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My-oh-my, as time goes by

eieiei, solange war die Pause ja noch nie, und ich habe keine wirkliche Ausrede – außer der üblichen:  viel Arbeit. Dazu ein kleiner Urlaub (schön), eine Hochzeit (auch schön, mal wieder Tanzbein schwingen :), Hochzeitsfotos schießen und bearbeiten (ich hoffe, sie finden die Gnade des Brautpaars), ein Wohnzimmer zu renovieren* (ist, glaube ich, auch ganz passabel geworden).

So, was will uns der Autor damit sagen? Na, vielleicht versuche ich dann doch ein wenig mehr zu posten, zum Beispiel könnte ich meine Gedanken zu dem Herrn Weichert seinen Äußerungen nochmal zusammenfassen, die ich vereinzelt in FB und G+ schon rausgehauen habe.  Nur schon mal soviel: ich kann ihn gut verstehen, denn ihm muss der Kampf gegen die – ohne Frage vorhandenen – schlechten Aspekte von FB manchmal vorkommen wie der Kampf gegen Windmühlen. Und da bleibt halt dann oft nur das dramatische “in die Suppe hauen”.

*) Der aufmerksame Leser mag sich fragen: “wie keine vier Jahre nachdem der Neubau bezogen wurde?! WTF?!” … aufmerksame Leser die mich zusätzlich noch kennen, dürften eine oder zwei Erklärungen dafür haben …

Eric Schmidt

Hm. Ich mache das ja in Diskussionen auch manchmal: eine extreme Position in den Raum werfen, da sich manchmal anhand solcher “Kampfthesen” Denkblockaden lösen. Aber das ist schon ziemlicher Schwachsinn, sollte die Idee mit dem “Namen ändern bei Erreichen der Volljährigkeit” ernst gemeint sein. Mal völlig davon unabhängig, dass dies bei ewigen Spielkindern wie mir, die auch nach der Pubertät noch ziemlich viel Blödsinn angestellt haben (und es noch tun …) absolut nichts nützen würde.

Der Rest des Gesagten deckt sich mit meiner Einschätzung:

  • Google wäre schön blöd, wenn sie Blödsinn mit den erhobenen Daten anstellen würden
  • Google ist sich seiner Verantwortung durchaus bewusst. Gut, Glaubenssache, gebe ich zu.

Artikel bei Golem

Ein Manifest …

Viele Dokumente, die sich Manifest nennen, sind grotesk. Manche sind lesenswert oder inspirierend. Viele führen sich auch gerne mal selbst ad absurdum. Gelten lassen kann man indes viele davon als grobe Richtlinie, als Handlungsempfehlung oder als Sammlung von Gedanken, die sinnvoll und richtig … klingen. Ich denke da zum Beispiel an das Cluetrain-Manifest (die deutsche Übersetzung ist aus meiner Sicht- nebenbei bemerkt – eher nicht so gelungen).

Was Manifeste selten sind: fad.

Jetzt ist mir da etwas untergekommen, was sich Manifest nennt. Das ist dann doch etwas blutleer. Nicht, dass ich den einzelnen Punkten nicht zustimmen würde, aber es wirkt eben wie eine hastig von einer PR-Abteilung zusammenkopierte Schnellschußlösung.

[via Spreeblick]

Ich muss es sicher nicht sagen …

… mache es aber trotzdem: mein ausgeprägter Liberalismus macht bei drei Themen eine Pause: Waffen, Extremismus und Kinderpornografie. Aber ich bin absolut gegen Urschels Feigenblatt. Viele Gründe wurden schon angeführt:

  • Das Gesetz ist technisch absolut untauglich – es braucht lediglich einen Hauch mehr als Internet-Grundlagenwissen, um die Sperre zu umgehen. Wer es nicht glauben mag, möge ein wenig googeln, ich wage die Aussage, selbst der blödeste DAU weiß nach zehn Minuten, wie man anonym surft.
  • Stichwort anonym surfen: ja, ich bin der Meinung, dass ich das Recht habe, das zu tun. Genauso wie ich das Recht habe, in meiner Wohnung unbeobachtet zu popeln oder an den blauen Gott der blinden Schafzüchter Neuseelands zu glauben: schlichtweg, weil es niemanden etwas angeht, weder meine Versicherung, meinen Arbeitgeber, meine Mutter noch meinen Intimfeind. Wenn ich dabei etwas Strafbares mache, hat der Staat durchaus das Recht, mich bei einem konkreten Verdacht auf richterliche Anordnung zu überwachen, in engen Grenzen, aber mehr auch nicht. Gewaltenteilung und so.
  • Wenn wir heute wegen einer sinnlosen Jagd auf Kinderporno-Konsumenten Grund- und Bügerrechte opfern, tun wir es morgen für Tauschbörsennutzer. Oder Falschparker. Oder laufen sonst irgendeiner Lobby hinterher, die gerade am lautesten nach staatlicher Protektion schreit. Denn solche Tendenzen beschränken sich nicht auf das Internet, sind im Gegenteil nur exemplarisch für eine Geisteshaltung, die den Menschen nicht als Bürger, sondern als Untertanen oder naive Kinder begreift – oder einen Markt als dauerhaft “gmaahds Wiesl” (siehe Musikindustrie).

Der Hammer ging aber heute morgen durch den digitalen Blätterwald: sage und schreibe 92 % der Bundesbürger sind für das Gesetz, nach einer Umfrage von Infratest im Auftrag der Deutschen Kinderhilfe. Nun unterstelle ich letzterer lautere Absichten und ersterer eine methodisch korrekte Vorgehensweise. Trotzdem: mit der richtigen Fragetechnik kann man so ziemlich jede Antwort erhalten, die der Autraggeber bestellt hat. Diese Binsenweisheit trifft sich hier mit der Charakteristik des Menschen, trotz erwiesener Ahnungslosigkeit einfach die Fresse nicht halten zu können – denn die Antwortoption “keine Ahnung” oder “kann ich nicht beurteilen” wäre durchaus vorhanden gewesen. Und so bleibt ein fader Beigeschmack: es gab auch mal eine Mehrheit, die – überzeugt – NSDAP gewählt hat.
Gemein dabei ist: wenn ich nicht zufällig im Internet-Business wäre, wäre ich wohl auch 92-%-ig überzeugt. Andererseits bin ich vielleicht deswegen im Internet aktiv: weil es mehr ist als technischer Spielkram.

Nachtrag 21.5.: heise hat verglichen. Ein Schlingel namens Christian Bahls hat ebenfalls eine suggestive Umfrage bei Infratest beauftragt – mit dem Ergebnis, dass 90 % der befragten Personen gegen das Gesetz sind. Der wesentliche Unterschied: Bahls wendet sich mit einer völlig anderen Aussage an die Presse.

Bahls zeigt mit seinem Experiment, dass es für solche komplizierte, vielschichtige Problematiken wie der Verbreitung von Kinderpornographie und die Maßnahmen weder simple Fragen noch einfache Antworten gibt. Ein Versuch, der Bevölkerung, die mehrheitlich über die Sachlage kaum informiert ist, solche Antworten zu entlocken, kann nicht funktionieren.

Bürgerportale …

… ist eines der Themen, die mich derzeit umtreiben. Dahinter verbirgt sich letztlich ein System aus technischen Verfahren, Zertifizierungen und einem Gesetz, welches rechtssicheren E-Mail-Verkehr ermöglicht. So sollen z.B. auf diese Art versendete Steuerbescheide oder auch Knöllchen der für die Rechtsverbindlichkeit geforderten Schriftform genügen – im Gegensatz zu “normalen” E-Mail. Das System soll auch der Privatwirtschaft Vorteile bringen, z.B. für Kontoauszüge oder Versicherungspolicen. Die Übertragung und Speicherung aller Informationen erfolgt verschlüsselt, so dass man es sich letztlich als E-Mail-Gegenstück zu einer SSL-verschlüsselten Website mit Zertifikat vorstellen kann. Aktuell gibt es nun einen Gesetzentwurf dazu, der im Rahmen einer sogenannten Online-Konsultation den Bürgern zur Diskussion gestellt wird.
Aus Gründen der … Befangenheit nehme ich hier keine direkte Stellung. Bitte schaut Euch die Sache mal an. Unabhängig vom Thema finde ich diese Art der Mitsprache-Möglichkeit für den Bürger sehr gut.

Die Steuernummer.

Also, ich habe meine am Samstag bekommen, bei mir hat es also geklappt, mit der Zustellung. Bei vielen anderen jedoch wohl nicht, heise berichtet, dass allein in Stuttgart (warum wohl gerade diese Stadt als Muster herhalten muss?!) 15.000 Brieflein aufgrund falscher Adressen nicht zugestellt wurden.
Dies zeigt für mich zweierlei:

  • Vordergründig, dass es mit dem Big-Brother-Staat noch nicht so weit her ist.
  • Aber: einzelne Zahlen sagen in der Regel nichts ohne Zusammenhang: in Stuttgart leben 591.127 Leute. 15.000 entsprechen also rund 2,5 % – anders herum: die Trefferquote lag bei 97,5 %- und das wiederum halte ich für gar nicht mal sooo schlecht …

Das mit dem Datenschutz …

… ist zur Zeit ein Dauerbrenner, irgendwie überschlägt sich hier die Berichterstattung. Gerade hat die FDP-Innenexpertin Gisela Piltz herausgefunden, welches Abschiedsgeschenk die Kanzlerin der lahmen Ente aus Übersee machen möchte: Man möchte der USA im Rahmen des Kooperationssicherheitsabkommens (Mann, was für ein Wort!) Daten über Personen weitergeben, die im Verdacht stehen, künftig terroristische Straftaten zu begehen. Damit nicht genug, konkret sollen auch Angaben zur sexellen Orientierung und zu Gewerkschaftszugehörigkeit gemacht werden.

Es reizt mich schon …

… zu sagen: ich habe es ja gleich gesagt. Aber ich gebe zu, prophetische Eingebungen taten da nicht not, da reichen Lebenserfahrung und die Kenntnis des universellen Murphy: Daten (insbesondere Vorratsdaten :) können nicht missbraucht werden, sondern sie werden missbraucht werden. Da kann man zertifizieren und regulieren wie man will. Etwas zynisch der Kommentar einiger LobbyistenInternet-Anbieter: Vielleicht sei da die Staatsmacht ihrer Aufsichtspflicht nicht ganz nachgekommen …