Auch in den US of A gibt es dumme Gerichtsverfahren, nicht nur bei uns. Dieser Tage berichtet die einschlägige Presse (Golem, heiseetc.) von einem Verfahren der RIAA (Verband die Musikindustrie) gegen böse Raubkopierer. Derzeit gilt eine Beweispflicht dafür, dass ein Beklagter wirklich etwas verbotenes getan hat. Um diese zu umgehen, postuliert der Verband, dass nicht erst die Verbreitung von MP3 strafbar sein soll, sondern bereits die Herstellung der MP3 von eigenen CDs, das sogenannte “rippen” – damit hätte man es deutlich leichter, irgendetwas zu beweisen, zudem wäre eine Gelddruckmaschine erfunden.
Wieder mal ein klassisches Beispiel dafür, dass da ein ganzer Industriezweig seine eigenen Kunden für das eigene Scheitern verantwortlich macht und dabei Ursache und Wirkung verwechselt. Innovative Produkte kaufen Leute gerne, es gibt auch Beispiele, die das zeigen. Sicherlich kann man in modernen Zeiten für ein einzelnes Album nicht mehr soviel verlangen – aber dafür ist doch der Markt insgesamt größer: viel mehr Leute hören viel mehr und viel öfter Musik – also, liebe Musikindustrie: wer nimmt Euch denn etwas weg? Ihr müsst nur kapieren, dass Euer Produkt keine Plastikscheiben sind, sondern Musik! Dann klappt das auch weiter mit dem “fairen” Geldverdienen, dann muss mein seinen eigenen Kunden nicht die entgangenen Gewinne wegklagen.
Wenn das Gericht dieser Argumentation folgt und das ganze dann noch nach Europa schwappt, kommen harte Zeiten auf mich zu: ich habe fast meine komplette MP3-Sammlung auf diesem Weg erzeugt.