Schlagwort-Archiv: Patente

Bloom Box – Lösung aller Energieprobleme?

Gestern wurde in Kalifornien etwas vorgestellt, was nichts mit Computern und / oder Unterhaltungselektronik zu tun hat. Was insofern bemerkenswert ist, als dies den einzigen Unterschied zu Verlautbarungen von Apple, Google oder ebay bei der Vorstellung eines neuen, revolutionären Produktes darstellt. Der Hype im Vorfeld (zumindest in der Blogosphäre und in sozialen Netzen), die Art der Präsentation, die Tonalität der Pressemeldungen … sogar prominente Testimonials waren vertreten: Arnold Schwarzenegger, Colin Powell, Larry Page … passend dazu fand die Vorstellung der Bloom-Box im Hauptquartier von ebay statt, einem der ersten Großkunden.

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Warum ich Apple nicht mag.

jobsZugegeben: Apple hat (meist) ein geiles Design. Die Reduktion auf die pure Funktion gelingt fast so gut wie bei Google und die Firma hat eine perfekte Vermarktung, perfektes Gespür für den richtigen Zeitpunkt, eine Innovation in den Massenmarkt zu werfen.

    Aber:

    • Apple steuert auf ein fieses Monopol zu. Verschmähte Google Voice-Apps: Anruf aus Cupertino sorgt für Gänsehaut
    • Wo immer das Monopol bedroht ist, wehrt sich Apple mit allen fairen und unfairen Mitteln, mit Klauen, Zähnen und (Pseudo-)Patenten. Ohne fremde Patente zu respektieren, und wenn man ein fremdes Patent zur Kenntis nimmt,  dann nur mit Klagen, bis dem Patent-Inhaber die Luft ausgeht.
    • Apple zockt Musikkäufer ab. Mal ehrlich: das Zeug aus dem iTunes-Store ist doch heillos überteuert. Als eine CD zehn Euro gekostet hat, war da ja immerhin ein Stück Plastik mit Papier und noch mehr Plastik drumherum herzustellen und durch die Gegend zu schippern. Da sind 99 Cents für eine virtuelle Ware, die ich nicht mal uneingeschränkt benutzen darf, einfach eine Frechheit. Irgendwo im Netz habe ich mal eine kreative, wenngleich etwas anarchische Methode der Gegenwehr gelesen: die Musik irgendwo piratenmäßig herunterladen und der Band anonym Briefmarken im Gegenwert von zwei Euro schicken – da haben alle was davon.
    • Um noch ein paar Buzzwords zu strapazieren: Apple ist verdammt Closed-Source, Old-School und nutzt Web 2.0 nur dafür, noch mehr Kohle zu verdienen. Gegen letzteres ist eigentlich nichts einzuwenden, aber wie bei Ackermanns 25 % Umsatzrendite habe ich halt bei Apple immer das Gefühl, dass es unanständig viel ist, weil am anderen Ende der virtuellen Ladentheke Leute abgezockt werden. Immerhin so elegant, dass es die wenigsten davon merken – was auch eine Leistung ist.
    • Ist noch gar nicht so lange her, da hat es der vermeintliche Liebling der Alternativen mit dem Thema Ökologie und Nachhaltigkeit nicht so genau genommen, zumindest, soweit es Greenpeace betraf. Mittlerweile haben die wohl aufgeholt, aber ich bin davon überzeugt, dass dies nur aufgrund von Marktstudien geschehen ist, die einen Umsatzeinbruch bei der Kernzielgruppen prognostiziert haben, wenn man nicht “grüner” wird.

    Noch ein paar Links:

    Altes hier im Blog zu Apple:

    Piraten zur Bundestagswahl. Oder?

    piratenpartei2Die Bundestagswahl naht und die Kandidaten gehen langsam in Stellung, die Parolen werden kämpferischer (und blöder). Als politischer Mensch ist für mich die Zeit gekommen, mich mit den Piraten zu beschäftigen. Zumal diese im Hinblick auf ziemlich blöden Wahlkampf jetzt aufgeholt haben: Golem berichtet heute von “In-Game-Werbung” in Counter-Strike. Dümmer geht es aus meiner Sicht wirklich nicht. Wohlgemerkt: ich bin nicht der Ansicht, dass solche Spiele verboten werden müssen, aber eine bessere Steilvorlage hätten sich Zensursula und Konsorten nicht wünschen können.

    Einen gewissen Sympathie-Bonus haben die Piraten bei mir, ohne Frage. Die Positionen zur Netzpolitik im Speziellen und Bürgerrechten im Allgemeinen sind in weiten Teilen … nun ja, teilenswert, der Elan von Überzeugungstätern ist erfrischend – und dürfte den Reiz erklären, den diese Partei auf viele ausübt, die vom politischen Establishment entweder entäuscht oder einfach nur tierisch gelangweit sind.

    Eine wählbare Partei indes muss – wenn sie es denn in die Regierungsverantwortung schafft – erstmal die Pflicht absolvieren, bevor sie sich an die Kür machen kann, und diese Pflichtprogramm ist wahrlich beängstigend umfangreich: Wirtschaftskrise, Klimaveränderung, Bildung, Gesundheitswesen … . Patentrezepte dafür werden in der Regel in Parteiprogrammen veröffentlicht – und da sieht es beim Shootingstar Piratenpartei gar nicht gut aus. Neben “Bürgerrechten” und “Geistiges Eigentum” sind noch ein paar Parolen zur Bildung zu hören – Feierabend. Für den Rest habe man dann Koalitionspartner, so die Parole an der Piratenbasis. Nun, das wäre nicht die erste Protestpartei, die angesichts der Regierungs-Realität einknickt. Das geschieht schleichend und geht mitunter auch mit Symbolik einher: wo bei Joschka die Turnschuhe edlen Rahmengenähten gewichen sind, würden bei den Piraten wohl die hippen Lastwagenplanen-Umhängetaschen durch Aktenköfferchen aus Leder ersetzt. Atomkraftwerke gibt es heute immer noch, und so werden Piraten rückblickend in 20 Jahren vermutlich feststellen, dass die eine oder andere Überzeugung dem Koalitionsfrieden geopfert werden musste – wenn sie es denn überhaupt schaffen. Zur Erinnerung: die Grünen hatten damals ein in allen wichtigen Themen vorhandenes Parteiprogramm. Teils unvollständig und teils naiv, vielleicht, aber vorhanden. O-Ton von der Piraten-Website: “Darüberhinaus haben wir keine weiteren Positionen.”

    piratenparteiFazit: ich traue es den Piraten einfach nicht zu. Zumal ihre Positionen zu den Bürgerrechten in weiten Teilen von der FDP entliehen sind und die zum geistigen Eigentum seltsam naiv sind. Denn aus meiner Sicht ist die Motivation des Schaffers, aus seinem Werk wirtschaftlichen (oder anderweitigen) Vorteil zu ziehen, eine der stärksten Triebfedern des Menschen schlechthin. Konsequent zu Ende gedacht entziehen die Ideen der Piraten dem Schöpfer seine Schöpfung, um sie einer Art … Kultur-Sozialismus zuzuführen – und das wird nicht funktionieren. Wo sie recht haben: Schutz des geistigen Eigentums für kleine und mittlere Unternehmen ist schwierig – aber ihn deswegen ganz aufzugeben? An der Stelle sei erwähnt, das die Idee der Grünen einer “Kultur-Flatrate” vermutlich genauso großer Schwachsinn ist. Ach ja, die Grünen: mich wundert eh’, dass die sich aus der ganzen Sache mit Zensursula heraushalten …

    Das bringt mich jetzt zu einem anderen Gedanken: Kompromisse muss man in jeder Koalition eingehen. Aber ein Versprechen wiederhole ich an dieser Stelle: wenn die FDP nach der Wahl eine Frau von der Leyen in verantwortlicher Position zulässt, hat sie ein Mitglied weniger – und die Piraten – trotz aller Unzulänglichkeiten eines mehr. Und ein neues Versprechen gebe ich auch ab: mit der Pauli-Partei werde ich mich nicht beschäftigen. Zumindest nicht ernsthaft.

    So, noch ein kleiner Blogosphären-Link-Reader:

    Update, 27.8.2009: Golem meldet: ein veritabler Ex-Grüner verstärkt die Piraten.
    Update, 15.9.2009: nur einer von vielen kritischen Beiträgen der letzten Zeit bei Spreeblick

    Löwen in Bayern, Freelancer-Tools, Weltraum-Patente

    Dreimal knackig frisch aus dem Reader:

    Endlich wissen wir, warum es den bayerischen Löwen gibt: bis vor knapp 12.000 Jahren gab es hier noch welche! “Bayern, das Löwenland” – Artikel in den Wissenschafts-News.

    Leider ein wenig US-lastig, aber vielleicht finde ich ja mal Zeit, ein deutsches Gegenstück zu bauen. Inspirierend allemal: 100 Web Apps for Everything You Will Possibly Need auf einem Blog namens Codswallop – was immer das bedeuten mag.

    Dass Teflon nicht aus der Weltraumforschung kommt, wusste ich ja. FTD sagt, welche Patente eben schon aus der Weltraumforschung kamen