Schlagwort-Archiv: ideas worth spreading

Neuer Gegner für den Klimawandel

Der Klimawandel hat einen neuen, ernstzunehmenden Gegner: der Kaiser verstärkt die Front um Al Gore und Greenpeace. Seine PR-Abteilung zitiert ihn mit den Worten:

Falls jemand in nächster Zeit den Klimawandel sehen sollte, richtet ihm bitte aus, daß ich ihn bei unserem nächsten Treffen höchstwahrscheinlich daschlog.

Die Gründe dafür sind indes profaner Natur: stemmt sich Kaiser doch seit geraumer Zeit erfolglos gegen die naturgegebene Vergößerung seines Gesichtes. Dabei hat diese doch auch gute Seiten!

P.S.: ich muss für meine nordeutschen Leser wohl noch das Verb “daschlogn” übersetzen: das heißt ganz profan “erschlagen” und ist als ernstgemeinte Todesdrohung aufzufassen.

TED 2: Johne Maeda über simplicity

John Maeda hat viel zu erzählen, und das merkt man auch. Er springt von Thema zu Thema und man hat manchmal Mühe, die Gedankensprünge nachzuvollziehen. Von der Rolle von Mentoren in seinem und jedermanns Leben über aus Pommes zusammengesetzten “Butterfries” (get it?) zu den zehn Regeln und drei Schlüsseln der Einfachheit spannt er doch einen recht weiten Bogen. Auch seine Rhetorik wirkt ein bisschen gehetzt, obwohl er als Professor (“don´t have to work anymore – interesting businesscase!”) das eigentlich besser können sollte.
Aber das macht überhaupt nichts, denn er redet nicht nur viel, sondern auch kompakt – er sprüht regelrecht vor interessanten Gedanken. Die wesentliche Erkenntnis über “Einfachheit” vs. “Komplexität”: erstere macht Spaß, wenn sie uns unangenehme Dinge (Arbeit!) vom Hals hält, letztere geht dann in Ordnung, wenn sie Spaß macht – klingt komisch, ist aber so.


Ich finde es übrigens bemerkenswert, dass es kein “schönes” Wort für “simplicity” im Deutschen gibt. “Einfachheit” holpert, oder?

TED 1: Hans Rosling – Vorurteile über die dritte Welt


Grundlegendes Thema sind grob gesagt Verteilungen und Zusammenhänge, zum Beispiel zwischen Einkommen und Kindersterblichkeit. An geeigneten Stellen fügt Hans Rosling historische “Merker” ein, zum Beispiel: “und dann kam Mao”. Eine wesentliche Erkenntnis ist, dass Entwicklungshilfe nicht funktionieren kann, wenn sie die unterschiedlichen Gegebenheiten vor Ort nicht berücksichtigt. So gibt es bereits innerhalb eines kleinen afrikanischen Landes immense Unterschiede, die noch größer werden, wenn man zwei afrikanische Länder (z.B. Niger und Südafrika) betrachtet. Trotzdem neigen wir alle dazu, Afrika als ganzes zu betrachten und unsere Entwicklungsprogramme auch auf diese Annahme abzustellen.

The improvement of the World must be highly contextualized

Ich würde das mal frei übersetzen mit: “Maßnahmen zur Verbesserung der Welt müssen immer den gesamten Kontext einbeziehen”.

Wirklich spannend ist übrigens auch, wie Dr. Rosling (übrigens ein Schwede) seine Daten präsentiert: ich glaube, so gute Visualisierungen von statistischem Material habe ich noch nie gesehen. Das Video sollten sich also auch Leute ansehen, die mit der Aufbereitung solcher Daten zu tun haben. Auch die obligatorische Warnung, die Zahlen nicht isoliert zu betrachten, fehlt nicht.

TED – Ideas Worth Spreading

Ein längst fälliger Linktipp. TED ist eine seit 1984 jährlich in Monterey stattfindende Konferenz und das Akronym für Technology, Entertainment, Design. Die Idee war zunächst, Leute aus diesen Bereichen zusammenzubringen, um interdisziplinäres Arbeiten zu fördern (ich frage mich gerade, ob es diesen Begriff damals überhaupt schon gegeben hat :). Seitdem sind weitere Themen, wie Umweltschutz, Weltwirtschaft, Bildung oder Medizin hinzugekommen.

Die Grundidee ist simpel: es werden Visionäre aus allen Fachrichtungen eingeladen, einen 18-minütigen Vortrag vor den anderen und der Öffentlichkeit zu halten. Natürlich wird auch aufgezeichnet und ins Internet gestellt – und das macht die Sache spannend, weil man nicht dabei sein muss, um die teilweise brillanten Vorträge zu hören – es fehlt dann nur noch die Möglichkeit, mit dem Sprecher zu interagieren. Aber das geht ja vielleicht auch bald per Avatar – überhaupt wären virtuelle Welten ein guter Veranstaltungsort, würde dies doch auch Menschen die Teilnahme ermöglichen, die sonst nicht teilnehmen könnten.

Bei der Auswahl der Referenten scheint ein Hauptkriterium zu sein, dass diese eine positive Grundeinstellung zur Menschheit haben. Überhaupt hat das ganze manchmal einen recht neuweltlichen Zuckerguss, aber das braucht man halt manchmal auch als Gegensatz zu Miesepetern und Sauertöpfen um einen herum.

In der Fülle der abgedeckten Themen ist sicherlich für jeden etwas Interessantes dabei. Man muss nicht alles gut finden, inspirierend und faszinierend ist es allemal. Ich habe bei weitem noch nicht alle Videos gesehen, man sollte sich auch die Zeit nehmen, sie wirken zu lassen. Ich werde jedenfalls jetzt ungefähr einmal in der Woche eine Video hier vorstellen und meinen Senf dazu geben.