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RawTherapee in neuer Version 2.4

Über den Raw-Konverter RawTherapee habe ich hier ja schon mal berichtet und war der Software recht zugetan. Jetzt sind einige der Dinge (eigentlich die meisten), die ich damals vermisst habe, dazugekommen:

  • Ranking-Informationen
  • EXIF/IPTC-Support
  • Konfigurierbares Batch-Processing

Freue mich auf das Ausprobieren – heute abend :)

Ach ja: zur Website von RawTherapee

Online-Bildbearbeitung: Pixrl

Das ist eines der Programme, bei denen man staunt, was mit dem ganzen neumodischen Kram (Flash, Ajax, Flex … ) schon alles geht: Tatsächlich mittlerweile fast alles, was Desktop-Anwendungen können. Grundsätzlich ist es ein gelungener Photoshop-Klon, der für viele Alltagsaufgaben absolut ausreichend ist. Dabei ist alles da, wo man es vom Vorbild her kennt: Paletten, Werkzeuge in der Leiste … Fies wird es allerdings im Detail: herauszoomen bedarf eines “Shift”+”Klick”, wo PS statt dessen ein “Alt”+”Klick” hat. Lästig halt, wenn man es gewöhnt ist. Da ist die Ähnlichkeit zum Vorbild dann eher ein Fluch, denn wenn es völlig anders aussehen würde, würde man vielleicht nicht ganz so oft “aus Gewohnheit” das Verkehrte klicken.
Was man auch auf alle Fälle erwähnen sollte (mir war das nicht wirklich gleich klar): die zu bearbeitenden Bilder werden nicht hochgeladen – was aus zwei Gründen gut ist: es gibt keine Datenschutzprobleme und es dauert nicht ewiglich, bis das 5MB-Monster aus der Cam online geschoben ist.

Im Alltag
Ich habe in der Regel drei Aufgabenstellungen, für die ich eine Bildbearbeitung wie Photoshop benötige:

  • Fotos optimieren
  • Web-Grafiken erstellen
  • Screenshots bearbeiten

Diese stehen daher bei mir natürlich im Vordergrund. Andere Anwendungsfälle wie Composings und Druckvorlagenerstellung kommen bei mir alle Jubeljahre mal vor, aber dass Pixrl dafür eher nicht geeignet ist, kann ich auch so sagen:

  • kein CMYK-Modus
  • keine Ebenenmasken

Fotos
Für die reine Bildbearbeitung einzelner Bilder genügt es mir in 90 % der Fälle, da die häufigsten Filter und Korrekturfunktionen (inklusive brauchbarer Tonwertkorrektur und Weißabgleich!) vorhanden sind. Was ich mir noch wünschen würde:

  • Einstellmöglichkeit für den Grad der Schärfung
  • Korrektur optischer Verzeichnungen von Objektiven, wie sie etwas Photoshop Elements bietet)
  • Korrektur chromatischer Aberrationen. Ich selber habe zwar ganz passable Objektive, aber man arbeitet ja oft auch mit “fremden” Sachen oder mit Schnappschüssen der “Kleinen Schwarzen”.

Web-Grafiken
Hierfür ist Pixlr nur als Notlösung geeignet. Zwar sind viele Funktionen vorhanden (insbesondere Verläufe und Ebenen), aber zwei essenzielle Dinge fehlen:

  • Es geht hier halt oft um einen einzigen Pixel. Ohne Lineale und Hilfslinien verschenkt man entweder beim ständigen Rein- und Rauszommen Zeit oder beim Raten und Schätzen Qualität. Gut: Hilfslinien könnte man sich auf eigene Ebenen hintricksen, aber die fehlenden Lineale machen es echt schwer.
  • Ohne vernünftige Textwerkzeuge kann man keine schönen Buttons oder Logos bauen – wobei immerhin alle auf dem PC installierten Schriften zur Verfügung stehen, man ist also nicht auf einen reduzierten Satz angewiesen.

Screenshots
Dafür habe ich mittlerweile eine geniales Spezialwerkzeug namens Aviary entdeckt, das ich irgendwann später mal vorstelle.

Zum Geschäftsmodell
Im Moment bin ich nicht in der Lage, herauszufinden, womit der Hersteller Geld verdienen möchte. Es gibt eine abgespeckte Variante, die sich in CMSe integrieren lassen soll, also in der Art, wie es z.B. der TinyMCE oder der FCKEditor für Textbearbeitung tun. Aber auch die scheint nix zu kosten. Werbung kann ich – bis auf die des Hosters – auch keine entdecken. Hm.

Alternativen

  • Aviary hat auch eine Bildbearbeitung in Angebot – kann vieles, was mir bei Pixlr fehlt (Texttool, Hilfslinien, Lineale …), ist aber gewöhnungsbedürftig in der Bedienung und setzt voraus, dass die Bilder hochgeladen werden.
  • Sumopaint hat auch ein paar Features mehr (Textwerkzeug und einstellbare Schärfe), ist aber auch ein wenig weiter weg von Photoshop, was die Bedienung angeht. Bilder müssen nicht hochgeladen werden.

Fazit
Generell ist Pixlr eines der Webtools, die ich nicht nur mal angeklickt habe und “hübsch” fand, sondern die ich im “echten Leben” auch verwende.

Bitte YiGGen:


Raw-Converter – Tipp: RawTherapee

Nachdem DXO meine G9 mit Nichtachtung straft*, habe ich mich auf die Suche nach einer neuen Software gemacht. Die mitgelieferte von Canon ist schlichtweg unbrauchbar, und so bin ich vorerst bei Lightroom gelandet.

RawTherapee hatte ich in der Version 2.1 mal verwendet und war zunächst recht enttäuscht: die Bilder kamen erstmal in den Standard-Einstellungen mit einem ziemlichen Grünstich an – man konnte das zwar “händisch” korrigieren, aber das ist ja nicht Sinn der Sache.

Jetzt habe ich der Version 2.3 noch eine Chance gegeben und bin echt begeistert – im Vergleich zu Lightroom vermisse ich eigentlich “nur” noch die Workflow-Funktionen (taggen, bewerten, filtern, Stapelverabeitung …) und ein paar kleinere Feinheiten.

Das Demosaicing klappt hervorragend (besser als Lightroom, IMHO), auch die Korrekturen von Objektiv-Verzerrung und vor allem des Farbsaums (chromatische Aberrationen) können absolut mithalten. Mit der Geschwindigkeit bin ich auch recht zufrieden. Jetzt wünsche ich mir nur noch einige Workflow-Funktionen (ähnlich Lightroom) und Funktionen zum Ausgleich perspektivischer Verzerrungen (was auch Lightroom nicht hat**).

Und das beste an der Sache: Freeware – das heißt, es gibt eine realistische Chance, dass ich diese Funktionen noch bekomme :)

Jetzt muss ich mich nur noch mit der psychologischen Komponente der Tatsache auseinandersetzen, warum ich Open-Source-Software sogar dann lieber mag, wenn sie weniger kann als Kaufsoftware, und ich die Kaufsoftware schon gekauft habe …

Links:

*) im Gegensatz zu allen anderen Softwares gibt es dort ein exaktes Profil für jede Kamera, bei dSLRs sogar zusätzlich eines für jedes Objektiv – macht Sinn, ist aber blöd, wenn die eigene Kamera nicht dabei ist …

**) was eigentlich ziemlich blöd ist -einige Einstellungen (z.B. Schärfe) machen eigentlich erst Sinn, nachdem die Pixel feststehen, also z.B. nach einer perspektivischen Korrektur oder einer Drehung.