet braucht, um Bücher zu verbrennen, wurde bereits das eine oder andere mal eindruckvoll bewiesen. Oder um ein Volk zu verhetzen. Pfui, Frau von der Leyen.

Da ich dabei bin, mich wieder in Rage zu schreiben, lieber noch einige Linktipps

Was noch zu sagen bleibt: wenn die FDP diese Frau nach der Wahl weiter ermöglicht, hat die Piratenpartei vielleicht einen Wähler mehr und in jedem Fall ein Mitglied weniger.

Und noch eins: Im Grundgesetz steht: “Eine Zensur findet nicht statt”. Genauso wie an der Scheunenwand stand: “Alle Tiere sind gleich”. Wenn ich also Demokrat bin, muss ich das durchziehen und mit diesen Spielregeln leben. Die einzige Alternative ist es, Schneeball zu verjagen. Und alle anderen die lesen können.

Neues von Shatner und der Frau, die sie Pferd nannten.

Ein paar Fundstücke :)

  • An dieser Meldung bei heise.de ist eigentlich nur bemerkenswert, dass man den Lesern schon erklären muss, wer William Shatner eigentlich ist (” [... ], bekannt vor allem durch seine Rolle als Captain James T. Kirk in der Fernsehserie Star Trek”). Tja, Ruhm ist vergänglich, wer wüsste das besser als ein Mitglied der Generation Upload … sagte ich eigentlich schon, dass ich William Shatner eher nicht so gerne mag?
  • Tja, liebe Frau von der Leyen. Was ich jetzt davon halten soll, dass Sie das Fahrtenbuch Ihres Dienstwagens nicht offenlegen möchten, werde ich nicht öffentlich kundtun. Solche Ausdrücke zerstören vermutlich selbst engste Freundschaften, wie die unsere. Und was soll ich erst zu der Benimm-Fibel (das Wort passt irgendwie zu Dir …) sagen? Oh je …

Lebensraum schaffen? Schon mal gehört …

Golem bringt heute ein Interview mit einem “Direktor des Instituts für Planetenforschung am DLR”, Tilman Spohn. Das geht soweit in Ordnung, wenn man Reiter (heise hat den heute , aber der erzählt dort genau das gleich: wie alt er war, warum die Mondlandung wichtig war etc.), Merbold oder andere Klugschwätzer nicht bekommt, nimmt man halt den. Das Interview ist soweit auch ganz ok, da redet halt ein Phantast (wie ich) über die Faszination des Weltalls und die Notwendigkeit, selbiges zu erforschen. Dann kommt Golem und gibt dem Interview einen Titel:

“Wir müssen Lebensraum im All schaffen”

Wow, das saß. Ich musste mich fast zwingen, das Interview dann noch zu lesen. Habe ich dann aber, und mich nicht wenig gewundert, dass der Satz so gar nicht gesagt wurde. Mal völlig davon abgesehen, dass ich einem Planetenforscher nicht unbedingt zutraue, Sozialmodelle des 26. Jahrhunderts zu entwerfen. Aber gut, spinnen dürfen wir alle.

Noch ein paar Linkstipps zum Mond:

Spießer-Deutschland

Und dann war da noch dieser … Typ, der sich im Bahnhofs-Kiosk mal ganz gepflegt vorgedrängelt hat, und meinen (wirklich höflich, gleichwohl leicht ironisch-belustigt vorgebrachten) Hinweis, dass man das mit einem entschuldigenden Lächeln und/oder einem Hinweis auf den gleich abfahrenden Zug auch eleganter hätte machen können, quittierte mit: “Viel Spaß noch in Spießer-Deutschland”.  Also, ich bin wirklich selten sprachlos, aber hier ist mir nix mehr eingefallen. Wohlgemerkt, der Typ war nicht etwa ein 15-jähriger Halbstarker, sondern mindestens so alt wie ich und im Anzug. Ich rätsel immer noch, was darauf schlagfertig gewesen wäre.

Kernkraftwerk virtuell …

Ich weiß nicht, was ich davon halten soll: das Fraunhofer-Institut hat eine 3D-Software vorgestellt, mit der man Konzeption und Betrieb eines Kernkraftwerks vereinfachen kann. Jetzt wäre halt die Frage, ob Vattenfail damit künftig die Reaktoren schon mal testhalber an die Wand fahren kann, bevor man es in echt macht. Oder ob man das Geld für diesen Schmarrn auch sinnvoll hätte ausgeben können. Fraunhofer scheint auch nicht mehr das zu sein, was es mal war …

via golem