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kulturkritik des abendlandes

Archiv: wikipedia

… als aller­ers­tes mich sel­ber zu suchen (wie sagt man »goog­len« bei Wikia?).

Für den Anfang gar nicht mal schlecht: immer­hin zwei­ter Tref­fer. Allzu über­ra­schend ist es nicht, dass fast alle ande­ren Tref­fer ita­lie­nisch sind, bei Google suche ich halt meist in deutsch.

Ansons­ten gibt es noch wenig zu berich­ten: die Far­ben sind Geschmacks­sa­che, die Bedie­nung ist gar nicht mal so übel (die Bewer­tung eines Tref­fers ist zum Bei­spiel hübsch 2.0-ig gelöst. Die Qua­li­tät der Tref­fer ist gemes­sen am noch sehr klei­nen Index gar nicht mal sooo schlecht. Ich denke mal, dass ich mei­nen Rech­ner daheim »mit­craw­len« lasse.

Bei Golem tobt schon wie­der ein Troll-Streit, ob Google nun bes­ser ist. Dabei wird ja ganz klar gesagt, dass die Ergeb­nisse noch nicht so toll sein kön­nen — ts, manch einer lernt eben nie, rich­tig hinzulesen.

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Das hier müsste mir bei Gele­gen­heit mal jemand erklä­ren, der sich mit sowas auskennt.

Google-Suche nach Huck­a­bee gerade eben (4.1.2008 um 14:30):

Wenn man den Wikipedia-Eintrag auf­ruft und zu dem rele­van­ten Text scrollt, liest man folgendes:

Ok, es kommt schon mal vor, dass Google noch eine alte Ver­sion hat, und der Wikipedia-Eintrag in der Zwi­schen­zeit geän­dert wurde. Aber in der Ände­rungs­his­to­rie fin­det sich davon nichts … eigen­ar­tig. Hat Huck­a­bee jetzt einen BA mit magna cum laude oder nicht? Hat sicher­lich der CIA seine Fin­ger im Spiel … oder so.

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Die Vor­schuss­lor­bee­ren sind jeden­falls zahl­reich, was an Details bekannt ist, klingt wirk­lich inter­es­sant. Der Craw­ler istwird Open-Source und nutzt brach­lie­gende Rechen­ka­pa­zi­tä­ten von Nut­zern (ich gehe mal davon aus, mit deren Ein­ver­ständ­nis :) — wie SETI@home sei­ner­zeit (oder gibt es das noch?). Jeden­falls: am 7. Januar ist es soweit und ich bin wirk­lich gespannt.

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Nach­dem Google eine Art Kon­kur­renz zur Wiki­pe­dia auf­ma­chen möchte, rea­giert einer der Wikipedia-Gründer Jimmy Wales recht … unge­wöhn­lich mit einer Such­ma­schine. Im Ernst: Der Start des Pro­jek­tes mit dem Namen Wikia steht unmit­tel­bar bevor, es ist also nicht davon aus­zu­ge­hen, dass es sich um eine Trotz­re­ak­tion auf Knols han­delt. Es soll eine Art »Open-Source-Google« enste­hen, die Algo­rith­men für das Ran­king sol­len für jeder­mann ein­seh­bar sein. Klingt spannend!

Nach­trag, 23:10

Bei der Blog­schau fällt mir auf, wie­viele Leute doch nicht genau gele­sen haben: die meis­ten unter­lie­gen dem Irr­tum, das ganze sei a) neu und b) eine Kon­kur­renz zu Google.

Man könnte sich auch die Mühe machen, sich ein­fach mal fol­gende Seite anzuschauen:

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Jetzt also auch noch der Spie­gel mit einem Wis­sen­spor­tal: im kom­men­den Früh­jahr star­tet »Spie­gel Wis­sen«, ein Joint-Venture der Spiegel-Gruppe mit der Bertelsmann-Tochter Wis­sen Media Group. Letz­tere brin­gen immer­hin ihre Lexika und Wör­ter­bü­cher ein, ers­tere das kom­plette Spiegel-Archiv. Ange­rei­chert wer­den soll das ganze mit Inhal­ten aus der Wiki­pe­dia. Acht Redak­teure sol­len für Qua­li­tät sor­gen und auch mul­ti­me­diale Ele­mente ergänzen.

Wirk­lich neu ist, dass Spiegel-Inhalte künf­tig kos­ten­los zur Ver­fü­gung ste­hen, nur die aktu­elle Print-Ausgabe soll noch kos­ten­pflich­tig sein. Was für mich bedeu­tet, dass zumin­dest in die­sem Punkt die Zei­chen der Zeit erkannt wur­den — ist doch davon aus­zu­ge­hen, dass für die Betrei­ber durch Wer­bung immer noch genug übrig bleibt. Auf den Aspekt freue ich mich.

Fas­zi­nie­rend ist, warum das Thema »Wis­sen« zur Zeit so gern genom­men wird. Wir haben ja schon seit eini­gen Jah­ren einen mas­si­ven Trend, man kann gera­dezu von einem Hype spre­chen. Im Fern­se­hen gibt es »Welt der Wun­der«, »Gali­leo« und »Wun­der­welt Wis­sen«, wem es noch nicht gereicht hat, darf sich die Wie­der­ho­lung auf N24 anschauen. Bei den Print­me­dien gibt es kein Ver­lags­haus, das keine Wissens-Zeitschrift auf dem Markt hätte, teils sogar mit halb­wegs anspruchs­vol­len Inhal­ten: FAZ, Süd­deut­sche, Zeit, alle sind dabei, sogar die gute alte PM erstrahlt wie­der wie in alten Zei­ten. Wis­sen in schöne Appe­tit­häpp­chen geschnip­pelt für den wach­sen­den Markt der pisa-verunsicherten Ver­brau­cher. Ich gehe davon aus, dass das neue Por­tal auch in diese Kerbe schlägt, mit­hin weni­ger als Bedro­hung oder Kon­kur­renz zu Wiki­pe­dia oder Knols zu sehen sein dürfte.

Ich nenne das mal »Know­tain­ment«. Lei­der wird man nicht satt von den Wissens-Schnittchen, gleich­zei­tig erfährt man aber durch den Bauch­la­den des Wis­sens, was man eben alles nicht weiß. So kon­su­miert man immer mehr, ohne je rich­tig satt zu wer­den, weil man sich sonst unter­er­nährt, also dumm vor­kommt. Das Para­doxe ist, dass man vom ange­sam­mel­ten, eigent­lich unnüt­zen Wis­sen immer fet­ter, auf­ge­bläh­ter wird und gleich­zei­tig immer weni­ger in der Lage ist, Zusam­men­hänge zu erken­nen. Ein Aus­weg ist viel­leicht, hin und wie­der ein Thema zu ver­tie­fen: inten­sive Recher­che, auch mal ein Wis­senschafts–Maga­zin (ja, da gibt es einen Unter­schied!) zu lesen oder gar ein gan­zes Buch von einem Exper­ten. Das ist sicher­lich nicht jeder­mann gege­ben. Man kann aber auch Dinge ein­fach mal nicht wis­sen — sich ein­fach mal sagen: »Ich weiß ja, wo ich es nach­schla­gen kann«. Das setzt natür­lich andere Kul­tur­fer­tig­kei­ten vor­aus, die wir in der Schule nie rich­tig gelernt haben: Recher­chie­ren, Mus­ter und Sche­men erken­nen, Trans­fer her­stel­len, Wis­sen ver­net­zen … .Wir sind ver­mut­lich mit­ten in dem oft kol­por­tier­ten Umbruch: weg vom lexi­ka­li­schen Wis­sen, hin zum Struk­tur­wis­sen. Man könnte es auch All­ge­mein­bil­dung nennen.


Wei­tere Arti­kel:


Blog-Reaktionen

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Mal wie­der hat Google einen neuen Dienst und mal wie­der haben die Trolls nichts bes­se­res zu tun, als über Googles Markt­macht zu schimp­fen. Seufz. Wenn die Jungs (komisch, es sind fast immer Jungs) mal die Arti­kel auch lesen würden …

Zur Sache: mit »Knols«, so der Name des neuen Diens­tes, will Google eine Art Wissenmanagement-Plattform auf­bauen. Trä­ger von spe­zi­fi­schem Wis­sen sol­len dies ande­ren inter­es­sier­ten zur Ver­fü­gung stel­len. So weit klingt dies wie eine Kon­kur­renz zu Wiki­pe­dia, aber aus mei­ner Sicht ergänzt Knols (zumin­dest in der Theo­rie!) zwei wesent­li­che Aspekte:

Die eine Wahr­heit vs. meh­rere gül­tige Wahr­hei­ten
In der Wiki­pe­dia wird oft ver­sucht, zu einem Thema die allein see­lig­ma­chende Wahr­heit zu fin­den Das bewirkt, dass wich­tige, kon­tro­verse The­men zu einer fad gekoch­ten Soße ver­kom­men. Dis­kus­sio­nen fin­den zwar statt, erschlie­ßen sich aber nur den Adep­ten. Bei Knols sol­len hin­ge­gen Arti­kel unter­schied­li­cher Auto­ren bewußt neben­ein­an­der gestellt wer­den. Zudem sind viele Mei­nungs­kriege in Wahr­heit Glau­bens­kriege. Wenn wir uns des­sen bewusst wer­den, sind wir in der Regel viel schnel­ler bereit, die jeweils andere Wahr­heit zumin­dest zu tole­rie­ren. Die Frage nach Gott (oder den Göt­tern) mag hier als Bei­piel dienen.

Die Per­son des Autors
Diese ist bei der Wiki­pe­dia fast völ­lig unsicht­bar, was dem Enzyklopädie-Gedanken ent­springt und eine Neu­tra­li­tät sug­ge­riert, die nicht immer gege­ben ist. Wenn dage­gen der Autor bekannt ist und man etwas über seine Hin­ter­gründe weiß, kann man auch das, was er geschrie­ben hat, deut­lich bes­ser beur­tei­len. Das »kon­su­mierte« Wis­sen wird dadurch aus mei­ner Sicht etwas weni­ger gefähr­lich. Außer­dem mag es sein, dass sich mehr Leute beru­fen füh­len, ihr Wis­sen wei­ter­zu­ge­ben, wenn sie ihren Namen dann im Netz lesen können :)

Das sind nicht unbe­dingt Schwä­chen des Kon­zep­tes der Wiki­pe­dia, son­dern zeigt nur, dass es ergänz­bare und kom­ple­men­täre Aspekte des Wis­sens gibt, die aber genau­so­gut von ande­ren Diens­ten, Anbie­tern oder Platt­for­men abge­deckt wer­den können.

Wor­auf ich gespannt bin: wie Google das mode­rie­ren will. Nach eige­nem Bekun­den will man nicht ein­grei­fen. Was die Frage auf­wirft, was pas­siert, wenn Zün­del und Kon­sor­ten ihren Schwach­sinn ver­brei­ten, wenn Hau­ne­bus und die Pro­to­kolle von Zion fröh­li­che Urständ fei­ern. Aber das ist kein neues Problem.

Zu Googles Macht (Don´t be evil!) habe ich schon mal etwas geschrie­ben, ebenso zur Wiki­pe­dia

Gerade gefun­den: ein sehr schö­ner Arti­kel zu Knols auf Wiki­pe­dis­tik
Der Autor weiß schon ein biss­chen mehr — die inhalt­li­che Kon­trolle soll über soge­nannte »Peer-Reviews« sicher­ge­stellt wer­den, ein Ver­fah­ren, wel­ches in der aka­de­mi­schen Welt üblich ist. Prak­tisch kann man sich das ähnlich vor­stel­len wie die Bewertungs-Funktion bei Amazon.

Nach­trag 18:00 Uhr: was ich wirk­lich etwas ver­wir­rend finde: die Blog­sphäre scheint sich hin­sicht­lich des rich­ti­gen Namens des neuen Diens­tes nicht einig zu sein. Die einen nen­nen es »Knols«, die ande­ren »Knol«. Nach der Lek­ture des fol­gen­den Posts reime ich mir zusam­men: Knol soll als Begriff für eine Wis­sen­s­ein­heit defi­niert wer­den. Knols ist die Mehr­zahl und gleich­zei­tig der Name des Dienstes.

Außer­dem hier noch der Link zum Post des Google-Miarbeiters im offi­zi­el­len Google-Blog zu Gnol

Und bevor ich wie­der Mails bekomme: das Bild oben links habe ich sel­ber zusam­men­mon­tiert, die Zähne habe ich eigen­hän­dig gezeich­net, es muss mich also nie­mand dar­auf hin­wei­sen, dass ich keine Bil­der aus dem Inter­net klauen darf. Die Logos ver­wurs­ten darf ich, das habe ich näm­lich auch nach­ge­kuckt. Wenn es jemand für seine Zwe­cke ver­wen­den mag: bitte gerne, ich würde mich über einen Back­link und/oder Namens­nen­nung freuen.

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